Copernicus Stipendium e.V. – Blog random header image

Ein Rückblick und etwas Geschichte für die Bewerber und die neuen Unterstützer

Januar 5th, 2012 by Guarani
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Nun tritt Copernicus Berlin e.V. sein zwöftes Lebensjahr an – gleichzeitig bewerben sich wieder viele Studenten aus ganz Osteuropa und Zentralasien für einen der begehrten Stipendienplätze (Bewerbungsschluss: 1. März 2012). Für manch einen der Bewerber oder der neuen Freunde des Vereins ist ein Blick auf die Jubiläumsbroschüre der Berliner (Bitte auf das Bild klicken!) und den Abschlussbericht sicherlich von Interesse!

 

 

 

 

 

 

 

 

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Copernicus Länderabend: Wirtschaftskrise in Belarus – Ursachen & Folgen

Januar 2nd, 2012 by Guarani
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Am Mittwoch, 14. Dezember 2011, fand um 19:00 Uhr zum wiederholten Male ein Copernicus-Länderabend in den Räumen der Schwarzkopfstiftung in der Sophienstraße 28 in Berlin-Mitte statt. Dieses Mal informierte die Copernicus-Stipendiatin Tatsiana Bychkouskaya das Publikum über die Finanzkrise in Belarus. Tatsiana studiert Internationale Wirtschaft an der Belorussischen Staatlichen Universität in Minsk und ist in diesem Wintersemester zum BWL-Studium and der Humboldt-Universität in Berlin zu Gast.

IMG 1509Da der Fokus der Europäischen Union momentan auf das Ausmaß der Finanzkrisen in den südeuropäischen Staaten gerichtet ist, wählte die Referentin somit einen in den deutschen Medien wenig thematisierten Gegenstand, dessen Kenntnis jedoch für das Verständnis der politischen Handlungsmöglichkeiten des osteuropäischen Staates gegenüber der Europäische Union unabdingbar ist. Mit ihrer Präsentation gab die Referentin detailreichen Aufschluss über den Zustand des Landes vor der Krise, den Verlauf der Krise und ihre Folgen und analysierte die Möglichkeiten des Landes, der Krise zu begegnen.

IMG 1511Vor dem offenbaren Einsetzen der Krise im April 2011 schien die wirtschaftliche Lage des Landes stabil. Besonders im Zeitraum kurz vor und nach der Präsidentschaftswahl im Dezember 2010 waren die belorussischen Bürger aufgrund einer temporären Lohnsteigerung optimistisch gestimmt. Doch im Frühjahr dieses Jahres spielten die unzureichende Wirtschaftsleistung und die immense Auslandsverschuldung zusammen und veranlassten die belorussische Nationalbank, die Währung um 55% abzuwerten. Erschwerend kamen vonseiten Russlands eingeforderte Schulden hinzu, welche sich aus Deals bezüglich der Energielieferungen an Belarus ergaben und im Sommer 2011 fällig wurden. [Read more →]

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Rückblick: Copernicus Seminar in Dannenberg 12-14.08.11

Dezember 28th, 2011 by Guarani
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„Demokratie heißt, dass sich die Leute in ihre eigenen Angelegenheiten einmischen.“ [M. Frisch]

Demokratie ist nie vollkommen. Sie entwickelt sich mit der sie umgebenden Gesellschaft und erfindet sich immer wieder neu. Andere Zeiten brauchen neue Demokratieideen.

Vom 12.-14. August fand in Dannenberg das Wochenendseminar mit 13 Teilnehmern statt. Die Veranstaltung wurde von Copernicus Hamburg e.V. organisiert.

 

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Den Teilnehmern aus Berlin und Hamburg wurde eine angenehme Anreise zum Tagungshaus Carnap in Pisselberg ermöglicht, wo das Wochenendseminar auch stattgefunden hat.

Das Seminar eröffneten David Noch, Vertreter von Copernicus Hamburg e.V. und Ann-Catrin Köhler, Vorstand bei Mehr Demokratie e.V. Hamburg.

IMG 1367 (1)Beim Seminar legten wir viel Wert auf eine Ausgewogenheit zwischen Erfahrungsaustausch, Gesellschaftskritik und der Erarbeitung von Handlungsoptionen. Vorwiegend ging es darum, zu verstehen, was „Demokratie“ genau bedeutet. Zudem zu klären was auf einer konkreteren Ebene der Mitbestimmung ein Grundpfeiler für Demokratie ist.

Die Stipendiaten des Vereins Copernicus berichteten in 15-minutigen Vorträgen über die Möglichkeiten der politisch-gesellschaftlichen Mitbestimmung der Bevölkerung in ihren Ländern.

Sie informierten über die Aktivitäten von Nicht-Regierungsorganisationen, politischen Vernetzungen und Initiativen, Protestbewegungen und/oder die institutionalisierten Formen. Selbstverständlich gingen sie auch auf potenzielle Problemen ein, die für diese Mitbestimmung bestehen. Einige Stipendiaten haben einen allgemeinen Überblick vermittelt; andere konkretere Beispiele vorgestellt.

Nach den Vorträgen hat sich eine offene und vertrauensvolle Diskussion eröffnet, bei der die Teilnehmer ihre Ideen und Information untereinander ausgetauscht haben.

IMG 0863Konkreter vermittelte das Thema Manfred Brandt, Vorstand bei Mehr Demokratie e.V. Hamburg, mit seinem Vortrag „Das Instrument der direkten Demokratie in Deutschland. Welche Möglichkeiten der Mitbestimmung haben die Bürgerinnen und Bürger durch Volks- und Bürgerinitiativen?“.

Auch Ann-Catrin Köhler, Vorstand bei Mehr Demokratie e.V. Hamburg, referierte in ihrem Vortrag über transparente Demokratie und die Möglichkeiten der Beteiligung an der Politik mit Eröffnung des Internetportals abgeordnetenwatch.de. Trotz, oder gerade wegen, großer Meinungsdifferenzen unter einzelnen Teilnehmenden kam es zu spannenden Debatten über die Zukunft der Demokratie .

Am letzten Tag des Seminars sind die Teilnehmer zum „Fest zum Protest“, einer Veranstaltung der „Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.“ in Gedelitz gefahren, wo ein Vertreter der „Bürgerinitiative Umweltschutz LüchowDannenberg e.V.“ über die Tätigkeiten der Initiative im Wendland erzählt hat . In dem sehr praktisch und aktiv gestalteten Teil waren die Teilnehmer unter anderem aufgefordert, positive wie negative Aspekte zu erarbeiten und zu beurteilen.

Nach ca. drei Stunden intensivem Diskutieren endete die letzte Veranstaltung des diesjährigen Wochenendseminares.

Mit großem Interesse und Aufmerksamkeit wurde jeder einzelne Seminarpunkt von den Teilnehmern verfolgt und jeder hat etwas Neues für sich mitgenommen und viel gelernt.

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Danke an alle, die dieses Seminar ermöglicht haben: Natürlich vor allem Copernicus e.V., ebenso an Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. und Mehr Demokratie e.V. Hamburg, ohne deren Engagement das Seminar nicht stattgefunden hätte.

Malika Avezova, DAAD-Stipendiatin aus Tadschikistan

Juristische Fakultät, 3 Semester

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Copernicus Länderabend: Wirtschaftskrise in Belarus – Ursachen & Folgen

Dezember 2nd, 2011 by Diana
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EINLADUNG ZUM LÄNDERABEND
Wirtschaftskrise in Belarus – Ursachen & Folgen

Copernicus Berlin e.V. lädt am Mittwoch, dem 14. Dezember 2011, um 19.00 Uhr zu einem Länderabend mit dem Thema Wirtschaftskrise in Belarus – Ursachen & Folgen in die Räume der Schwarzkopf-Stiftung in der Sophienstraße 28/29, Berlin Mitte herzlich ein.

Während die EU damit beschäftigt ist, Rettungsschirme aufzuspannen, um Griechenland, Portugal, Irland und so manch anderes Land über Wasser zu halten, kämpft auch Belarus mit den Folgen einer immensen Finanzkrise. Im Frühjahr dieses Jahres verschlimmerte sich die Lage in dem osteuropäischen Land dramatisch, als die belarussische Nationalbank gezwungen war, die Währung um 55% abzuwerten.

Spätestens seitdem spürt die Bevölkerung die Folgen der Krise am eigenen Leib. Zuckerhamsterkäufe und ewig lange Schlangen vor den Wechselstuben im Land galten diesen Sommer als Normalzustand. Sobald Devisen ins Land kamen, wurden sie von den Einheimischen aufgekauft, sofern noch Scheine zu ergattern waren. Die Inflation bestimmt Lukaschenkas Reich, einige trauen sich sogar auf die Straße um gegen die wirtschaftliche und politische Lage im Land zu demonstrieren. Ohne Worte, versteht sich. Dabei sitzt der Staat zwischen den Stühlen. Wem sich annähern, wessen Bedingungen in Kauf nehmen um wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen? Der EU? Oder doch lieber dem großen Bruder Russland? [Read more →]

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Bewirb dich um ein Stipendium in Berlin! Stipendienprogramm für Naturwissenschaftler (Physik, Mathematik) und Juristen aus Polen

November 29th, 2011 by Guarani
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flag of Poland

Call for Applications:

Copernicus-Stipendienprogramm für Naturwissenschaftler (Physik, Mathematik) und Juristen aus Polen.

Für weitere Infos hier klicken

Programmbeginn:

01. Oktober 2012 (Winter Semester 2012/2013)

Bis wann sollst Du uns deine Unterlagen senden?

Bis zum 06. Januar 2012

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Die Albatross Insel: “Wertebrille” auf der Krim

November 21st, 2011 by Guarani
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Als Copernicus-Stipendiatin habe ich die Möglichkeit bekommen, an einem von InMOE organisierten Seminar (Social Development and Personal Development) teilzunehmen. Das Seminar hat vom 6. bis 14. September 2011 an der Krim in der Ukraine stattgefunden. Die Teilnehmer kamen aus fünf verschiedenen Ländern: Deutschland, Tschechien, Belarus, Ukraine und Polen. Alle 32 Teilnehmer sind aktiv in verschiedenen NGOs, die am internationalen Austausch und Dialog mitwirken. Das gesamte Seminar wurde auf Englisch durchgeführt. [Read more →]

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Abschlussbericht: Alisher Khodjimatov (SS11 – Usbekistan)

November 15th, 2011 by Guarani
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Mit diesem Bericht möchte ich zukünftigen Stipendiaten mitteilen, was es für mich bedeutet hat, als Stipendiat bei Copernicus ein halbes Jahr in Berlin studieren zu dürfen.

(Beim Spiel Hertha BSC - Real Madrid)
(Nach Semesterende: Spiel Hertha BSC – Real Madrid)

Als ich mich für das Stipendium beworben hatte, war meine Motivation, die deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern und neue Erfahrungen für meinen zukünftigen Lehrerberuf zu sammeln. Nachdem ich lange keine Antwort erhalten hatte, hatte ich schon fast die Hoffnung aufgegeben. Umso größer war meine Freude, als ich dann während meines fünften Fachsemesters an   meiner Heimat-Universität in Taschkent, Usbekistan erfahren  habe,  dass ich der Copernicus-Stipendiat für das Sommersemester 2011 sein werde.

Endlich, am 28.März 2011 bin ich in Berlin angekommen. Am Hauptbahnhof hat mich Clara Kemme, die damalige Vorstandsvorsitzende, abgeholt. Die ersten drei Tage habe ich bei ihr gewohnt, weil meine Gastfamilie noch im Urlaub war. Clara war sehr gastfreundlich und ich habe mich bei ihr sehr wohl gefühlt. [Read more →]

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Rückblick auf den COPERNICUS-Länderabend zum Thema „Sejmwahlen und polnische EU-Ratsprä­si­­dent­schaft“

Oktober 16th, 2011 by Judith
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Maria Tandeck, Jura-Studentin und COPERNICUS-Stipendiatin

Am 12. Oktober 2011 lud COPERNICUS Berlin erneut zu einem Länderabend in die Räume der Schwarzkopf-Stiftung in der Sophienstr. 28/29 in Berlin-Mitte ein. Diesmal erwartete den geneigten Zuhörer ein Thema von höchster politischer Aktualität: Nur drei Tage nach den Parlamentswahlen in Polen – und einen Tag nach Veröffentlichung der offiziellen Wahlergebnisse – kommentierte die Referentin Maria Tan­deck für das zahlreich erschienene und interessierte Publikum den Ausgang der Wahlen in Polen.

Während an der Spree die griechische Tragödie und damit verbunden die Debatte über die Konsequenzen, die die EU als Staatengemeinschaft daraus ziehen sollte, die Agenda beherrschte, wirkte an der Weichsel noch immer das Drama von Smolensk nach und Streitthemen wie das Holzkreuz vor dem Präsidentenpalast bestimmten in erheblichem Maße die Schlagzeilen beim östlichen Nachbarn. Daneben stand die Problematik eines eventuellen Regierungswechsels und dessen Auswirkungen auf die im Juli 2011 angetretene EU-Ratspräsidentschaft Polens im Fokus des nationalen Mediendiskurses – auch davon war in Deutsch­land nichts zu spüren: Man fragte sich vorrangig, ob bis zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine die Stadien und Autobahnen fertig sein würden. Vor diesem Hintergrund waren am 9. Oktober 2011 etwa 30 Millionen wahlberechtige Polen dazu aufgerufen, die 460 Sitze des Sejm sowie die 100 Sitze des Senats neu zu besetzen. In ihrer Präsentation schilderte die Jurastudentin und COPERNICUS-Stipendiatin Maria Tandeck das politische Spektrum Polens am Vorabend der Wahlen ebenso wie die Wahlergebnisse und deren mögliche Auswirkungen auf die polnische Rats­präsidentschaft sowie die deutsch-polnischen bzw. russisch-polnischen Beziehungen.

Die Referentin begann ihre Ausführungen mit einem Überblick über die politische Landschaft Polens. Die „Bürgerplattform“ (Platforma Obywatelsk, PO) unter dem Fraktionsvorsitzenden Donald Tusk stellte nach den Wahlen 2007 die größte Fraktion im polnischen Parlament. Die christlich-demokratisch und wirtschaftliberal orientierte Partei bildete zusammen mit der „Polnischen Bauernpartei“ (Polskie Stronnictwo Ludowe, PSL) die Regierung. Premierminister war Donald Tusk. Mit 147 Sitzen in der ehemaligen Sejm zweitgrößte Partei war „Recht und Gerechtigkeit“ (Prawo i Sprawiedliwość, PiS). Die nationalkonservative Partei, die außenpolitisch als proamerikanisch und teilweise euroskeptisch eingestuft wird, wurde 2001 von den Zwillingsbrüdern Lech und Jarosław Kaczińsky gegründet. Als politischer Außenseiter im Vorfeld der Wahlen vom 9. Oktober galt das polnische Äquivalent zur Berliner Piratenpartei, die „Palikot-Bewegung“ (Ruch Poparcia Palikota), bei der lange nicht sicher war, ob sie überhaupt an den Wahlen teilnehmen würde. Gegründet wurde diese strikt liberale Partei von Janusz Palikota, einem ehemaligen PO-Mitglied. Die Palikot-Bewegung fordert u.a. die Abschaffung des Religionsunterrichts an den Schulen sowie die staatliche Finanzierung von in-vitro-Maßnahmen. Das Bündnis der demokratischen Linken (Sojusz Lewicy Demokratycznej, SLD) befindet sich seit 2005 in der parlamentarischen Opposition. Ideologisch ist diese Partei dem sozialdemokratischen Mainstream zuzuordnen. Als letzte politische Partei nannte die COPERNICUS-Stipendiatin „Polen ist das Wichtigste“ (Polska Jest Najważniejska, PJN), eine konservative Partei, die aus innerparteilichen Konflikten in der PiS nach der Präsidentschaftswahl 2010 hervorgegangen war.

Karikaturen im polnischen Wahlkampf

Bevor die COPERNICUS-Stipendiatin den Ausgang der Parlamentswahlen vom 9. Oktober dieses Jahres kommentierte, ging sie zunächst auf die Themen ein, die Polen am Vorabend dieser Wahlen bewegten. Hier ist vor allem die Flugzeugkatastrophe von Smolensk zu nennen, bei der am 10. April 2010 alle 96 Insassen ums Leben kamen, darunter der damalige polnische Präsident Lech Kaczińsky und seine Frau, zahlreiche Minister und Ministerialbeamte sowie ranghohe Offiziere. Diese Tragödie, bei der große Teile der polnischen politischen Elite den Tod fanden, belasteten die aufgrund des Massakers von Katyn 1940  - in dem Jahr wurden mehrere Tausend polnische Offiziere, Polizisten und Intellektuelle auf Befehl des sowjetischen Innenministeriums bei Katyn ermordet – bereits angespannten polnisch-russischen Beziehungen weiter. Auch innenpolitisch wirkte das Ereignis nach: Angesichts des Beisetzungsortes Wawel, einst politisches und religiöses Zentrum des Polnischen Reiches, wo Könige und Nationalhelden bestattet wurden, war die polnische Nation geteilt. Darüber hinaus wurde ein zum Gedenken an die Katastrophe vor dem Präsidentenpalast aufgestelltes Kreuz zum Gegenstand monatelanger Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern dieses Kreuzes.

Nach einem Exkurs zu den Wahlversprechen und –slogans der einzelnen Parteien stellte Maria Tandeck das Ergebnis der Parlamentswahlen vor. Mit diesem Wahlergebnis schreibt Donald Tusk Geschichte: Nach dem Sieg der PO  - sie erhielt fast 40 Prozent der Stimmen – ist er der erste Premierminister nach der politischen Wende in Polen 1989, der wiedergewählt worden ist. Für eine Mehrheit im Sejm benötigt er jedoch einen Koalitionspartner. Die Referentin erläuterte daher verschiedene Koalitionsmöglichkeiten, aus denen sich die Fortsetzung des bisherigen Regierungsbündnisses mit der PSL als die wahrscheinlichste herauskristallisierte. Als wirklich überraschend ist der Erfolg der Palikot-Bewegung anzusehen: Nach einer sehr kurzen Wahlvorbereitungsphase von nur vier Monaten stimmten 10 Prozent der Wahlberechtigten für diese Partei.

Die Jura-Studentin kommentierte im weiteren Verlauf ihrer Präsentation die verschiedenen Wege, die Polen nach dem Ausgang der Wahlen sowohl in der eigenen Außenpolitik als auch in der weiteren Gestaltung der EU-Ratspräsidentschaft offen stehen. Zu diesem Zweck stellte sie gegensätzliche Haltungen einzelner Parteien zu verschiedenen Themen wie der zukünftigen Positionierung in der Ostpolitik oder dem Beitritt Polens zur Eurozone gegenüber.

Blick ins Publikum

Im Anschluss daran gab sie dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Diese Gelegenheit wurde von einem informierten und engagierten Gast sofort ergriffen. Es gelang Maria Tandeck, seinen sachkundigen Nachfragen souverän zu begegnen. Daraufhin machten auch andere Zuhörer von der Chance, Fragen an die Referentin zu richten, Gebrauch. Aufgrund eines Missverständnisses bei der Eröffnung des Büfetts war für den einen oder anderen Lacher gesorgt und die entstandenen Diskussionen konnten in dieser aufgelockerten Atmosphäre bei Wein und landestypischer Küche fortgesetzt werden.

 

 

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Einladung zum Länderabend am 12. Oktober um 19 Uhr: Sejmwahlen und die Ratspräsidentschaft. Wer tritt für Polen zur zweiten Halbzeit an und wie?

September 28th, 2011 by Judith
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Parlamentswahlen in Polen
Fortsetzung, Abschwächung oder Ende des Pro-Europa-Kurses?

Sehr geehrte Damen und Herren,

Copernicus Berlin e.V. lädt am Mittwoch, den 12. Oktober, um 19.00 Uhr zu einem Länderabend mit dem Thema Sejmwahlen und die Ratspräsidentschaft. Wer tritt für Polen zur zweiten Halbzeit an und wie? in die Räume der Schwarzkopf-Stiftung in der Sophienstraße 28/29, Berlin-Mitte, herzlich ein.

Während zwischen Oder und Elbe die griechische Tragödie sämtliche politischen Debatten beherrscht, bestimmt der kommende Urnengang die Stimmung und die Schlagzeilen an der Weichsel. Am 9. Oktober sind etwa 30 Millionen wahlberechtigten Polen aufgerufen, die 460 Abgeordnetensitze (Sejm) und 100 Senatssitze für die nächsten 4 Jahre neu zu besetzen.

Im Westen ist das Kapitel des tragischen Unglücks von Smolensk längst überblättert und Streitthemen wie das des Holzkreuzes vor dem polnischen Präsidentenpalast rufen eher ironisches Unverständnis hervor; im Nachbarland bestimmen diese Themen noch im erheblichen Maß die öffentliche Debatte. Auch die Ratspräsidentschaft des wirtschaftspolitisch aufstrebenden und ehrgeizigen Nachbarn findet in der hiesigen Medienlandschaft kaum ein Echo. Eher fragt man sich an der Spree, ob die Stadien und die Autobahnen bis zur EM 2012 fertig werden.

Copernicus-Stipendiatin Maria Tandeck studiert Jura an der Humboldt Universität zu Berlin und an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Nach einem kurzen Einblick in die Parteienlandschaft Polens wird sie den Zuhörern mittels einer Beschreibung des Wahlkampfes und der nationalen Themen, die diesen wesentlich beeinflussten, ein aktuelles Bild der politischen Wahldebatten in Polen skizzieren. Auf Basis der aktuellen Entwicklungen wird sie einen Blick in die Zukunft werfen und anhand der Wahlprogramme und -ergebnisse die Auswirkungen auf Themen wie die weitere Ausrichtung der Ratspräsidentschaft Polens, den Euro-Beitritt, Polen als Brücke oder Mauer zwischen Russland und Europa, Osterweiterung, EM2012 untersuchen und zuletzt einen Einblick in die aktuelle politische Satire in Polen bieten.

Der Verein lädt die Teilnehmer im Anschluss an die Veranstaltung zu weiteren Gesprächen im informellen Rahmen bei einem kleinen Buffet mit Getränken und selbst zubereiteten osteuropäischen Spezialitäten ein. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Arbeit des Vereins sind willkommen. Diese Einladung kann gerne an Freunde und andere Interessenten weitergegeben werden!

Copernicus Berlin e.V. ist ein von Studenten, Absolventen und jungen Berufstätigen getragener gemeinnütziger Verein, der in den zehn Jahren seines Bestehens 71 Studenten aus 20 Ländern ein Stipendium in Berlin ermöglicht hat. Neben dem Studium an einer deutschen Universität absolvieren die Stipendiaten ein mehrmonatiges Praktikum und werden von Mentoren intensiv und persönlich betreut. Das Stipendium wird über Stiftungsgelder, Spenden und Patenschaften finanziert. Einen besonderen Aspekt des Copernicus-Stipendienprogramms ist die Unterbringung und Verpflegung der Stipendiaten in Berliner Gastfamilien.

Für weitere Informationen steht Ihnen unser Pressebeauftragter per E-Mail: presse@copernicus-stipendium.de zur
Verfügung.

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COPERNICUS-Länderabend zum Thema „Auf Seidenblatt von Samarkand: Deutsche Spuren in Usbekistan“. Ein Rückblick.

Juni 26th, 2011 by Judith
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Am 15. Juni lud COPERNICUS Berlin zu einem Länderabend über Usbekistan in die Räume der Schwarzkopf-Stiftung ein.  Der Charme des fernen Orients und der Mythos der Seidenstraße, der alten Verkehrsachse für seltene Waren wie Seide und Gewürze, lockte seit jeher Neu­gierige ins Land, seit dem 19. Jahrhundert auch Deutsche verschiedenster Herkunft. Der Ger­manistikstudent Alisher Khodjimatov aus Taschkent, Usbekistan, schilderte, welche Spuren diese deutschen Zuwanderer in seinem Heimatland hinterlassen haben.

Der Referent Alisher Khodjimatov erklärt den Verlauf der Seidenstraße

Der Referent Alisher Khodjimatov erklärt den Verlauf der Seidenstraße

Der Copernicus-Stipendiat begann mit einem Überblick über die Geschichte des Staates. Usbekistan ist eines der ältesten Länder der Welt. So feierte die Hauptstadt Taschkent im Jahre 2009 ihr 2200-jähriges Jubiläum. Auch Samarkand – früher als Marakanda bekannt – ist mehr als 2700 Jahre alt und war zur Blütezeit der Seidenstraße die wichtigste Kultur- und Handelsstadt in Mittelasien. Seine architekto­nischen Denk­mäler, für die es berühmt ist, wurden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erbaut. Usbekistan in seiner heutigen Form als unabhängige demokratische Republik ging am 1. September 1991 aus dem Zusammenbruch der UdSSR hervor. Zuvor war es seit 1925 als Usbekische Sozialis­tische Sowjetrepublik Teil der Sowjetunion. Die Zuhörer erfuhren zudem, dass das Land mit seinen 27,7 Mio. Einwohnern mehrheitlich muslimisch geprägt ist. Anschließend ging der Referent näher auf die Geschichte und den Verlauf der Seidenstraße ein.

Angeregte Gespräche bei Speis und Trank

Angeregte Gespräche bei Speis und Trank

Nach diesem kurzen historischen und politischen Abriss kam Alisher Khodjimatov auf die deutsche Zuwanderung nach Usbekistan zu sprechen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erreichten drei Gruppen von Deutschen Usbekistan: „Baltendeutsche“, die in Armee und Kolonialadministration fest ver­ankert waren, „Wolgadeutsche“ auf der Suche nach wirtschaftlichem Wohlstand und „Reichsdeutsche“, zumeist als Filialleiter großer deutscher Firmen. Sie alle haben viele Lebensbereiche wie Wissenschaft, Kultur, Industrie und nicht zuletzt die Sprache Usbekistans geprägt: Deutsche Architekten zeigten sich maßgeblich verantwortlich für Bauwerke in Städten wie Taschkent oder Kokand. Außerdem fanden zu dieser Zeit zahlreiche deutsche Lehnwörter, die noch heute aktiv genutzt werden, Eingang in die usbekische Sprache. Mit der Nennung einiger Beispiele wie „Shlagbaum“ been­dete der Referent seine Ausführungen.

Alisher und seine Gastmutter prä-sentieren die usbekische Spezialität Plov

Alisher und seine Gastmutter prä-sentieren die usbekische Spezialität Plov

Im Anschluss an den Vortrag erhielten die rund 50 Gäste die Möglichkeit, Fragen an den Copernicus-Stipendiaten zu richten. Dies wurde vom Publikum auch aktiv genutzt: Es ergab sich eine lebhafte Diskussion mit zahlreichen interessierten Nachfragen zumeist politischer Natur, auf die der Referent auf charmante Art und Weise einging, teilweise unter­stützt von sachkundigen Beiträgen aus der Zuhörerschaft. Dieser intensiven und produktiven Gesprächsrunde folgte ein abschließendes gemüt­liches Beisammensein in lock­er­er Atmosphäre, bei dem usbekische Spezialitäten verkostet werden konnten, die Alisher Khodjimatov zusammen mit seiner Gastmutter vorbereitet hatte.

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