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Wie verbringt eigentlich ein Stip Weihnachten in Berlin?

Februar 11th, 2009 by Sascha Walther

von Katarina Illiushchenia – Internationale Beziehungen an der Universität Minsk, Copernicus-Stipendiatin in Berlin aus Minsk

Ich habe mir immer vorgestellt, dass man alle wichtigen Jahresfeste im Familienkreis feiern muss. Kurz vor dem Weinachtsfest 2008 habe ich mich deshalb in Berlin ein bisschen niedergeschlagen gefühlt,weil ich Weihnachten nicht mit meiner Familie verbringen konnte. Aber ich hatte mich ja auch fest dafür entschieden, mit eigenen Augen zu sehen, wie die Deutschen Weihnachten feiern!

Ich fand es schön, dass die Deutschen viel Wert auf die lange, mühsame Vorbereitung zu Weihnachten legen. Ich habe ganz interessiert beobachtet, wie sorgfältig meine Gastmutter „Apfelmännchen“ zum Nikolaustag für ihre kleinen Enkel vorbereitet oder stundenlang einen Adventskranz aus Tannenzweigen gemacht hat. Vier Wochen ist der  Adventskranz  ein König im Hause: man zündet vier Kerzen der Reihe nach an (die erste Kerze – vier Wochen bevor Weihnachten, die zweite – drei Wochen bevor Weihnachten usw.), bewundert ihn, erzählt die mit ihm verbundenen Geschichten.

Weihnachten haben meine Gastfamilie, ihre Verwandten und ich drei Tage gefeiert. Am Abend des 24. Dezember waren wir alle zusammen – klein und groß – in der Kirche bei einem Krippenspiel. Dann war zu Hause die Bescherung: alle hatten schon vorher ihre Geschenke mit Namens-Zettelchen unter den Tannenbaum gelegt. Das war super – unter dem Tannenbaum ein Geschenk mit dem Zettelchen, wo dein Name steht, auszusuchen und zu guter letzt auszupacken! Anschließend, nach der Bescherung, haben wir Würstchen und Kartoffelsalat gegessen.

Am 25. Dezember haben wir einen „Familientag“ gehabt. Ich habe diesen Tag mit meinen Gasteltern verbracht, wir haben viel geredet, viel gelacht, ihre Kinder waren mit ihren Familien da.

Am 26. Dezember kamen alle Verwandten und wir haben Gänsebraten gegessen (s. Foto).

Bei meinem Weihnachtsfest in Berlin habe ich zwei Dinge für mich mitgenommen: Erstens, die Deutschen feiern Erstens, Weinachten viel üppiger als die Belarussen. Die Sache ist vielleicht, dass wir (Orthodoxe) Weihnachten am 7. Januar feiern und man nach dem Feiern vom Neujahr das zweite direkt kommende Fest nicht so stark fühlt.

Zweitens, ich habe mich während Weihnachten in Berlin ganz wohl gefühlt. Dafür danke ich meinen lieben Gasteltern! Vier Wochen vor Weihnachten haben sie mir einen großen Adventskalender mit 24 kurzen Geschichten über die Geburt von Christus  in mein Zimmer gestellt. Jeden Tag las ich eine Geschichte. Zu Weihnachten haben sie mir einen Weihnachtsmannanzug rausgesucht (s. Foto), damit ich auch mal in die Rolle des Weihnachtsmanns schlüpfen konnte! Ich war total glücklich! Und es war ein unvergessliches Weihnachten in Berlin für mich!

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