Copernicus Stipendium e.V. – Blog random header image

Abschlussbericht: Paweł Kucejko (WS 2012/13 – Polen)

April 10th, 2013 by Ata
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Die Zeit hier in Berlin läuft schnell… Die letzten 6 Monate, die ich in Deutschland verbrachte, waren etwas Neues in meinem Leben. Ein Auslandsaufenthalt ist eine gute Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen. Es gibt ständig neue Herausforderungen, die unbekannte Umgebung und die fremden Menschen bewirken, dass man sich immer neu bewahrheiten muss. Es gibt heutzutage ein umfangreiches Angebot von Auslandsstudien für die Studierenden wie z.B. Erasmus, verschiedene Stipendien usw. Warum habe ich mich für Copernicus entschieden, ob meine Erwartungen erfüllt worden sind und was unterscheidet Copernicusstipendium von den anderen? Hiermit werde ich versuchen, das herauszustellen.

Ich habe schon früher den Wünsch gehabt, in Deutschland zu studieren. Berlin ist ein begehrter Ort und wer hier studieren kann, der kann ruhig sagen, dass er ein Glückspilz ist. Diese große Stadt hat viel anzubieten. Eine renommierte Hochschule, Humboldt Universität zu Berlin, die internationale Gesellschaft, die einzigartigen kulturellen Ereignisse, die interessanten Museen, wunderschöne Wälder und Seen, und und und… Die Vorteile von dieser Stadt sind einfach unzählig. Ich alleine habe keine Ahnung, womit soll ich denn anfangen…

Vielleicht einfach chronologisch! Wer ein Copernicusstipendiat ist, der kann sagen, dass er Glück hat. Die Bewerbungen sind zahlreich, aber nur ein paar Stipendien werden vermittelt. Es ist also selbstverständlich, dass die Information über die Wahl der Stipendiaten eine nette Überraschung für mich war. Das Stipendium stiftet unter anderem die Schindler-Stiftung, die Jurastudenten wie ich aus Lodz fördert. Hiermit möchte ich mich auch herzlich bei Herrn Schindler für den finanziellen Beitrag bedanken. Sie, Herr Schnidler, sind ein gutes (aber nicht einziges) Beispiel und Vorbild davon, wie man die deutsch-polnischen Beziehungen in die richtige Bahn lenken kann.

Also damit fing alles an. Anfang Oktober hat mich Aksi, ehemalige Stipendiatin aus Weißrussland und gleichzeitig meine nette Mentorin, vom ZOB abgeholt. Berlin sei für mich nichts Neues, habe ich gedacht. Ich war einfach auf dem falschen Dampfer! In der Tat war ich letztes Jahr hier schon eine kurze Zeit. Aber erst jetzt kann ich bewusst feststellen, dass diese Stadt ein geheimnisvoller Riese ist. Der einfachste Vergleich lautet folgendermaßen – das beste Verkehrsmittel hier sind die Züge. Das gibt schon einen Einblick!

Die erste anfangs sogar unangenehme Überraschung war die Tatsache, dass ich im fernen Westen wohnen sollte. Als ich gehört habe, dass ich in der Nähe von Wannsee leben werde, war ich gelind gesagt einfach enttäuscht. Mann… Alles weit entfernt, Potsdam nur in 7 Minuten erreichbar und Berlin-Mitte in 30. Ganz zu schweigen davon, dass die „Expedition“ nach kulturellem Osten eine Stunde dauerte. Meine Frustration hat nur eine Nacht gedauert. Im Tageslicht konnte ich die wunderschöne Gegend besser kennenlernen. Für die Menschen, die das Paradies in der Stadt suchen, ist das Haus von Frau Lorenz eine richtigeAdresse.

Frau Ingrid Lorenz, meine Gastmutter, hat mich aufgenommen. Was kann ich jetzt aus der 6-Monaten-Perspektive sagen? Das Wohnen bei Frau Lorenz am Wannsee war das Beste, was mir passieren könnte. Es hat sich herausgestellt, dass Ingrid (wir haben uns per „du“ genannt) ein „alter Hase“ ist (nicht nur, weil sie 83 ist), wenn es sich um das Aufnehmen von Ausländer handelt. Bis jetzt hat sie vielen Menschen geholfen und trotz des fortgeschrittenen Alters macht sie weiter mit. Sie ist ein aktives Mitglied der deutsch-rumänischen Gesellschaft und seit kurzem hilft sie auch bei der Copernicus-Stiftung. Die familiäre Atmosphäre, die ich in meiner Gastfamilie erlebt habe, ist eine von diesen Erinnerungen, wonach ich am meisten Sehnsucht haben werde. Bei Ingrid wohnten noch zwei Rumänen und wir alle zusammen haben eine echte Patchworkfamilie gebildet. Kurz gefasst, die Gastfamilie war ein zweifelloser Erfolg.

Der chronologischen Reihenfolge gemäß soll ich jetzt etwas über den Verein Copernicus Berlin e.V. erzählen. Es ist sehr wichtig, dass es solche ehrenamtlichen Organisationen überhaupt gibt. Die Copernicus-Stiftung hat eine echt gute Arbeit geleistet. Die bilden sog. Cops (freiwillige Mitglieder), Mentoren, mitwirkende Gasteltern, Alumnis – ehemalige Stipendiaten usw. Es ist erstaunlich, wie viel sie alle zusammen geleistet haben. Ich danke euch allen für die Hilfe und die Unterstützung. Debo, du bist die beste Stadtführerin! Danke für deine Initiativen! Jede zwei Wochen fand ein Plenum statt. Wir trafen uns in der Nähe von der juristischen Fakultät der HU.

 

Copernicus: Nina, Laura, ich, meine Mentorin Aksana, Christoph, Debo, Olena, Patryk, Andreea

 

Meine nächste schöne Erfahrung als Stipendiat in Berlin war das Studium an der HU. Humboldt-Universität zu Berlin ist eine der besten Hochschulen Deutschlands. Ich habe viele interessante Vorlesungen besucht. Das interessanteste war für mich ein Seminar-M&A in der Anwaltlichen Praxis, das von Juristen aus der Kanzlei WilmerHale geführt wurde. Das Studieren in Deutschland sieht ein bisschen anders aus als in Polen. Die Stimmung und das Student-Professor-Verhältnis sind hier viel lockerer. Während der Prüfung betont man hier mehr logisches Denken und die praktische Arbeit mit dem Recht. Das Einpauken war in diesem Fall keine Garantie von guter Zensur! Kurz gefasst kann ich mit reinem Gewissen sagen, dass das polnische Hochschulwesen noch Jahrzehnte im Rückstand ist, wenn man es mit dem deutschen vergleicht.

Das ist schon eine Tradition, dass die Copernicus-Stipendiaten einen Vortrag halten, der die Probleme der Heimat betreffen. Leider haben am Anfang verschiedenartige Widrigkeiten des Schicksals verursacht, dass diese so lange kultivierte Tradition in Gefahr war. Zum Glück haben wir alle zusammen dank der Hilfe und der Entschlossenheit von Copernicus-Mitglieder und selbstverständlich dank der Determination von Referenten alle Hindernisse überwunden und endlich fand am 24. Januar 2013 in den Räumen der Schwarzkopf-Stiftung in der Sophienstraße 28/29 unser schon längst erwartete Länderabend statt. Als Studenten aus Polen, Patryk und ich, wollten wir zwei Gesichtspunkte der deutsch-polnischen Beziehungen darstellen. Es ist keine einfache Aufgabe, weil man immer in Erinnerung behalten soll, dass man sich an mehrheitlich deutsches Publikum wenden wird. Ganz zu schweigen davon, dass die gegenseitigen Beziehungen von Polen und Deutschland kein einfaches Thema sind. Die sehr wohlwollende Reaktion des Publikums war ein Beweis dafür, dass der Länderabend ein Erfolg war. Später fand eine sehr interessante Diskussion statt, die die heutigen deutsch-polnischen Angelegenheiten betraf.

Das Seminar in Wendgräben war auch ein schönes und interessantes Erlebnis. Wir haben uns mit der Frage der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Man konnte erfahren, wie dieses Problem heutzutage in verschiedenen Ländern Europas und Asiens betrachtet wird. Das war auch eine gute Gelegenheit, sich mit den Stipendiaten und Freiwilligen von Copernicus Hamburg e.V. zu treffen.

Die interessanten Themen, herrliche Umgebung, lockere Atmosphäre und freundliche Stimmung, Mafiaspiel – das sind meine Erinnerungen. Außerdem habe ich noch nie in einem Schloss gewohnt!

Patryk, Olena und ich

Das Praktikum ist der nächste Pflichtpunkt, den der Stipendiat belegen muss. Ich habe ein 6-wochiges Praktikum in der Konsularabteilung der polnischen Botschaft gemacht. Es war eine sehr gute Erfahrung, sehen zu können, wie die Arbeit in solcher Einrichtung aussieht. Die Stimmung war sehr freundlich, aber die Aufgaben waren sehr ehrgeizig. Dazu gehörten das Erstellen vom juristischen Schreiben, die Teilnahme an Vernehmungen, das Anrufen an deutsche Behörden und die Hilfeleistung den polnischen Bürgern gegenüber. Für alle, die den Wunsch haben, zu beobachten und zu erleben, wie das Leben und die Arbeit an der Auslandsstelle läuft, schlage ich das Praktikum in der polnischen Botschaft vor. Man soll nur eine sehr wichtige Tatsache nicht vergessen – und das ist mein Rat für die künftigen Stipendiaten: bewirbt euch so schnell wie möglich, weil ein Praktikum in Berlin zu kriegen, ist nicht so einfach.

Ich schreibe meinen Bericht bewusst, dass solche Gelegenheit wie Copernicus-Stipendium einfach ein Jackpot ist. Ich werde diese Zeit hier betrachten als ein Anfang von einem neuen Kapitel in meinem Leben. Reisen machen klug! Darum – Berlin – ich sage dir nicht Ade! Einfach bis dann!!!

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Abschlussbericht: Lilit Ghazaryan (SS 12 – Armenien)

Januar 28th, 2013 by CS
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Mit einem lächelnden Gesicht erinnere ich mich jetzt beim Schreiben meines Abschlussberichtes an die Zeit, als ich kurz nach dem ich erfahren habe, dass ich von Copernicus Berlin als Stipendiatin für das SoSe 2012 ausgewählt wurde, die Abschlussberichte von ehemaligen Copernicus Stipendiaten las. Jetzt schreibe ich selbst meinen Abschlussbericht, aber diesesmal ist es ein wenig anders. Es ist nicht mehr so leicht wie damals noch in Jerewan, kurz vor meiner Anreise beim Lesen von Berichten anderer Stipendiaten. Es fällt mir jetzt wirklich schwer den Abschlussbericht zu schreiben, denn  ich werde Berlin und mein 6 monatiges Leben hier sehr vermissen. Ich bin sicher, die Lebenserfahrung, sowohl positiv als auch negativ,  die zwischenmenschlichen Beziehungen, beruflich usw., die ich hier erhalten habe, werden mich mein ganzes Leben begleiten und an Copernicus Berlin e. V. erinnern. Diese 6 Monate  sind so schnell vergangen, aber während dieser Monate habe ich so vieles erlebt und erfahren. Mit einem guten Gefühl denke ich daran, wie viel sich in einem Leben eines jungen Menschen durch eine halbjährige Auslandserfahrung, durch einen Copernicus Stipendium ändern kann, wie vieles man von sich selbst durch eine fremde Kultur erfährt. Es ist ganz anders, wenn man es studiert, wie es in meinem Fall ist, ich studiere in meiner Heimatuniversität in Jerewan interkulturelle Kommunikation und internationalen Tourismus und es ist ganz anders, wenn man es selbst erlebt und noch in Berlin, in einer multikulti riesigen Stadt.

Brief von Copernicus, auf den ich so lange gewartet habe

Es war Mitte Dezember, ich wurde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, weil ich meinen Job wechseln wollte, da das Unternehmen, in dem ich arbeitete, Schwierigkeiten hatte und die zeitnah etwas Neues suchen musste, bevor as Unternehmen Pleite gehen würde. Während der letzten 2 Monate hatte ich nun schon an fast 10 Bewerbungsgesprächen teilgenommen, es war ein Bewerbungsgespräch nach dem anderen, nichts Besonderes in einem nicht so besonderen Unternehmen, und ich war schon gelangweilt und hatte keine große Hoffnung. Während ich auf das nächste Bewerbungsgespräch wartete, habe ich über mein Handy meine E-Mail geprüft:

„Copernicus Berlin hat dich als Stipendiatin für das kommende Semester ausgewählt. Herzlichen Glückwunsch! :)

Die ersten Minute, wenn man in der gleichen Zeit alles und nichts versteht, wenn die Gedanken sehr schnell aufeinander folgen. Ich habe dort im Warteraum vielleicht noch einige Minuten so dagesessen, dann bin mit leichten Schritten und mit erfreutem Herzen einfach rausgegangen. Ich war so glücklich, dass mir schon alles egal war mit diesem Bewerbungsgespräch, besonders, weil ich nicht so viele Erwartungen hatte und die Arbeit dort für meinen beruflichen Werdegang nicht so produktiv sein könnte. Ich fühlte mich so erleichtert und die ganze Zeit dachte ich nur an Berlin und baute meine Vorstellungen und Erwartungen auf. Die bürokratischen Fragen haben mich von meinen Träumen eweckt. Dann begann die lange bürokratische Zeit mit meiner Universität verbunden mit Fragen zu meinem Visum. Schon in Armenien hatte ich viele Fragen und Probleme bezüglich der Freilassung und des Visums, ich bedanke mich herzlich bei Diana. Sie hat mir dabei sehr geholfen, jedes mal wenn ich irgendein Problem oder Fragen hatte, rief ich Diana an und immer bekam ich von ihr die Antwort af meine Fragen. Lange Zeit wartete ich auf meine Originaldokumente aus Deutschland, ohne die ich kein Visum bekommen könnte, obwohl Diana sich auch für eine Nachricht an die deutsche Botschaft in Armenien gekümmert hatte. In der letzten Woche kam endlich die Post.

Bis zum letzten Tag, dem 29. März, hatte ich noch Probleme verbunden mit der Uni, aber letztendlich, zwei Tage vor meiner Anreise, hatte ich auch meine offiziele Freilassung in der Hand.

Am 1. April war ich mit meiner Familie am Flughafen von Jerewan und mit freudigem Herzen und vielen Erwartungen bin ich nach Deutschland geflogen.

Laura hat mich vom Flughafen mit einem Infozettel in der Hand, auf dem stand „Copernicus Berlin e. V.“ empfangen. Damit habe ich sie sehr schnell erkannt. Sie hat mich zu meiner Gastfamilie begleitet und schon in der S-Bahn versucht mich mit einigen Sehenswürdigkeiten von Berlin bekannt zu machen.

Berlin du bist so wunderbar. Dieser Satz stand in skype, als ich mit Copernicanern per skype den erstes Kontakt aufgenommen habe. Und dieser Satz hat mich während meines ganzen Aufenthaltes in Berlin begleitet. Ich überelege gerade mit welchen eigenen Worten ich Berlin beschreiben kann, aber meine Gefühle sind so verschieden und so vielfältig. Berlin ist unbeschreibbar, Berlin muss man erleben!!!

Humboldt Universität zu Berlin

Während der ersten Tage war es für mich so schwer zu glauben, dass mir all das Schöne passiert und ich jetzt für ein Semester an der Humboldt Uni zu Berlin studieren werde; ich war unheimlich glücklich. Das deutsche Bildungssystem zu erleben war mein Ziel – bereits im zweiten Semester meines Studiums. In meiner Heimatuni, der Staatlichen Universität Jerewan, wo ich mein Bachelorstudium absolviert habe, wird sehr oft dieses System erwähnt und Vergleiche gezogen, im letzten Semester meiner Studiemzeit hat man sogar versucht, die Lehrveranstaltungen nach diesem System zu organisieren. Ob dieser Versuch erfolgreich war, ist aber ein anderes Thema.

Die ersten Tage an der Humboldt Universität zu Berlin war ich so aufgeregt, dass ich in einer Woche mehr als 15, fast 20 Seminare besucht habe. Dies war zu viel, aber so konnte ich ja eine gute Auswahl treffen und schließlich habe ich mir 3 Seminare und eine Vorlesung, einen Deutschkurs und ein Filmseminar ausgewählt, die ich alle gern besucht habe. Die ersten 2 Wochen waren schwer mit dem Hörverstehen, aber mit jedem Tag fühlte ich, dass es immer besser voran ging. Am Ende des Semesters fühlte ich mich dank der hilfsbereiten Dozenten und Studenten schon wie in der Heimatuni, oder ich würde sagen viel besser als in meiner Heimatuni. Ich war bereit, mein Studium von vorne, aber in Deutschland zu beginnen. Den nächsten Stipendiaten würde ich den Ratschlag geben, sich schon noch vor der Anreise mit dem Vorlesungsverzeichnis, Vorlesungs- und Seminarinhalten ihres Studienfaches etwas bekannt zu machen. Die HU zu Berlin hat ein riesigen Angebot und eine Auswahl zu treffen fällt daher nicht allzu leicht.

Meine Gastfamilie

Es sind nun schon 5 Monate, seitdem ich mit der Familie Schwanke zusammen wohne. Wir haben so viel Schönes zusammen unternommen. Besonders unsere Opern- und Konzertbesuche werden mir immer in Erinnerung bleiben. Mein Gastvater Michael hat für mich immer das Richtige ausgewählt, dank den Gesprächen die wir zusammen über Musik, Geschichte, Religion und über alle möglichen interessanten Themen geführt haben. Er hat für mich die schönsten Opern- und Konzertstücke ausgewählt und mich dazu eingeladen. Somit habe ich immer viel Spaß und Freude gehabt. Für diese Zeit bedanke ich mich herzlich bei ihm, denn er hat immer Zeit für mich gefunden, obwohl er sehr viel arbeitete. Ich meine, wir sind inzwischen sehr gut befreundet. Diese Freundschaft wird noch sehr lange halten und wir werden immer in Kontakt bleiben. Von meiner Gastmutter Gabriele habe ich so vieles gelernt. Sie hatte immer viele Gäste zu Hause und immer viel zu tun. Ich habe sie deshalb immer sehr bewundert, wie sie das alles planen und ausführen konnte. Ich werde die leckeren Speisen, besonders den Kartoffelnsalat von Gabi sehr vermissen.

Es ist einer der größten Vorteile des Copernicus Vereins, dass die Stipendiaten in Gastfamilien untergebracht werden, zumindest ist es in meinem Fall so. Die Familie gibt einem eine der besten Möglichkeiten sich besser zu integrieren und Deutschland zu verstehen.

Copernicaner

Schon am nächsten Tag nach dem langen Behördetag fand unser Treffen mit den Copernicanern statt. Liebe Cops und Stips ich lade sie herzlich zu unserem Plenum ein….Danach erhielten wir alle zwei Wochen eine E-Mail von Diana.

Es ist ein schönes Gefühl immer zu wissen, dass es Leute gibt, die dir immer gerne helfen werden, wenn du Hilfe brauchst. Die Copernicaner waren immer da, wenn ich irgendein Problem hatte und ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Danke an dieser Stelle an die Spender, die die Stipendien ermöglichen. Ich bedanke mich zuallererst bei den Copernicanern für die angenehme, und herzliche Unterstützung. Gastfamilie, Mentor, Praktikum, ehrenamtliches Engagement und alles von jungen Leuten, Studenten organisiert, junge Leute für junge Leute, das sind die wichtigsten Vorteile von Copernicus.

Wir alle 4 Stipendiaten die im SoSe 2012 ihr Praktikum absolviert haben, hatten viele schöne Zeiten miteinander verbracht, aber am schönsten waren die 3 Seminartage in Handeloh, in einer Jugendherberge, nicht weit von Hamburg. Dort haben wir mit den Copernicus Stipendiaten aus Hamburg über zivilgesellschaftlichen Engagement in unseren eigenen Ländern einen Vortrag gehalten, über zivilgesellschaftliche Probleme in unseren Ländern diskutiert und versucht mit Deutschland einen Vergleich zu ziehen. Außer Erfahrungen und Gedankenaustausch während des Seminars, haben wir auch eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht und einen gemeinsamen Länderabend gemacht.

Praktika

Hast du schon ein Praktikum? Wie viele Bewerbungen hast du schon versendet? Guarani und Pia spreche ich einen besonderen Dank aus, die für den Bewerbungsworkshop alles in die Wege geleitet haben. Ich war so froh, als ich die auf diese so oft gestellte Frage endlich mit ja antworten konnte.

Internationales Literaturfestival Berlin

Noch eine schöne Gelegenheit, die uns von Copernicus gegeben wurde, war es ein Praktikum in Deutschland zu absolvieren. Ich habe sowohl zwei Wochen bei dem internationaler Literaturfestival Berlin ein Praktikum gemacht als auch 6 Wochen bei der Konrad Adenauer Stiftung. Beim Literaturfestival Berlin habe ich mein Praktikum in der Abteilung für Pressemitteilungen gemacht. Dort ergab sich für mich die Möglickeit viele neue junge Leute kennenzulernen und ich machte viele Erfahrungen in der Pressearbeit. Wir arbeiteten in einem Team, was die Arbeit attraktiver machte. Viele organisatorische Arbeiten werden beim Literaturfestival Berlin von Freiwilligen gemacht. Die ehrenamtliche Arbeit im Team mit vielen deutschen und internationalen Studenten, die sich alle für Literatur interessieren, fand ich interessant und ich denke, dass jeder von uns dort nicht nur Erfahrungen gesammelt hat, sondern auch viel Spaß hatte.

Konrad Adenauer Stiftung

Ich sitze gerade hier, im Arbeitsraum für Praktikanten, bin etwas früh gekommen und nutze die Zeit um meinen Abschlußbericht zu schreiben. Ich bin hier schon seit 4 Wochen. 4 produktive Wochen, in denen ich mit jedem Tag neue Erkenntnisse gewinne. Ich mache mein Praktikum im Team Europa und mache meine ersten ernsthaften Erfahrungen im Bereich  für internationale Zusammenarbeit.  Ich nutze die Gelegenheit und sammle Material für meine Masterarbeit zum Thema interreligiöser und internationaler Dialog im Südkaukasus. Ich bewundere immer wieder wie hilfsbereit und offen die Mitarbeiter der Konrad Adenauer Stiftung sind. Schon in der ersten Woche oder sogar schon am ersten Tag fühlte ich mich als Teammitglied.

Zurück

In nur einem Monat fahre ich zurück nach Armenien. Dort habe habe ich noch ein ganzes schönes Masterjahr vor mir, Studium, Masterarbeit, Praktikum, Jobsuche, wieder Bewerbungsgespräche. Ich werde wieder im Wartezimmer sitzen wie an dem Tag, als ich die Nachricht von Copernicus gelesen habe, aber jetzt schon motivierter und offener, mit vollem Interesse, Bereitschaft und Hoffnung auf einen erfolgreichen beruflichen Werdegang.

Lilit Ghazaryan

15.09.2012

 

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Abschlussbericht: Ravshan Yormatov (SS 12 – Tadschikistan)

Januar 28th, 2013 by CS
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Was für ein schöner Aufenthalt das war!

Ich heiße Ravshan Yormatov und komme aus Tadschikistan, wo man die strahlend heiße Sonne und die schöne, gebirgige Landschaft sowie jede Jahreszeit richtig genießen und auch, wie in anderen Ländern, eine sehr große Gastfreundlichkeit erleben kann. Ich studiere interkulturelle Kommunikation bzw. Dolmetschen und Übersetzen an der Russisch-Tadschikischen (slawischen) Universität in Duschanbe.

Meine Gasteltern waren Carlos und Esther Thierauch und in den ersten Monaten wohnte ich bei meinen ersten Gasteltern Stephan und Evelin Kubitschek.

Warum ich Deutsch studiere? Weil ich mich für deutsche Technik interessiere. Inzwischen hat sich mein Interesse verstärkt und dies hat mich dazu gebracht Deutsch zu studieren. Nebenbei gehören zu meinen weiteren Interessenfeldern internationale Beziehungen und Sprachen. Wenn man eine andere Sprache sprechen kann, heißt das, dass man eine Hand mehr besitzt. Beherrscht man eine Fremdsprache, so versteht man das Bewusstsein dieses Volkes noch besser, die Kultur noch genauer und erlebt eine neue und interessante Zeit während seines Aufenthalts. Wenn ich über meinen Aufenthalt in Deutschland berichte, fehlen mir die Worte, alles zu beschreiben. Mich haben zwei tolle Gastfamilien während meines Aufenthaltes als ihren Gastsohn aufgenommen. Hierbei habe ich von Anfang bis Ende meines Aufenthaltes viel Neues und Interessantes mit meinen Gasteltern und Freunden erlebt.

Ich mit meinem Gastvater vor einem Schloss in Langenburg.

Ich mit meinem Gastvater vor einem Schloss in Langenburg.

Der erste Tag meines Auslandsstudium an der HU-Berlin

Ich habe in der Zeit das neue deutsche Bildungssystem kennengelernt, das sich von dem Tadschikischen unterscheidet. In Berlin durfte ich all meine Fächer frei wählen und die Seminare besuchen, die für mich anspruchsvoll bzw. neu waren. Ich habe vieles von meinem Plan erreicht, den ich mir vor meiner Anreise hatte.

Manchmal habe ich mich gefragt, ob ich alles in den Seminaren verstehen würde. Nein, ich habe nicht alles verstanden. Man muss sich viel Mühe geben, um alles verstehen zu können. Es ist schwierig, weil alle Menschen anders denken, unterschiedliche Vorstellungen haben und andere Weltanschauungen haben.

Copernicus

Copernicus ist für mich, im Unterschied zu anderen Stipendien, ein vollkommenes Stipendium. Dich empfangen keine fremden Leute, sondern deine Gasteltern und Freunde, die immer an deiner Seite stehen, wenn du Hilfe benötigst. In meiner Freizeit führten wir Gespräche mit meinen Gasteltern. Da wir viel über die Politik diskutiert haben, konnte ich meine Sprachkenntnisse in kurzer Zeit verbessern, was für mich ein wichtiger Punkt war.

Ein schöner Blick auf Berlin.

Ein schöner Blick auf Berlin.

Ich hatte Glück mit meinem Aufenthalt in der Hauptstadt Berlin, da Berlin sehr groß, schön und multikulturell ist.

Meine Gasteltern haben mich über die deutsche Kultur aufgeklärt. Sie haben mir erklärt wie man sich benehmen soll, z. B. dass man seine Freunde oder diejenigen, mit denen man zusammen wohnt, duzt. Sie zeigten mir auch die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin, sowie die umfangreiche und gute Strukturierung der Straßennetze.

Dank Guarani besuchten wir viele interessante Konferenzen, die für uns besonders informativ waren.

Ich erlebte auch auf meiner Reise mit meinen Gasteltern nach Hohenlohe sehr viele Dialekte, besichtigte typisch deutsche Fachwerkhäuser und sah zahlreiche deutsche Naturlandschaften, die ich besonders schön fand.

Als wir in Rotenburg waren.

Mein Praktikum

Ein wichtiger Punkt meines Aufenthaltes war das Praktikum. Ich rate den kommenden Stipendiaten, dass sie sich rechtzeitig für einen Praktikumsplatz bewerben und sich erkundigen, weil viele Praktikumsgeber keine Plätze für den kurzen Aufenthalt anbieten. Sucht einen Praktikumsbetrieb, der euch besonders interessiert. Dank meines Gastvaters Stephan konnte ich meinen Praktikumsplatz in einem technischen Unternehmen absolvieren. Es war für mich ein vollkommen neues Gebiet und entsprach meinem Interessenfeld. Ich war in vielen Bereichen beschäftigt, v. a. im Bereich Technik, wofür ich mich besonderes interessiere. Alle Mitarbeiter und Freunde waren mir gegenüber sehr offen, herzlich und hilfsbereit, mir etwas Neues beizubringen. Ich fühlte mich als Teil des Unternehmens, da meine Kollegen mich immer unterstützt haben, wenn mir mal ein Fehler unterlaufen ist. Wer Spaß an der Arbeit hat, überträgt dies das aufs ganze Team. Man muss seine Arbeit von Herzen machen und wird es sich lohnen.

Von der Stirne heiß

Rinnen muss der Schweiß,

Soll das Werk den Meister loben,

Doch der Segen kommt von oben.

Friedrich Schiller

Während meines Aufenthaltes lernte ich viele Freunde kennen, die ich in Berlin, Bonn, Düsseldorf, München und Wuppertal besuchen kann. Außerdem traf ich meine Freunde, die aus anderen Ländern kamen und die ich schon lange vorher kannte. Während meines Deutschkurses habe ich auch Freunde aus der ganzen Welt kennengelernt.

Copernicus Berlin organisiert stets ansprechende Seminare und Länderabende, die für die Stipendiaten eine wesentliche Rolle spielen. Es war für mich nicht so einfach vor einem großem Publikum Vorträge zu halten. Während des Austauschsemesters lernt man viel Wichtiges, das man für die Zukunft sehr benötigt. Ich habe hier viele Erfahrungen für mein berufliches und zukünftiges Leben sammeln können und bedanke mich bei meinen Gasteltern und allen Cops, dass sie immer dabei waren und ich werde das für immer in guter Erinnerung behalten.

Auf ein baldiges Wiedersehen liebe Freunde aus Berlin und dem Land der Ideen – Deutschland!

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Abschlussbericht: Radek Wasilewski (SS 12 – Polen)

Januar 18th, 2013 by CS
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Als mich Guarani von Copernicus-Berlin angerufen hat, mir mitzuteilen, dass ich als Stipendiat für das Sommersemester 2012 ausgewählt worden bin, konnte ich nicht daran glauben!  „Habe ich wirklich ein Stipendium bekommen? Fahre ich nach Berlin und werde an der HU studieren?! Das kann aber nicht wahr sein!“ , das habe ich am Anfang gedacht. Ich habe das erst richtig gefühlt als ich eine E-Mail von meinen zukünftigen Gasteltern (Irene und Siegfried Bürk) bekommen habe. So hat mein Berlin-Abenteuer mit Copernicus angefangen! Die ganzen 6 Monaten in der Hauptstadt Deutschlands!

Aller Anfang ist schwer…

Am 1. April bin ich nach Berlin gekommen (aber glücklicherweise war mein Stipendium kein Aprilscherz!:)) und am Berliner Hauptbahnhof bin ich von meinem Tutor Lars abgeholt worden. Dann sind wir zusammen zu meiner Gastfamilie nach Zehlendorf gefahren.

Berlin-Zehlendorf ist ein sehr grünes und reizvolles Stadtviertel, das ganz unter Denkmalschutz steht. Hier kann man im Sommer gut in einem von zahlreichen Seen baden. Wenn man Ruhe und Natur schätzt, wäre Zehlendorf der beste Wohnort, den man sich denken kann! In Szczecin (meine Heimatstadt in Polen) wohne ich am Stadtrand in der Nähe von einem großen Wald, wo ich gerne spazieren gehe. Weil ich den Umgang mit der Natur liebe, hat mich Zehlendorf von Anfang an beeindruckt und durch seine Schönheit bezaubert.

Am 2. Tag meines Aufenthalts habe ich mich mit den anderen Stipendiaten getroffen (Marta und Lilit; Ravshan kam leider eine Woche später). Das war sozusagen der „Formalitätstag“, weil wir da viel zu erledigen hatten (Immatrikulation an der HU, Anmeldung usw.) – Formulare, Formulare in Hülle und Fülle! Nach diesem Tag war ich formell stolzer Student der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin!

Voller Bauch studiert nicht gerne…

Dieser Ausspruch ist sicher dem Studentenwerk Berlin ans Herz gewachsen! Hätte ich in der Mensa Süd die ganze Zeit essen müssen, wäre ich verhungert. Meiner Meinung nach bietet die Mensa Süd kein leckeres Essen an. Ich hatte viel Glück, dass meine Fakultät im Zentrum Berlins lag und ich immer Zeit hatte, woanders Mittagessen zu gehen.

Marta und ich

Obwohl das Essen in der Mensa mir nicht geschmeckt hat, hat mir das Studium an der HU sehr gut gefallen. An meiner Fakultät (Juristische Fakultät) gab es viele verschiedener interessante Veranstaltungen (z.B. Einführung in die Rechtsvergleichung, Antidiskriminierungsrecht), die man in Polen (zumindest an meiner Heimatuni) überhaupt nicht besuchen kann.

Normalerweise müssen Stipendiaten von Copernicus nur zwei Fächer ihrer Wahl besuchen. Das war bei mir nicht der Fall, weil ich mein Studium etwas modifiziert habe. Ich habe mich um das einsemestrige Zertifikatsstudium „Grundkenntnisse im deutschen Recht“ an der HU beworben und eine Zusage bekommen. Deswegen musste ich einen Grundkurs (Vorlesung, Arbeitsgruppe, Tutorium), ein Seminar und eine Veranstaltung nach Wahl besuchen.

Neben den Pflichtveranstaltungen an meiner Fakultät musste ich noch an einem Deutschkurs im Sprachenzentrum der HU teilnehmen. Obwohl ich nur einen besuchen musste, habe ich mich für drei entschieden! Das Angebot des Sprachenzentrums war reich und total interessant. Ich habe z.B. den Kurs Stilistische Übungen oder Arbeit am allgemeinen Wortschatz besucht. Die Teilnahme an diesen Kursen ist nur zu empfehlen!

So vergingen die Tage … und alle Veranstaltungen waren vorbei.

Am 19. Juli habe ich meine letzte Prüfung abgelegt und dadurch mein Studium an der HU beendet. Zwischen dem Studium in Polen und in Deutschland bestehen viel Unterschiede. Ich kann aber nicht entscheiden, welches Land das bessere Lehrsystem hat.

Fast wie „Zuhause“

Die Stipendiaten von Copernicus wohnen grundsätzlich bei deutschen Gastfamilien. Wie schon erwähnt, wohnte ich im südwestlichen Bezirk Berlins: in Zehlendorf. Hier lebt seit Jahren meine liebe Gastfamilie Bürk, Irene und Siegfried.

Bei fremden Leuten zu wohnen war am Anfang eine ganz neue Erfahrung,… Ich wusste nicht, ob alles klappt, ob wir uns gut verstehen, ob sich große Probleme ergeben. Mein Angst ist aber plötzlich verschwunden, da sie total unbegründet war!

Mitte April habe ich Geburtstag „gefeiert“. Das war Anfang des Semesters und ich habe damals keine neuen Freunde kennengelernt. Meine Gasteltern haben aber für mich eine Überraschung vorbereitet! Als ich früh am Morgen zum Frühstuck kam, hörte ich Musik. Meine Gasteltern haben mir zum Geburtstag gratuliert und ein praktisches Geschenk (Reiseführer für Berlin) gegeben. Irene hatte auch einen leckeren Preiselbeerenkuchen gebacken!

Meine Gasteltern, Marta, Lilit und ich (v.l.n.r.)

Meine Gasteltern, Marta, Lilit und ich (v.l.n.r.)

 

Wie viel ich meiner Gastfamilie verdanke, ist schwer zu beschreiben. Sie haben sich immer richtig darum gekümmert, dass ich mich bei ihnen ganz wohl fühle. Die Zeit, die ich mit Irene und Siegfried verbracht habe, ist kostbar. Sie waren immer sehr lieb und hilfsbereit. Fast jeden Tag haben wir zusammen gefrühstückt und uns miteinander über alles Mögliche unterhalten!

Das war aber nicht alles, weil ich noch ihre Tochter und zwei Enkelinnen kennen gelernt habe, als sie zu Besuch gekommen sind.

Ich freue mich, dass ich bei Irene und Siegfried gewohnt und sie kennen gelernt habe. Das war eine sehr schöne Zeit, die ich nie vergessen werde!

Studium, Studium… und Praktikum?

Als Stipendiat bei Copernicus musste ich ein sechs- bis achtwöchiges Praktikum absolvieren. Einen Platz für 4 Wochen habe ich in der polnischen Botschaft in Berlin gefunden. Das war aber zu kurz und musste noch etwas suchen. Hier musste ich mich leider mit einigen Problemen auseinandersetzen… Ich habe meine Bewerbung an viele Kanzleien geschickt, aber keine Antwort bekommen. Meine Gasteltern wollten mir auch dabei helfen, weil sie Juristen in der Familie haben… aber das hat nicht geklappt.

Als ich schon fast aufgegeben hatte, habe ich eine E-Mail vom Ministerium der Justiz in Potsdam bekommen! Da konnte ich ein dreiwöchiges Praktikum absolvieren!

Im Ministerium war ich Praktikant in der Abteilung für Verfassungs-, Völker- und Europarecht. Mir hat es dort sehr gefallen, weil ich anspruchsvolle Aufgaben bekommen habe. Während des Praktikums habe ich viel recherchiert, gelesen, geredet und geschrieben… und dadurch noch mehr gelernt. Am letzten Tag habe ich von dem Leiter meiner Abteilung ein Abschiedsgeschenk bekommen nämlich die Verfassung des Landes Brandenburg (Auflage sowohl in deutscher als in polnischer Sprache) und ein paar anderer Broschüren. Dank dieses Praktikums habe ich nicht nur meine juristische Kenntnisse in der Praxis genutzt sondern auch mein Deutsch verbessert.

Jedes Ding hat (leider) ein Ende

Mein Semester ist schon vorbei. Ich sitze und schreibe diesen Abschlussbericht… Erst jetzt sehe ich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich habe ganze 6 Monate in Berlin verbracht aber es war doch so kurz. Ich kann mich an jeden einzelnen Tag erinnern…

Berlin wurde meine zweite (eigentlich dritte) Heimat. Wieso?

In Berlin als Stadt bin ich nicht verliebt, weil ich die kleineren Städtchen schöner finde. Was Berlin so besonders macht, sind die Leute, die ich hier kennen gelernt habe. Alle Copernicaner, meine lieben Gasteltern, die anderen Stipendiaten (Marta, Lilit und Ravshan) und viele weitere, mit denen ich studiert oder einfach meine Zeit verbracht habe. Ohne diese Leute wäre mein Aufenthalt in Berlin nicht so toll gewesen, wie er war.

Ob ich in der Zukunft nach Deutschland zurückkehre, weiß ich noch nicht. Das Stipendium von Copernicus hat mir aber ermöglicht, ein Semester in Deutschland zu verbringen und zu erfahren, wie man in Deutschland lebt und studiert. Das war eine besonders wertvolle Erfahrung.

Ich habe diesen Teil meines Berichts „Jedes Ding hat (leider) ein Ende“ betitelt… mein Bericht muss nämlich auch ein Ende haben, das bald kommt. Bevor ich aber meinen Aufsatz beende, möchte ich mich bei einigen Personen herzlich bedanken!

Dem Professor Sigram Schindler, dass er meinen Aufenthalt gesponsert hat.

Allen Copernicaner, dass sie das Stipendium organisiert haben und mich ausgewählt haben.

Meinen Gasteltern Irene und Siegfried, dass sie einfach an jedem Tag bei mir waren!

Den anderen Stipendiaten… dieses Semester wäre ohne euch nicht so unvergesslich gewesen!

Seminar in Hangeloh, Copernicus Berlin und Hamburg zusammen

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Abschlussbericht: Marta Cichecka (SS 12 – Polen)

Januar 18th, 2013 by CS
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Die Zeit vergeht so schnell. Mein Aufenthalt in Berlin geht schon zu Ende. Bald muss ich Abschied von den Menschen nehmen, die ich innerhalb dieser Zeit in mein Herz geschlossen habe. Auch die Stadt Berlin hat mich sehr positiv beeindruckt. Ich werde mich immer an diese schöne Zeit erinnern.

Wie ich das Stipendium bekommen habe

Eines Tages habe ich zufällig auf der Homepage meiner Technischen Universität Informationen über ein Stipendium für Naturwissenschaftler (Physik, Mathematik) und Juristen aus Polen gefunden. Ich habe sofort gedacht: “Das ist was für mich.”, weil ich Mathematik studiere und aus Polen komme. Aber in diesem Moment kam mir auch der Gedanke: “Es gibt keine Chance,  ich bekomme kein Stipendium.” Ich hatte hoffnungslose Gedanken, aber trotzdem habe ich mich dafür entschieden meine Unterlagen abzuschicken. Nach ein Paar Wochen habe ich die Nachricht bekommen, dass ich zum engeren Bewerberkreis ausgewählt worden bin. Der nächste und letzte Schritt war ein Telefongespräch.  Ich hatte Angst, dass ich nichts verstehe, weil es ziemlich laut auf meiner Etage im Studentenwohnheim war. Endlich kam der Anruf. Das Gespräch  ist nicht so schlimm gelaufen, aber ich hatte weiterhin hoffnungslose Gedanken in meinem Kopf, z.B.: “keine Chance.” Am 31. Oktober genau um  23 Uhr hat mein Telefon geklingelt. Ich habe nur folgende Worte gehört “Ich habe gute Nachrichten für Sie. Sie haben ein Stipendium. Herzlichen Glückwünschen!” Ich war sprachlos, ich wusste nicht, was ich antworten soll. Nach diesem Gespräch habe ich noch einige Zeit benötigt, um diese Nachricht wahrzunehmen. Während der ganzen Zeit habe ich nicht geglaubt, dass ich eine Chance auf ein Stipendium habe. Ich habe dann die Tage bis zu meiner Abreise gezählt.

Mein Leben in Berlin

Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor

Ich habe meine Fahrkarte nach Berlin ein paar Tage vor der Abreise gekauft. Am Sonntag, den 01.04.2012, war es soweit. Ich habe mein Haus um 10 Uhr verlassen und bin mit dem Auto zum Bahnhof in Konin gefahren. In Konin habe ich mich von meiner Familie verabschiedet und bin in den Zug Richtung Berlin Hauptbahnhof eingestiegen. Ich saß im Zug. Ich habe mit meinen Gedanken gespielt. Alles war letztendlich neu, nicht nur die Sprache, die ich schon in der Schule gelernt habe, sondern auch die Umgebung, Menschen und meine neue Gastfamilie. Kurz nach 15 Uhr bin ich in Berlin eingetroffen. Auf dem Bahnhof waren sehr viele Leute und ich musste eine Person von Copernicus finden. Nach 10 Minuten hat mich Anna begrüßt und zu meiner neuen Familie gebracht.

Gasteltern
Nach 5 Stunden meiner Reise war ich in Berlin und die Stadt und das Land waren fremd für mich. Es hat sich herausgestellt, dass ich in Blankenfelde wohnen werde, nicht in Berlin, wie ich ursprünglich gedacht habe. Meine neue Gastfamilie hat mich sehr herzlich in meinem neuen Zuhause begrüßt. Dank Pia und Harald habe ich mich in Berlin sehr gut gefühlt, ich war ein Teil der Familie. Ich konnte meine Sprachkenntnisse verbessern, die deutsche Kultur besser kennenlernen. Obwohl Pia und Harald berufstätig waren, haben sie immer versucht, sich Zeit zu nehmen um mit mir zu sprechen. Abends haben wir zusammen gekocht und  danach miteinander gequatscht. Samstags oder Sonntags wurden verschiedene Ausflüge organisiert, damit ich Berlin und die Umgebung besser  kennenlerne. Beide haben sich bemüht, meine Zeit in Berlin interessant zu gestalten. Auch die Katze der Familie- Tiger- habe ich in mein Herz geschlossen. Tiger war der Liebling der ganzen Familie. Das Leben mit meinen Gasteltern war ein tolles Erlebnis.

Meiner Meinung nach ist der Aufenthalt bei einer deutschen Familie eine tolle Möglichkeit die deutsche Kultur zu erkunden und die deutsche Sprache besser zu beherrschen. Man lernt aber auch andere Studenten aus der ganzen Welt kennen, die auch an dem Stipendium von Copernicus teilnehmen. Ich werde Copernicus und meiner neuen Familie für diese schöne Zeit immer dankbar sein.

Studium

Die Immatrikulation an der Humboldt Universität ging schnell. Am gleichen Tag hatte ich mein Semesterticket und meinen neuen Studentenausweis in der Hand. Ich musste mich für die Kurse entscheiden, die ich in diesem halben Jahr besuchen möchte. Zusätzlich hatte ich auch den Deutschkurs. Meine Fakultät befand sich auf dem Campus Adlershof. Andere Stipendiaten haben ihre Vorlesungen in Berlin Mitte. Am ersten Tag war ich sehr erschrocken, denn meine Vorlesungen und Übungen waren auf Englisch. Englisch ist nicht meine Stärke, deshalb habe ich mir viele Sorgen gemacht. Einerseits war es schön, neue Kommilitonen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Andererseits hatte ich auf einmal 6 Stunden in der Woche auf Englisch. Das Studium an der HU ist ganz anders als in Polen. In Polen kann ich keine Vorlesungen, die mich interessieren, auswählen. Am Anfang jedes Semesters in Polen bekomme ich einen Plan. Außerdem muss ich ganz viel lernen, denn es kann sein, dass ich während der Übungen von dem Professor abgefragt werde. Am Ende des Semesters in Polen schreibe ich eine Klausur. An der HU war es anders. Im Laufe des Semesters habe ich festgestellt, dass die Studenten an den Vorlesungen und Seminaren nicht teilnehmen müssen. Es gab keine Anwesenheitsliste, die wir unterschreiben mussten. Wir waren aber verpflichtet, jeden Donnerstag eine Aufgabe abzugeben, die dann von dem Professor benotet wurde. Wenn man eine bestimmte Anzahl der Punkte erreicht hatte, konnte man die Prüfung am Ende des Semesters schreiben. Die Zeit ist schnell vergangen. Nach 3 Monaten war das Semester  schon vorbei. Mitte August hatte ich noch eine mündliche Prüfung. Ich habe alles bestanden und war sehr froh. Ich kann jetzt sicher sagen, dass mir das Studieren in Berlin viel Spaß gemacht hat.

Praktikum

Die Suche nach einem Praktikumsplatz hat bei mir sehr lange gedauert. Ich habe an einem speziellen Workshop teilgenommen, der mir helfen sollte, eine gute Bewerbung zu schreiben. Bei der Auswahl der entsprechenden Institution habe ich mein Studium berücksichtigt. Ich habe mich um einen Praktikumsplatz in vielen Unternehmern und Banken beworben. Leider wurde meine Bewerbung nicht immer wahrgenommen. Eines Tages habe ich in meinem Postfach eine positive Antwort von dem Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg in Potsdam erhalten. Ich habe mich sofort dafür entschieden und nicht weitergesucht. Im Finanzministerium habe ich die Arbeitsweise von vielen Abteilugen beobachtet. Ich habe nicht nur viel gelernt, sondern auch nette Menschen getroffen, die mir immer gerne geholfen haben. Ich war erstaunt, dass die Leute aus meiner Abteilung sich sofort meinen Namen gemerkt haben. Ich habe auch ein eigenes Büro bekommen. Auch viele Arbeitsgeräte wie der Computer oder Kopierer standen mir zur Verfügung. Die Atmosphäre im Finanzamt empfand ich als sehr nett und kollegial. Ich glaube, dass dieses Praktikum für meine Karriere sehr wichtig ist , gerade bei der Arbeitssuche in Polen.

Leute

Mein Stipendium ist Teil des “Sonderprogramms Polen”. Am Ende meines Aufenthalts in Berlin hatten Radek und ich die Möglichkeit uns mit   Prof. Schindler, der unser Stipendium finanziert hat, zu treffen. Der Professor ist ein großzügiger Mensch. Er hilft jungen Menschen ins Ausland zu gehen, damit sie sich weiterentwickeln. Der Professor gibt den polnischen Studenten, die Mathematik, Physik und Jura studieren, die Möglichkeit Deutschland, die deutsche Sprache und Kultur besser kennenzulernen. Ich bin eine von vielen, die ihren Aufenthalt in Deutschland dem Professor verdanken.

In diesem halben Jahr habe ich interessante Menschen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft. Als Gruppe haben wir immer zusammengehalten. Wir haben alleine verschiedene Ausflüge organisiert, Berlin zu Fuß besichtigt. Jeder Tag war ein besonderer Tag, den ich nie vergesse. Zusammen mit der Gruppe aus Hamburg habe ich an dem Seminar, das Teil vom Copernicus-Programm, ist teilgenommen.

Der Schwerpunkt lag auf der Entwicklung der Zivilgesellschaft in Osteuropa und Asien. Jeder Stipendiat hat die aktuelle Situation seines Landes vorgestellt. Ich habe das zusammen mit den Studenten aus Polen gemacht.

Ich habe in Berlin viele Freunde gefunden. Zusammen mit Lilit, Radek und Ravshan kennen wir Berlin wie unsere eigene Stadt. Mit Lilit und Radek bin ich nach Barcelona geflogen. Das war mein erster Flug und ich bin froh, dass meine Freunde dabei waren.

 

Copernicus hat mir diese schönen Momente ermöglicht. Ich konnte mich immer auf meine Leute von Copernicus verlassen. Mein Mentor kümmerte sich um mich und er fragte mich immer: „Wie geht es dir? Ist alles gut?”. Die Leute der Organisation waren sehr hilfsbereit. Zusammen haben wir verschiedene Feste organisiert wie das Sommerfest im Mauerpark, das Bergfest und jetzt das Abschlussfest.

Die Stadt Berlin hat mich beeindruckt. Ich war schon in Berlin, aber nie habe ich so viel gesehen wie innerhalb dieses Jahres. Jetzt kenne ich fast jede Ecke in Berlin, jede U-Bahn Linie, fast alle Sehenswürdigkeiten, auch die, die ich selbst entdeckt habe, oder die, die für viele keine Sehenswürdigkeiten sind. Das waren die schönsten Momente meines Lebens. Ich freue mich, dass ich damals meine Unterlagen abgeschickt habe und dieses Risiko eingegangen bin. Es hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt.

An dieser Stellte möchte ich mich dafür bedanken.

„Dziękuję“ – auf Deutsch „Dankeschön“

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Abschlussbericht: Tatsiana Bychkouskaya (WS 11/12 – Weißrussland)

August 23rd, 2012 by Juliana
Respond

Ich habe mir wirklich nicht denken können, dass es nach einem halben Jahr so schwer fällt, alle Gedanken zusammenzufassen und diese in einem Schreiben vollständig auszudrücken. Aber noch schwerer ist es, auf diese schönen Zeiten zurückzublicken. Auf die Zeiten, die mich persönlich einen Schritt weitergebracht haben und die ich sehr sorgsam in meinem Gedächtnis für eine lange Zeit behalte. Dieses Schreiben sollte mir jetzt helfen, für mich persönlich zu realisieren, dass das Kapitel «Copernicus» in meinem Leben fast durch ist.

Es lebe Berlin!

Der vom Minsker Hauptbahnhof losfahrende Zug und meine auf dem Gleis stehen gebliebenen Freunde, die sich mit jeder Sekunde weiter von mir entfernten, haben mir zu verstehen gegeben, dass mir ein komlett neuer Lebensabschnitt bevorsteht. Sogar heute, nach einem halben Jahr, erinnere ich mich in jedem kleinen Detail an meine ersten Stunden in Berlin. 9 Uhr morgens am Bahnhof angekommen, aus dem Zug ausgestiegen. Das Wetter hat gut mitgemacht und mich herzlich begrüßt mit 25 Grad (Anfang Oktober!). Ich stand am Gleis mit zwei Koffern, total verplant und natürlich gespannt darauf, was kommt.
Seit der ersten Minute fand ich Berlin besonders. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die für mich persönlich diese Stadt ausmachen, obwohl es im Grunde genommen eine ganz normale Großstadt ist. Schon aus den Zugfenstern konnte man sehen, dass Berlin ganz viele Kontraste in sich trägt, die nicht nur mit der Geschichte der Stadt zusammenhängen. Durch Platten sind in manchen Gegenden die DDR-Zeiten noch zu erkennen; das Moderne hängt eng mit dem Alten und Klassischen zusammen und das Wahrzeichen Berlins, der alte Alex, guckt auf dich herab, egal wo du gerade bist. Straßenkünstler, besetzte Häuser, Graffitis machen diese Stadt lebendig und vielseitig; ständig ausfallende S-Bahnen und BVG-Pendelverkehr machen diese Stadt chaotisch; an dir vorbeilaufende Leute, alle verschieden, machen diese Stadt besonders.

Man muss nicht immer planen, was man tagsüber und abends macht – einfach los, es findet sich schon was. Wenn das Wetter es zulässt (deswegen beneide ich schon jetzt die StipendiatInnen für das Sommersemester!), kann man einfach auf einer schönen Wiese liegen und sich mit den Freunden unterhalten. Oder spontan in ein besetztes Haus reingehen, wo ein niederländischer Künstler eine Ausstellung über Belarus macht. Berlin bietet so viele Möglichkeiten an und man darf sich diese auf keinen Fall entgehen lassen.

Ich habe es jetzt wirklich schwer, darüber zu schreiben. Ausgerechnet an diesem Teil meines Abschlussberichtes sitze ich draußen, die Sonne blickt heraus und der Frühling klopft mit voller Kraft an die Tür. Der Satz stimmt wohl – Berlin, du bist so wunderschön!

Tipp für künftige Stipendiaten: mehr Initiative ergreifen.  Ich würde empfehlen, sich an einigen Verteilerlisten zu beteiligen (z. B. Copernicus, Uni), Gruppen auf Facebook zu suchen (z. B. ERASMUS Berlin) und Mentoren, Gastfamilien und aktive Copernicaner zu fragen, um einfach Bescheid zu wissen, was man machen kann. Mit der Zeit kommt das von alleine, aber am Anfang weiß man nicht richtig, womit man anfangen muss.

Die Gasttochter: pflegeleicht

Die deutsche Sprache ist doch nicht so reich, um meine Dankbarkeit und Begeisterung für meine Gasteltern (Evelin und Stephan Kubitschek) mit Worten bekleiden zu können. Einfach tolle Leute, die mich ganz herzlich als ihr eigenes Kind aufgenommen haben, die mir vieles von der deutschen Kultur im besten Sinne mitgegeben haben und die eine feste Stütze in schwierigen Zeiten für mich waren.

Um ganz ehrlich zu sein, vor diesem Teil des Programms  hatte ich die größte Angst. Ich bin eher eine selbstständige, spontane und freie Person – oft unterwegs, ungerne zu Hause und ich kann mich spontan entscheiden, irgendwohin zu fahren oder bei einer Freundin zu übernachten. Deswegen habe ich mir noch vor meiner Abfahrt nach Berlin viele Sorgen gemacht, ob meine Gastfamilie es auch nachvollziehen kann und ob ich mein normales Leben hier in Berlin weiterführen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

Nach ein paar Tagen waren die Ängste vorbei. Wir haben uns gut verstanden, obwohl es in den ersten Zeiten noch ein bisschen Abstand gab und ich mich ihnen gegenüber nicht komplett öffnen konnte. Es ist auch verständlich: am  Anfang nimmt man einen fremden Menschen nicht direkt in den Arm. Ich habe ein schönes Zimmer bekommen, mein eigenes Fahrrad und, was für mich am wichtigsten war, ein Gefühl der innerlichen Sicherheit. Es war mir deutlich und klar: zu den beiden kann ich immer kommen und um Hilfe bitten, egal was passiert. Und ich habe mich nicht geirrt – meine Gasteltern waren für mich immer da. Sie haben sich für mich aufrichtig gefreut, wenn etwas gut klappte. Sie waren immer super gute Ansprechpartner, wenn es mir schlecht ging oder wenn ich einen guten Ratschlag brauchte. Diese moralische Unterstützung war das, was mir hier sehr geholfen hat.

Ich habe auch ganz viel vom Alltag einer normalen deutschen Familie mitgekriegt. Das ist ein großer Vorteil am Copernicus-Programm, habe ich während meines Aufenhalts feststellen können. Von Anfang an konnte ich viele für mich neue Sachen entdeken, die auf der ganzen Welt als «typisch deutsch» gelten.  Am ersten Tag, zum Beispiel, gab es schon ein typisches Frühstück mit frischen Brötchen, vielen verschiedenen Aufstrichen und anderen leckeren Sachen dazu. Schnitzel, pürirte Suppen (dank meinem Gastvater weiß ich jetzt Bescheid, wie die leckerste Tomatensuppe aller Zeiten gekocht wird), Aufläufe, Gemüse- und Nudelpfannen – es wurde richtig viel gekocht im Hause.

Meine Gasteltern sind sehr aktive Leute und sind immer in Bewegung, nach dem Motto «immer was machen», habe ich den Eindruck bekommen. Ich durfte immer mit dabei sein. Zusammen haben wir viele schöne Sachen unternommen. Theater und Museen, Ballet und Konzerte, Fahrradtour und gemeinsames Essen (und das ist weit nicht die volle Liste!) haben richtig viel Spaß gemacht. Sie waren auch sehr geduldig (zum Beispiel, als ich Autofahren lernte) und immer hilfsbereit. Vielleicht wiederhole ich mich, aber zu ihnen konnte ich immer kommen, egal was ich brauchte – einen Taschenrechner für meine Prüfung, eine große Packung Kaffee, ein spannendes Buch zum Lesen oder eine Jogging-Hose. Außerdem habe ich es immer gemocht, mich mit Evelin und Stephan zu unterhalten. Sie sind sehr intelligent, lesen viel, verreisen gern und haben immer etwas zu erzählen.

Jetzt kommen auch schöne Erinnerungen hoch, die mit Weihnachten verbunden sind. Ich hatte Glück letztes Jahr und durfte 4 verschiedene Weihnachten in 3 verschiedenen deutschen Städten (Hannover, Leipzig und Berlin) mitfeiern. Am 2. Weihnachtstag waren wir in Berlin bei meinen Gasteltern. Sogar jetzt muss ich lächeln, weil es einfach ein wunderschöner und niedlicher Tag war. Meine «Gastgeschwister» aus verschiedenen Ecken (München, Rom und Berlin) waren auch dabei. Leckeres Essen, Weihnachtsbaum und -schmuck, klassische Bescherung (viele Geschenke!), Activity-Spiele und unendliche Lachanfälle – den ganzen Tag ist innerhalb von einer Minute vergangen. Jedoch bleiben die Erinnerungen, die ich für eine wirklich lange Zeit behalte.

Zusammenfassend: meine Gasteltern sind einfach wunderbar. Hier nutze ich die Möglichkeit und bedanke mich bei Copernicus dafür, dass ich so eine tolle Gastfamilie bekommen habe. Und natürlich bei meinen tollsten Gasteltern, die so viel dazu beigetragen haben, diesen Aufenhalt unvergesslich zu machen. Für künftige Stips: wenn ihr den Namen Familie Kubitschek hört, dann könnt ihr euch aufrichtig freuen – ihr habt Schwein.

Studium

Ein Semester an der Humboldt-Universität zu Berlin hat mich einen riesigen Schritt weitergebracht. Vor allem dadurch, weil das System total anders ist. Auf einmal ist keine Anwesenheitspflicht da, kein Dozent, der dich jedes Seminar stresst und der dich genau überwacht, ob du heute vorbereitet bist oder nicht. In Deutschland haben die Studenten ihren freien Spielraum und jeder kann für sich selbst entscheiden, was er lernt, wie er es lernt und wann er es lernt.

Die Immatrikulation ist schnell gelaufen (mit einigen organisatorischen Schwierigkeiten), und direkt am gleichen Tag hatte ich mein Semesterticket und meinen Studentenausweis. Jetzt konnte ich anfangen, mir Fächer auszusuchen, die ich am liebsten besuchen würde. Ich muss zugeben, diesen Prozess habe ich genossen. Die Kurse auszuwählen und dann seinen Studienplan so aufzustellen, dass sich die Kurse nicht überschneiden, ist eine schwierige Aufgabe. Außerdem habe ich noch 4 Sprachkurse gemacht, die ich mit «normalen» Kursen meines Studiengangs vereinbaren musste. Frei und selbstständig im Studium bin ich auf einmal geworden – spannend und ungewöhnlich.

An die erste Vorlesung erinnere ich mich ziemlich genau. 5 Minuten vor dem Beginn bin ich reingekommen und es gab schon keinen freien Sitzplatz. Zusammen mit anderen Leuten habe ich es mir auf dem Boden gemütlich gemacht und habe mich auch sehr darüber gefreut, weil eine lockere und nicht ofizielle Atmosphere im Raum herrschte. Die Dozenten und Professoren in Deutschland, so zumindest meine Erfahrung, sind am Dialog mit Studenten interessiert. Viele Fragen wurden immer ins Publikum eingeworfen und viele Diskussionen wurden während der Veranstaltungen geführt. Dadurch wird eine kritische Denkweise entwickelt und das halte ich für einen riesigen Vorteil am deutschen Bildungssystem. An meiner Heimatuni hab ich oft den Einduck bekommen, dass Studierende oft alles so hinnehmen, wie sie es von dem Professor hören, ohne etwas zu hinterfragen.

Nach der Vorlesung blieb vieles hängen, wenn man aufgepasst hat. Von der Sprache her war es auch nicht schwer. Natürlich habe ich am Anfang nicht alle Fachbegriffe verstanden, aber nach einer Woche ging es schon wie geschmiert, als hätte ich mein ganzes Leben lang auf Deutsch studiert. Allmählich ist das Studium wirklich zum Alltag geworden und ich habe es nicht mehr als anstrengend oder ungewöhnlich empfunden.  Die Prüfungen waren anders und man musste sich schon ein bisschen anstrengen, weil man keine Liste mit Fragen bekommen hat (wie ich es zu Hause gewöhnt bin). Man musste alles können, was in der Vorlesung oder in der Übung behandelt wurde. Oftmals hatte ich überhaupt keinen Plan, was ich nun lernen muss, weil die Themen so groß und umfangreich waren. Im Großen und Ganzen würde ich das Studium hier als zu anstrengend nicht bezeichnen: alle Kurse sind belegt, Klausuren bestanden, Scheine abgeholt.

Was für mich noch neu und untypisch war, dass fast alles über das Internet läuft. Agnes, moodle waren am Anfang die Worte, mit denen ich nicht viel anfangen konnte. Für die Kurse musste man sich online anmelden, den Leistungsspiegel konnte man auch online sehen, alle Materialien wurden von den Professoren immer hochgeladen und man konnte immer nachschauen, was deine Kommilitonen in der Vorlesung gemacht haben, wenn du in dieser Vorlesung fehltest.

Praktikum

In meiner Bewerbung für das Stipendium habe ich geschrieben, dass ich mein Praktikum gerne in einer Organisation machen würde, die im Bereich Umweltmanagement/Erneuerbare Energien tätig ist. Dank einem aktiven Copernicaner (Guarani), der mir viele Kontakte gegeben hat, habe ich genau das gefunden, was ich mir immer gewünscht habe. Ich habe an einem Projekt «Forum Netzintegration: Erneuerbare Energien» bei der Deutschen Umwelthilfe e. V. mitgearbeitet. Dieser Verein ist vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert und engagiert sich im Bereich Erneuerbare Energien.

Schon beim Vorstellungsgespräch und seit dem ersten Tag waren alle Kollegen sehr nett und hilfsbereit. Das Arbeitsklima war auch perfekt – ich bin immer mit einer guten Stimmung und mit einem guten Gefühl zum Praktikum gegangen. Die Kollegen und der Chef hatten Verständnis dafür, dass ich einen Tag vor der Klausur frei genommen habe oder wenn ich einen Termin hatte. Jeder hat etwas dazu beigetragen, mich ins Thema reinzubringen. Ich durfte auch zu jeder Veranstaltung mitfahren, vor Ort mithelfen und etwas Neues dazu lernen.  So waren wir zum Beispiel in Mehldorf (Schleswig-Holstein), wo wir eine Bürgerveranstaltung durchgeführt haben. Die vom Netzausbau betroffenen Bürger und Netzbetreiber sind auf diese Weise ins Gespräch gekommen. Genau die gleiche Veranstaltung war auch in Brandenburg (Uckermark) organisiert. Ansonsten waren wir mit Kollegen auf der Messe «New Energy» in Husum (Schleswig-Holstein), wo unser Projekt einen Stand hatte und  ich Messedienst mitmachte. Außerdem hatten wir auch vieles in Berlin zu tun – eine ganztägliche Fachtagung, Demonstration «Stoppt Solarausstieg» am Brandenburger Tor  und andere interessante Sachen, wo ich neue Kontakte knüpfen und interessante Leute kennenlernen konnte.

Das Praktikum hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich habe mir eine Übersicht über das Thema verschafft, neue Kontakte geknüpft und natürlich unschätzbare Erfahrungen gesammelt. Jetzt weiß ich aus eigener Erfahrung, wie es ist, in einem anderen Land zu arbeiten.

Copernicus

Der Tag, an dem ich eine Rückmeldung von Copernicus bekommen habe, war ein bisschen komisch. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich nicht wirklich gehofft, dass ich jemals ein Stipendium bekomme. Ich habe meine Bewerbung geschrieben und einfach losgeschickt, um kein schlechtes Gewissen wegen einer unausgenutzten Möglichkeit zu haben. Deswegen konnte ich meinen Augen nicht trauen, als ich in eine engere Auswahl gekommen  bin.

Was ich jetzt im Nachhinein an Copernicus toll finde, dass ich noch vor der Abreise eine feste Unterstützung seitens Copernicus hatte. Diese Unterstützung hatte auch einen Namen – Dominik Teriet (Copernicus Vorstand). Man musste vor dem Semesterbeginn einige organisatorischen Sachen erledigen (wie zum Beispiel Annahmeerklärung oder Studiumantrag). Dominik hat mich online betreut und immer unterstützt, wenn irgendwelche Probleme oder Unklarheiten aufgetreten sind und ist mittlerweile zu einem guten Freund von mir geworden. Das finde ich sehr wichtig, von Anfang an oder sogar früher gewisse Sicherheit zu spüren und zu wissen, dass man dich nicht im Stich lässt.

Wir haben viele Sachen mit Copernicus zusammen unternommen. Es gibt bestimmte Traditionen im Verein, die sorgfältig gepflegt werden. Dazu gehören Plenum, Copernicusseminar, Länderabend, Begrüßungsfest, Weihnachtsfest im Wintersemester, Bergfest, Abschlußfeier und einige anderen. Beim Bergfest, zum Beispiel, haben wir die «Lange Nacht der Museen» in Berlin mitgemacht. Fast alle Museen Berlins hatten bis um 2 Uhr auf und wir haben 6 verschiedene Plätze geschafft.

Anfang Januar haben wir und die Stipendiaten aus Hamburg an einem Seminar in Sachsen-Anhalt zum Thema «Energiepolitik in Osteuropa» teilgenommen. Das Seminar fand in einem Schloss mitten im Wald statt und wir waren wie «abgekapselt von der Außenwelt». Sogar kein Handy-Empfang! Jedoch schöne Gegend, Teamarbeit, Vorträge und unser so genannter «Kulturabend» haben richtig toll geklappt.

Beim Abschlußfest haben wir uns auf den Weg nach Hamburg gemacht, um uns da mit Stipendiaten aus Hamburg zu treffen. Ein paar «Hamburger» haben uns einige Sachen gezeigt, die an touristischen Karten gar nicht angezeichnet sind und die man sehen muss. Dann haben wir uns eine niedliche Kneipe ausgesucht, wo wir uns unterhalten haben und den ganzen Abend lang mit verschiedenen Leuten und auch untereinander gekickert haben. Es mag nicht zu spannend klingen, aber die Emotionen, Schreien, Gewinner und Verlierer haben diesen tollen Abend emotionell mitgestaltet.

Ansonsten beim Alltag ist alles relativ gut gelaufen – Kleinigkeiten und organisatorische Probleme haben sich schnell geklärt. Die Copernicaner, vor allem Vorstand und meine Mentorin, standen mir immer zur Verfügung, wenn ich eine Unterschrift, eine Überweisung oder etwas ähnliches brauchte. Für die Praktikumssuche haben wir auch eine zusätzliche «Mentorin» bekommen – Henriette hat uns genau erklärt, wie alle Unterlagen aussehen müssen, wie man die Leute bzw. Unternehmen am besten anschreibt und was zu einer guten Bewerbung gehört.

Ich möchte noch einen Teil des Copernicus-Stipendiums einzeln eingehen, nähmlich Mentoren. Meine Mentorin Sabrina habe ich noch in Minsk kennengelernt, weil sie direkt vor meiner Abfahrt in Minsk war und von Anfang an haben wir uns super gut verstanden. Sie hat mit mir den Behördentag mitgemacht (Bürgeramt, Bankkonto, Versicherung), mich durch die «Uniwelt» durchgeführt und das ganze Semester lang mich «fleißig» betreut. Sie ist wirklich zu einer sehr guten Freundin von mir geworden, die ich sehr vermissen werde. Wir haben zusammen gekocht, zusammen Sport gemacht, gefeiert oder einfach den ganzen Abend lang gequatscht. Ach, schön waren die Zeiten…

Ein halbes Jahr in einer anderen Welt. Ein halbes Jahr in einer besonderen Stadt. Ein halbes Jahr mit tollen Leuten. Eine tolle Erfahrung für eine bessere Ich!


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Abschlussbericht: Anastiia Iaremenko (WS 11/12 – Ukraine)

August 23rd, 2012 by Juliana
Respond

Womit fange ich meinen Bericht an?
Ich sitze gerade mit diesem Gedanken im Starbucks neben meinem Gasthaus in den Hackeschen Höfen und gucke auf die Straße: Leute gehen zur Arbeit, bunte gelbe Straßenbahnen kommen und fahren jede 4-5 Minuten, der kleine Markt mit verschiedenen Kunstwaren, die Läden mit den exotischen Spezialitäten und schöne Blumen werden ausgerichtet. In zwei Wochen fliege ich zurück in die Ukraine. Das ist ein guter Zeitpunkt, um die Bilanz zu ziehen.

Im Allgemeinen: nach 6 Monaten (ehrlich gesagt, schon nach 5 Monaten) ist mir klar geworden: ich will in Berlin bleiben, ich will in Berlin weiter studieren, obwohl ich schon am Schluss meines Masters in der Ukraine bin.

Und ich glaube, das ist genau das Ziel des Stipendiums: einem die Möglichkeit geben zu sehen, auszuprobieren, inspiriert zu werden und zurück kommen. Der erste und der wichtigste Ratschlag von mir lautet so: habt keine Angst vorm Sprechen in fremden Sprachen, vor unbekannten Menschen, vorm nachfragen und um Hilfe bitten, vorm ausprobieren unbekannter Sachen (außer gefährliche natürlich). Das wird das Leben im Fremden erleichtern und interessanter machen.

Bevor ich die Aspekte des Stipendiums beschreibe, will ich ein bisschen meine Eindrücke von Berlin mitteilen. Ich bin nicht originell, wenn ich sage, dass Berlin eine merkwürdige Stadt ist. Berlin ist eine Stadt der Kontraste. Hier koexistieren die Schönheit und die Hässlichkeit. Hier mischt sich die klassische elegante Kunst mit der modernen und verrückten. Hier gibt es viel Schick, gleichzeitig aber viele Obdachlose. Berlin ist dynamisch, lebendig und vielseitig. Darin befindet sich sein Reiz. Es gibt hier immer was Neues zu entdecken. Allein Museen gibt es in der Stadt mehr als Hundert. Es gibt viele nette Flohmärkte mit alten und manchmal drolligen Sachen und mit verschiedenen Kunstwerken. Berliner Dom, an dem ich fast jeden Tag auf dem Weg zur Uni vorbeigegangen bin, überrascht mich immer noch. Ich habe so ein Glück gehabt, weil ich eigentlich in der Mitte der Stadt wohne und zwar in den Hackeschen Höfen, die sich nicht nur in einem Luxusbezirk befinden, sondern auch eine touristische Sehenswürdigkeit und ein Baudenkmal darstellen. Wie bin ich in dieses Paradies geraten?

Das bringt mich gerade zu einem wichtigen Aspekt des Stipendiums – die Gastfamilie. Copernicus Berlin e.V. ist wahrscheinlich der einzige Verein mit so einem Schwerpunkt. Ich habe das nicht sofort verstanden, aber aktuell kann ich 100% sicher behaupten – es ist ein ganz ganz wichtiger Teil des Stipendiums. Im Unterschied zu den Copernicanern, sind die Gasteltern jeden Tag dabei. Sie unterhalten sich mit dem Stipendiat, helfen ihm/ihr indem, sie eine häusliche und warme Umgebung anbieten. Leider war das bei mir nicht der Fall. Meine Gastfamilie bestand aus einem Gastvater, der 63 Jahre alt ist. Ich kann nicht sagen, dass er mich schlecht behandeln hat. Nein, er war einfach ganz gleichgültig mir gegenüber. Seine Wahl als Gastvater war nicht sehr passend, da selten eine freundliche Beziehung zwischen einem älteren Mann und einer jungen Frau entstehen kann. Ich habe mich aber selbst überzeugt, dass die Suche einer Gastfamilie keine leichte Aufgabe ist. Die Gastfamilie der anderen Stipendiatin, die auch für das Wintersemester 2011-2012 gewählt wurde, waren im Gegensatz ganz nette Leute, die sehr engagiert sind und sich um solche ausländische Kinder wie uns kümmern, gleichzeitig uns auch als Erwachsene behandeln.

Das Studium war eine große Herausforderung für mich. Ich hatte schon 4 Jahre Erfahrung mit dem Studium an der heimischen Universität (Nationale Bergbauuniversität, Fachrichtung Management) und hatte schon vor dem Stipendium den Bachelor abgeschlossen. Nichtsdestoweniger war alles an der Humboldt Universität zu Berlin wie ein erstes Mal. Ich studierte dort BWL
(Betriebswirtschaftslehre) wie auch die zweite Stipendiatin Tatsiana. Das war ein glücklicher Zufall, so dass ich mich am Anfang im Studium nicht allein wie eine Außerirdische fühlte.

Für mich als für ukrainische Studentin war es wie ein Wunder, auf einer Internetseite meinen Zeitplan zu erstellen (Fächer und Termine wählen), ein Besucherkonto in der Bibliothek zu haben, mit dem man jederzeit Bücher im Katalog suchen oder Ausleihezeit verlängern kann. Aber Studiumsorganisation ist kaum eine leichte Sache. Mein zweiter Ratschlag wäre, im FAMOS, ein Fachmentorenprogramm für ausländische Studierende, teilzunehmen [http://www.kustos.hu-berlin.de/famos].
Oder zumindest schon vor Beginn der Vorlesungszeit, die normalerweise im Wintersemester ab Mitte Oktober beginnt, die HU-Internetseite gut zu untersuchen und sich über alle Ordnungen und Services zu erkundigen. Vielleicht genau aufgrund der Automatisierung des Studiumverfahrens ist die Verbindung zwischen Lektor und Studenten ganz unpersönlich, im Vergleich zu der Ukraine. Nichtsdestoweniger sind die Professoren (nur aus meiner eigenen Erfahrung) sehr freundlich und nicht arrogant. Es geht auf die Vorlesungen mehr darum, eigene Kenntnisse mitzuteilen und eine kritische Denkweise bei den Studenten zu entwickeln, als einfach ein Thema aus irgendeinem Buch vorzulesen (wie es an meiner Uni üblich ist).

Was den Ablauf des Studiums betrifft, hatte ich große Schwierigkeiten. Als ich nach Berlin kam, konnte ich nicht alles verstehen, was mir im Alltag auf Deutsch gesagt wurde. Über die Vorlesungen mit einem strikt ökonomischen und finanziellen Wortschatz spreche ich gar nicht mehr. Ich brauchte fast 3 Monate, um mich daran zu gewöhnen und den größten Teil des Vorlesungsmaterials erstmals verstehen zu können. Danach folgten das Bearbeiten und Vormerken und damit weitere Probleme.
Natürlich musste ich solche Vorlesungen abweisen, die zum Beispiel von Amerikanern auf Deutsch gelesen wurden. Aber das ist aufregend: inmitten dieser Internationalität zu studieren. Durch diese Herausforderung habe ich gespürt, dass ich mich entwickeln und meine Horizonte erweitern will.

Mein Praktikum… Das war also die Liebe auf dem ersten Blick und wie in jeder schönen Liebegeschichte war das durch einen Zufall geschehen. Ich war eigentlich lange Zeit auf der Suche nach einem Praktikumsplatz, hatte zwei Bewerbungsgespräche gehabt, eher Pech damit und hatte schon eine kleine Depression.
Gleichzeitig hatte ich für meinen Länderabend gearbereitet, den jeder Stipendiat im Rahmen seines Stipendiums organisiert (darüber ein bisschen später). Die ganze Vorbereitung ist mit ein bisschen Stress verlaufen: der Kuchen wollte sich nicht rechtzeitig fertigbacken und 10 Minuten vor meinem Vortrag erfahren wir, dass ein Kabel für den Beamer fehlt. Das war so ein Moment, wo man ein ganz starkes Gefühl bekommt „Ich will zu meiner Mami (oder einfach nach Hause)“. Aber mit Hilfe von Copernicanern und der Gastfamilie von Tanja (noch ein Vorteil Gastfamilien für Stipendiaten zu organisieren) habe ich alles geschafft. Auf meinem Länderabend habe ich viele Landsleute getroffen, durch einen von ihnen habe ich über eine Russisch-Deutsch-Ukrainische Firma erfahren, die gerne Praktikanten aufnimmt. Infolge einer E-Mail mit meinen Unterlagen und zwei Telefongesprächen habe ich den Platz gekriegt und jetzt gehe ich jeden Tag zum Praktikumsplatz mit großer Freude! Die Firma heißt SILLA GmbH und ist mit Messeorganisation beschäftigt. Seit kurzem entwickelte sich dort ein neues Projekt – ExpoGlobus (spezielle Informationsmodulle, also Software, für Messenveranstalter, -austeller und -besucher). Ich bin sozusagen in diesem dynamischen Entwicklungsprozess einbezogen. Und was mir besonders gefällt, ist natürlich das Arbeitsteam. Oh, dieser Mix aus Ukrainer, Russen und Deutsche, die fast wie eine Familie zusammen wohnen… das finde ich ja toll! Und ich habe vor allem was zu lernen. Mein Deutsch wird leider jetzt langsamer besser oder langsam schlechter, das ist aber der einzige Nachteil meines Praktikums. =)

Und jetzt zu Copernicus… Ich würde noch einen Ratschlag oder eher Aufruf an die zukünftigen Stipendiaten geben: seid engagiert, denkt nicht nur daran, was ihr kriegen könnt, sondern auch was ihr für Copernicus tun könnt!

Copernicus, also sagen wir, alle Ex- und heutige Mitglieder, haben das verwirklicht, dass ein Student aus Osteuropa nicht einfach als Tourist nach Deutschland kommen kann und kurz was sehen, sondern hier leben kann! Das ist schon ein Glück! Der Tag an dem ich eine Zusage von Copernicus e.V. bekommen habe, stellt ohne Übertreibung ein Wendepunkt in meinem Leben dar. Zudem organisiert Copernicus auch eine ständige Unterstützung der Stipendiaten mit der Hilfe von Mentorinnen und Mentoren, die fast immer selber Studenten sind. Inwieweit sich daraus eine gute Beziehung entwickelt, hängt von vielen Aspekten ab. Ich habe hier Glück gehabt, meine Mentorin ist eine ganz nette Person und hilft immer gern. In den ersten Tagenist es sehr wichtig, dass die Mentoren dem Stipendiaten in allen bürokratischen Sachen nahe stehen.
Die Aktivitäten der Copernicaner enden nicht mit der Vergabe des Stipendiums. Mit Hilfe aller Copernianer organisiert der Stipendiat einen Länderabend, wo er/sie das eigene Land mit dem Vortrag zum aktuellen Thema präsentieren kann. Es gibt immer spannende Gespräche während des inoffiziellen Teils mit osteuropäischen Spezialitäten, die vom Stipendiaten vorbereitet wurden.

Zusammen mit dem Vorstand und anderen Copernicanern haben wir ein schönes Seminar zum Thema Energiepolitik in Deutschland und eine ganze Reihe ost- und europäische Ländern in Wendgräben organisiert. Inmitten eines schönen Waldes in einem Schloss haben wir mit den Hamburg Stipendiaten eine tolle Zeit (drei Tage) verbracht. Es gab so viele Tage und Momente, die sich tief in meinem Gedächnis eingeprägt haben. Es waren ziemlich viele erste Male während dieser 6 Monate, die man nie vergisst: erste Reise ins Ausland und gleichzeitig der erste Flug, erste echte deutsche Messe, erste Lange Nacht der Museen, persönliche Begegnung mit dem bekannten deutschen Schauspieler Otto Sander, erstes Filmfestival Berlinale…und noch viele andere =) Ich habe wirklich eine schöne Zeit gehabt und ein wichtiger Grund dafür sind die Leute, die fast immer neben mir waren, immer hilfsbereit, Gutes oder Schlechtes mitzuteilen. Ich bin diesen Leuten auch sehr dankbar, die Copernicus e.V. möglich gemacht haben und die das jetzt weiter führen.

Vielen…nein…riesigen Dank!

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Abschlussbericht: Maria Tandeck (WS 11/12 – Polen)

August 23rd, 2012 by Juliana
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Traurig aber wahr, mein Aufenthalt in Berlin geht schon zu Ende.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich im April nach Berlin kam um an einem einjährigen Stipendienprogramm teilzunehmen. Ich bekam die Chance Stipendiatin der Schindler Stiftung durch die Teilnahme an einem Programm für Juristen und Naturwissenschaftler aus Polen zu werden.

Wohnen in Berlin:
Aber zurück zum Anfang der Geschichte. Der erste Monat war sehr schwer für mich, da ich mir eine WG in Berlin suchen musste und, wie ich schnell feststellen musste, dies war kein einfaches Unterfangen. Ich habe 34 Wohnungen innerhalb von drei Wochen besucht und habe dabei so ziemlich jede Ecke in Berlin gesehen. Es war sehr stressig, aber auch sehr interessant und ebenfalls sehr lehrreich für mich. Endlich, nach 3 Wochen pendeln, bekam ich einen Anruf von einem Geschwisterpaar, das ich sieben Tagen früher besucht habe. Sie wollten, dass ich einziehe! Oh, wie ich mich gefreut habe! Vor allem deswegen, weil ich die beiden auf Anhieb sehr nett fand und ich mir ein Zusammenleben gut vorstellen konnte. Ich habe natürlich sofort zugesagt und endlich wusste ich, wo ich die nächsten Monate meines Lebens leben würde.
Heute weiß ich, dass ich mit meinen Mitbewohnern eine gute Wahl getroffen habe. Ich wohnte zwar bei keiner Gastfamilie, aber trotzdem hatte ich die Möglichkeit die deutsche Kultur und das Leben in einem deutschen Haus kennenzulernen. Sie unterstützen mich und wenn ich ein Problem hatte, konnte ich mich immer an sie wenden. Sie haben mich auch mehrmals zu ihren Familientreffen eingeladen, wo ich noch mehr von der deutschen Kultur kennenlernen konnte.

Erste Wochen:
Noch während ich meine Wohnung gesucht habe, wurde ein Begrüßungsfest für Alischer und mich organisiert. Anwesend waren viele Copernicaner, Alischers Gastfamilie und die Familie von Moers. Dieser Abend war sehr schön; wir konnten uns alle in einer sehr netten Atmosphäre unterhalten und dadurch besser kennenlernen. Es gab in der ersten Woche außerdem noch ein Picknick im Treptower Park, wo wir (Alischer und ich) uns mit drei Copernicanern getroffen haben. Damals hatten wir noch die Möglichkeit die ehemalige Vorstandsvorsitzende Clara Kemme kennenzulernen.

Studieren an der Humboldt Universität:

Studieren an der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin bedeutete für mich eine große Herausforderung, aber auch eine sehr große Chance, denn nicht jeder hat die Möglichkeit an der HU zu studieren. Das Gebäude liegt sehr zentral. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich mich bei meiner erste Vorlesung umgedreht habe: aus dem Fenster konnte man unter anderem den Fernsehturm und den Berliner Dom sehen. Zuerst musste ich Kurse wählen, was nicht einfach war, denn das System an der HU ist nicht sehr übersichtlich. Deswegen ging ich zur Sprechstunde des Fachschaftsrates und mit Hilfe von anderen Studenten habe ich meine Kurse für das erste Semester ausgewählt. Ich habe vier Lehrveranstaltungen besucht: „Vertragsmanagement: Recht, Verhandlung, Gestaltung“, „Europarecht“, „Europäisches Verbraucherrecht“ und „Sachenrecht“. Alle Veranstaltungen waren sehr interessant, aber auch sehr anspruchsvoll, denn alle (außer Sachenrecht) wurden von Studenten im sechsten und achten Semester besucht, während ich erst im vierten war. Diese Lehrveranstaltungen haben mir sehr viel gebracht. Dank vieler praxisbezogener Übungen konnte ich nicht nur theoretische Kenntnisse erwerben, sondern auch praktische Fähigkeiten entwickeln. Ich habe mich auf zwei Rechtsgebiete konzentriert: Zivilrecht und Europarecht. Ich bin mir heute schon sicher, dass Europarecht den Schwerpunkt meines zukünftigen Studiums darstellen wird.
In Rahmen des Seminars „Europarecht“ haben wir eine Seminarreise nach Brüssel und Luxemburg gemacht. Es war ein einmaliges Erlebnis für mich. Diese Reise dauerte zwar nur fünf Tage, trotzdem haben wir fast alle europäischen Institutionen besucht: zuerst den Europäischen Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg, wo wir bei einer Gerichtsverhandlung dabei sein durften und anschließend mit einem Richter und einer Generalsekretärin gesprochen haben. Danach haben wir noch den Europäischen Rechnungshof besucht. Am nächsten Tag sind wir nach Brüssel gefahren, wo wir das Europäische Parlament und die Europäische Kommission gesehen und viele Gespräche mit den Vorsitzenden der EP-Fraktionen, Abgeordneten, Kommissaren und deren Assistenten geführt haben. Am letzten Tag erhielten wir noch die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeit einer der größten und bekanntesten Kanzleien für Kartellrecht in Brüssel („Cleary Gottlieb“) zu werfen. Dank dieser Reise habe ich eine bessere Vorstellung, davon bekommen, wie die Europäische Union funktioniert. Es war zudem eine sehr große Hilfe bei der Klausurvorbereitung.
Im zweiten Semester meines Aufenthalts ging alles viel schneller. Ich habe mich schon mit dem System an der HU vertraut gemacht und habe mich weiterhin für Vorlesungen in Richtung Zivil- und Europäisches Recht entschieden. Ich besuchte folgende Veranstaltungen: „Gesellschaftsrecht“, „Internationales Privatrecht“, „Völkerrecht“, „Volkswirtschaftslehre“ und „Europäisches Ausländerrecht“. Alle Vorlesungen waren sehr interessant, aber auch anspruchsvoll. Klausuren habe ich in den ersten zwei Fächern abgelegt, für das Seminar „Ausländerrecht“ habe ich eine Seminararbeit geschrieben. Was sehr wichtig für mich ist, ich habe in allen Fächern gute Noten bekommen.

Copernicus Verein:
Mit dem Verein trifft man sich oft und das ist auch gut so, weil man sich somit mit dem Verein verbunden fühlt. Alle zwei Wochen findet ein Plenum statt. Dort besprachen wir mit den Copernicanern und dem Vorstand die Planungen und alles, was in den letzten zwei Wochen passiert ist. Es ist sehr wichtig für die Stipendiaten, dass wir solch eine Möglichkeit haben, denn die Copernicaner stehen immer mit Rat und Tat zur Seite. Im letzten Semester hatte ich zwar keinen Mentor mehr, aber bei Fragen konnte ich mich immer an Diana, Dominik oder Guarani wenden. Bis jetzt hat Copernicus viele Herausforderungen an mich gestellt. Es ist sehr gut gefordert zu sein, denn dadurch entwickelt man sich. Außer dem Plenum gibt es zudem noch viele andere Aktivitäten. Im ersten Semester gab es unter anderem: ein Begrüßungsfest und ein Bergfest: es war sehr nett mit Alischer und den Copernicanern wegzugehen und zu Bowlen.

Copernicus Seminare:
1) Sommersemester
Kurz nachdem ich meine letzte Klausur hatte, fand das Copernicus Seminar statt. Das Seminar wurde von Copernicus Hamburg organisiert. So sind wir dann am 12.8. nach Hamburg und einige Stunden später nach Pisselberg gefahren. Das Thema des Seminars war „Demokratische Mitbestimmung“ in unseren Ländern. Auf dem Weg nach Pisselberg haben wir uns Hamburg angeschaut. Anwesend waren vier Stipendiaten aus Hamburg, zwei aus Berlin und einige Copernicaner. Während des Seminars mussten alle Stipendiaten einen 15-minütigen Vortrag über Demokratie in ihrem eigenen Land halten. Es war sehr interessant die Vorträge der anderen Stipendiaten zu hören, denn es hat mir ein Bild des Demokratiezustandes in Aserbaidschan, Rumänien, Ukraine und Usbekistan gegeben. Während des Seminars hatten wir auch die Möglichkeit die anderen Stipendiaten besser kennenzulernen und uns über unsere Erfahrungen auszutauschen. Am letzten Tag sind wir zu einem Fest gefahren. Dieses wurde von einer Initiative organisiert die gegen Atomkraft in Deutschland kämpft. Dort wurde uns viel über Energiepolitik in Deutschland erzählt und die
Problematik der Atomkraftwerke. Es war sehr interessant, vor allem deswegen, weil das als Thema für das Seminar in Wintersemester „Energiepolitik in Osteuropa“ geplant war.
2) Wintersemester
Im Wintersemester hat Copernicus Berlin das Seminar organisiert. Am Anfang des Jahres (13.-15. Januar) haben sich alle Stipendiaten, sowohl aus Berlin als auch aus Hamburg, im Schloss Wendgräben getroffen. Das Seminar wurde zum Thema „Energiepolitik in Osteuropa- Geschichte, Entwicklung, Perspektiven“ durchgeführt. Außer Vorträge der Referentin Dr. Antje Nötzold haben natürlich wieder alle Stipendiaten einen kurzen Bericht über ihre Länder vorbereitet. Da wir alle aus verschiedenen Ländern kommen (Weißrussland, Russland, Ukraine, Rumänien, Tschechien und Polen), gab es anschließend eine sehr interessante und spannende Diskussion unter den Stipendiaten. Durch diese Vielfalt haben wir einen sehr guten Einblick in die Energiepolitik in Mittel-, Ost- und Südeuropa gewonnen. Am Abend fand das normale Programm statt. Es war sehr schön für die Stipendiaten und Copernicaner ihre Freunde aus Hamburg besser kennenzulernen. Es gab auch einen Kulturabend, wo jeder Stipendiat ein kurzes Kulturprogramm aus seinem Land vorbereitet hat. Am zweiten Tag haben wir uns am Nachmittag zuerst eine Fotoausstellung zum Thema Atomkraft angeschaut und nahmen später an einer Exkursion in die Region teil. Das Seminar war sehr interessant und schön. Am Ende haben wir auch entschieden, dass wir als Abschlussfeier die „Hamburger“ besuchen werden. Das ist uns auch gelungen. In der letzten Woche sind wir über das Wochenende nach Hamburg gefahren. Wir haben uns die Stadt angeschaut und uns am Abend mit den Hamburgern getroffen. Das war ein sehr schöner Ausflug. Leider konnten nicht alle Copernicaner aus Berlin mitkommen, deswegen haben wir uns noch mal in einer Bar getroffen, kurz bevor Nastia und Tatjana abreisen mussten.

Länderabend:

Jeder Stipendiat muss einen Länderabend vorbereiten. Mein Thema lautete: „Wird Polen kurz nach der Übernahme der EU-Präsidentschaft seine politische Richtung wechseln? Politische Landschaft und Wahlkampf in Polen vor den parlamentarischen Wahlen am 9.10.2011“. Der Abend war sehr schön, obwohl ich natürlich sehr viel Stress hatte. Man hält letztendlich nicht jeden Tag einen Vortrag zu einem politischen Thema bei einer öffentlichen Veranstaltung. Als Stipendiatin von Copernicus e.V. hatte ich auch die Möglichkeit an Veranstaltungen der Initiative Mittel- und Osteuropa teilzunehmen. Unter anderem habe ich an einem Seminar an der Krim im September 2011 teilgenommen.

Darüber hinaus habe ich zusammen mit Guarani Copernicus an dem Mit-Ost Festival im tschechischen Budweis repräsentiert.

Sonderprogramm, Schindler Stiftung:
Während den letzten beiden Semestern habe ich mich auch mit der Entwicklung eines Stipendienprogramms für Studenten der Jura, Mathematik und Physik aus Polen beschäftigt. Zusammen mit Guarani habe ich unter anderem Werbung vorbereitet und an verschiedene Universitäten, Studentenvereinigungen und Selbstverwaltungen verschickt. Außerdem haben wir uns mit der fachlichen Seite dieses Stipendiums beschäftigt, aus diesem Grund haben wir Kontakt mit den Universitäten in Lódz und in Berlin aufgenommen. Uns ist es dabei gelungen die relevante Zielgruppe zu erreichen, es haben sich einige sehr gute Studenten beworben. Zwei Stipendiaten kommen bald nach Berlin. Ich war für die Kommunikation mit den Bewerbern, sowie für die Betreuung der neuen Calls zuständig. Vor kurzem habe ich zudem die neue Koordinatorin Wilina in das Programm eingeführt. Sie wird es nach meiner Abreise weiter betreuen. Die Zusammenarbeit mit der Schindler Stiftung lief sehr gut. Die Stiftung ist nach wie vor an einer Zusammenarbeit mit Copernicus interessiert. Ich hatte dabei auch die Möglichkeit die Förderer persönlich kennen zu lernen.

Praktikum und Qualifizierung zum EU-Fundraiser:

Ein wesentlicher Punkt des Programms ist ein sechswöchiges Praktikum. Ich habe mich bei verschiedenen Stiftungen, Rechtsanwaltskanzleien und Unternehmen beworben. Nach langer Suche und einigen Vorstellungsgesprächen ist es mir gelungen einen sehr guten Praktikumsplatz bei der „emcra GmbH“ zu bekommen. Allein die Suche empfinde ich als Bereicherung, denn jetzt weiß ich, wie ein Vorstellungsgespräch abläuft, was mir in der Zukunft bestimmt helfen wird.
Das Praktikum habe ich im Bereich EU-Fördermittel und EU-Projektmanagement absolviert. Es war zwar nicht rein juristisch, aber ich bin überzeugt, dass ich mein Wissen in Bereich EUFundraising und im Europarecht sehr gut verbinden und in der Zukunft davon profitieren kann. Mein Praktikum dauerte sechs Monate, von Oktober bis Ende März. Ich habe Teilzeit (3,5/4 Tage) gearbeitet und dabei auch die Möglichkeit bekommen die Qualifizierung zum EU-Fundraiser zu absolvieren. Die Weiterbildung besteht aus fünf Präsenzphasen (jeweils dreitägige Seminare) und zehn Online-Modulen (jeweils eine Woche). Insgesamt dauerte dies sechs Monate und endete mit einer Prüfung im April. Während meines Praktikums habe ich die europäische Förderlandschaft kennengelernt und meine Fähigkeiten und Wissen in Bereich der EU-Projektentwicklung und EU-Antragstellung erweitert. Ich habe auch gelernt, wie man ein europäisches Projekt evaluiert. Außerdem habe ich auch bei einem europäischen Projekt mitgearbeitet: dem GRUNDTVIG Workshop „Lebensdesign 50+“. Meine organisatorischen Fähigkeiten habe ich dabei weiterentwickelt, indem ich bei der Organisation der Weiterbildung und zwei Veranstaltungen (Jahresveranstaltung und das Krisengespräch in der griechischen Kulturstiftung) der EU-Fundraiser Assoziation mitgearbeitet habe. Mit meinem Praktikum bin ich sehr zufrieden. Es war eine sehr große Herausforderung das Praktikum mit meinem Studium und anderen Aufgaben zu vereinbaren, vor allem in der Klausurenphase. Das ist mir jedoch gelungen, worauf ich auch sehr stolz bin.
Das Copernicus Stipendiumprogramm hat mir sehr viel gebracht! Es war eine sehr große Herausforderung in einem fremden Staat zu studieren, zu leben und ein Praktikum zu absolvieren. Ich habe sehr viele Erfahrungen gesammelt, die mir in meinen zukünftigen Leben helfen werden. Ich hatte eine tolle Zeit in Berlin und dank der Copernicaner fühlte ich mich sehr gut betreut! Danke an alle, die sich freiwillig engagieren und dafür sorgen, dass der Verein gut funktioniert und immer neue Stipendiaten nach Berlin einladen kann.

An dieser Stelle vielen Dank für eure Arbeit!

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EINLADUNG ZUM LÄNDERABEND: Aktuelle Probleme des Rentneralters in Polen – Rentenreformen

Juni 12th, 2012 by Diana
Respond

Sehr geehrte Damen und Herren,

Copernicus Berlin e.V. lädt am Mittwoch, dem 20. Juni 2012 um 19.00 Uhr zu einem Länderabend mit dem Thema Aktuelle Probleme des Rentneralters in Polen – Rentenreformen in die Räume der Schwarzkopf-Stiftung in der Sophienstraße 28/29, Berlin Mitte herzlich ein.

Sie werden die Möglichkeit haben, einen interessanten und aktuellen Vortrag zu möglichen Rentenreformen in Polen aus Sicht unserer polnischen Stipendiaten zu erleben.

Aktuelle Probleme des Rentneralters in Polen – Rentenreformen

Sie werden erfahren, warum die Probleme des Rentenalters in Polen einen so aktuellen Charakter haben, welche Argumente für und welche gegen die möglichen Reformen sprechen und welche Meinungen in wirtschaftlichen, juristischen und sozialen Bereichen vertreten werden. Sie bekommen einen Einblick in die Reformen und die einzelnen Projekte. Wie werden die aktuellen Probleme des Rentenalters und die Reformen durch Politiker und Medien dargestellt? Was hält die polnische Bevölkerung von den Reformen? Was ist Ihre Meinung?

Kultureller Austausch und Kulinarisches

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir Sie ein im informellen Rahmen, bei einem kleinen selbst zubereiteten, landestypischen Buffet mit Getränken, mit uns ins Gespräch zu kommen, unsere Stipendiaten und unseren Verein Copernicus Berlin e.V. näher kennen zu lernen und über das Thema zu sprechen. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Arbeit unseres Vereins sind willkommen. Sie können diese Einladung gerne an Freunde und andere Interessierte weiter geben.

Copernicus e.V. – Wer wir sind und was wir machen

Copernicus Berlin e.V. ist ein von Studenten, Absolventen und jungen Berufstätigen getragener gemeinnütziger Verein, der in den elf Jahren seines Bestehens mehr als 75 Studierenden aus 20 Ländern ein Stipendium in Berlin ermöglicht hat. Neben dem Studium an einer deutschen Universität absolvieren die Stipendiaten ein fachbezogenes Praktikum und werden von unseren Mentoren intensiv und persönlich betreut. Das Stipendium wird über Stiftungsgelder, Spenden und Patenschaften finanziert. Einen besonderen Aspekt des Copernicus-Stipendienprogramms stellt die Unterbringung und Verpflegung der Stipendiaten in Berliner Gastfamilien dar. Dadurch wird der kulturelle Austausch auch im privaten Bereich gefördert.

Um die Veranstaltung besser planen zu können, bitten wir Sie freundlich um eine Anmeldung per Email an berlin@copernicus-stipendium.de bis zum 17. Juni 2012. Wenn Sie noch Fragen haben, werden wir sie ebenfalls gern beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Vorstand und PR-Team von Copernicus Berlin e.V.

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#0 Vom Wühlen in Ordnern und Baracken

April 10th, 2012 by Anja
Respond

Im Folgenden mein allererster Blogeintrag, in dem es darum gehen soll, warum ich diesen Blog überhaupt schreibe. Riesenvorteil: Ich kenne Copernicus noch gar nicht. Nur ein paar Mal vom Sehen. Im Folgenden ein interaktiver und rein persönlicher Annäherungsversuch.

Wissen von Copernicus tue ich über die Stiftung GuteTat.de, bei denen man jeden Montagabend in großen Aktenordnern wühlen darf, wenn man sich ehrenamtlich engagieren will. Dann kann man z.B. in der Suppenküche mithelfen oder Nachbarschaftshilfe leisten. Ich habe beim Blättern Copernicus gefunden und fand, dass das sehr gut klingt: Die engagieren sich für internationale Studenten aus Osteuropa und Zentralasien und organisieren Veranstaltungen, machen Mentoring und finden so allgemein Kulturaustausch richtig gut. Finde ich auch alles gut.
Was sie jedoch RICHTIG gut macht, ist, dass Christoph, bei dem man sich melden soll, wenn man da mitmachen will, sogar zurückschreibt! [da lohnt sich das Ausrufezeichen wirklich, denn genau daran ist es bis jetzt immer gescheitert, wenn man anderswo anfragt, ob jemand vielleicht Hilfe braucht – die brauchen anscheinend sogar so viel Hilfe, dass sie einem nicht mal zurückschreiben können]. Christoph hat also zurückgeschrieben. Montags sei immer Treffen, 19 Uhr, alle zwei Wochen. HU – Kommode – vor dem Juristencafé. Aber nicht, weil da der Kuchen so lecker ist (ist er), sondern weil man von dort in den atmosphärischen Barackenteil der juristischen Fakultät gehen kann, wo sich die ‚Cops‘ treffen. Zumindest ein Teil. Der andere Teil steckte in der S-Bahn am Anhalter Bahnhof und kam dann aber nach. Die übliche Vorstellungsrunde. Wer ist wer und macht was. Und so weiter.
Wer wer ist und was macht soll aber den nächsten Blogeinträgen vorbehalten bleiben, wenn ich dann mal Ahnung davon habe. Sicher ist jedenfalls, dass die Leute bei Copernicus nach dem ersten Eindruck sehr empfehlenswert sind. Nach dem Barackenstündchen geht es übrigens immer ins Chagall. Beim letzten Mal habe ich Diana, die Copernicus-Königin übrigens durch Überrumpelung dazu überredet, ein Miniinterview mit mir zu machen. Das dann beim nächsten Mal.

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