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Zurückgeblickt: Abschlussbericht von Katarina

April 21st, 2009 by Sascha Walther

Katarina Illiushchenia war Copernicus-Stipendiatin im Wintersemester 2008/2009. In ihrem Abschlussbericht schaut sie auf sechs Monate Copernicus in Berlin zurück:

Am Ende Mai 2008 habe ich eine E-Mail vom internationalen Programm der Aufforderung von Studierenden aus Mittel- und Osteuropa „Copernicus“ bekommen. „“Copernicus Berlin“ hat dich als Stipendiatin für Wintersemester 2008/ 2009 gewählt. Nun freue ich mich, dich nach Berlin einzuladen, “ – schrieb mir aktive Copernicanerin und seit November 2008 die Vorstandvorsitzende von „Copernicus Berlin“ Tetiana Chuvilina.

Diese Nachricht hat mir so viel Freude gebracht! Energisch begann ich, alle Sachen mit meiner Heimatuniversität und mit dem Erhalten der Aufenthaltsgenehmigung zu erledigen.  Parallel habe ich Internet-Seiten der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin durchgeguckt, um die klare Vorstellung über das Studienangebot in meinem Studienfach „Politikwissenschaft. Internationale Beziehungen“ zu bekommen.

Am 30. September 2008 bin ich in Berlin angekommen. Am Bahnhof wurde ich von Ina (eine der netten aktiven Copernicanerinnen) abgeholt. Mir ist es sofort aufgefallen, dass es im Copernicus Berlin alles strikt organisiert ist: Ina hat mir das Programm für die ersten Tage in Berlin und die Stadtkarte gegeben und  mich zum Haus meiner Gasteltern eingeladen.

katja1Das Haus meiner Gasteltern befindet sich in einer schönen Gegend (s. Foto), im Zehlendorf, ganz nah sind der See Krume Lanke und der Schlachtensee.

Von Anfang an waren meine Gasteltern ganz lieb zu mir. Unsere Tradition war, immer zusammen zum Abendbrot zu essen und Tagesthemen zu besprechen. Nicht einmal waren wir alle zusammen beim Klavierkonzert, im Museum; wir haben zusammen schöne Ausflüge zum Glockenturm, Schlachtensee, sogar mit Fahrrädern zur Wintermühle in der naheliegenden kleinen Stadt Ketzin gemacht. Meine Gasteltern haben mich die ganze Zeit unterstützt, ich konnte mich an sie mit allen Fragen, die ich hatte, wenden. Dabei habe ich mich in meiner Gastfamilie frei gefühlt.

Am 1. Oktober 2008 haben wir einen Behördentag gehabt. Dank der professionalen Organisation im Rahmen von  Copernicus haben wir alle notwendigen für den Aufenthalt in Berlin Sachen (Registrierung im Bürgeramt, der Krankenkasse, Kontoöffnung bei der Bank) an einem Tag gemacht. An demselben Tag wurde ich an der Humbold-Universität immatrikuliert.

Die erste Bekanntschaft mit aktiven Copernicanern und weiteren Stipendiaten und ihren Familien fand ein Paar Tage später statt. Nette Atmosphäre, positive Gefühle haben mich noch mal überzeugt, dass ich auf dem richtigen Weg war.

katja2Mit weiteren zwei Stipendiaten des Wintersemesters 2008/ 2009 – Hanna Masjuk und Ivan Samsonau – war ich sehr befreundet, wir haben zusammen viel gemacht: Stadtbesichtigungen, Philharmonie-Besuch, Kaffee-Klatsch…

Eines der wichtigsten Ziele meines Aufenthaltes in Berlin war ein Auslandsemester an der deutschen Universität. Da mein Hauptfach „Internationale Beziehungen“ nur als ein Nebenfach im Angebot der Humboldt-Universität zu Berlin war, habe ich den Status des Nebenhörers im Otto-Suhr-Institut und Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin bekommen.

Im Sprachzentrum der Humboldt-Universität habe ich mir einen Deutsch- und Englischkurs ausgesucht, um das Studieren der Fremdsprachen fortzusetzen. An der Freien Universität habe ich mich entschieden, Kurse aus verschiedenen Studiengängen und Bereichen auszuwählen, um eine gute Möglichkeit zu haben, so genau wie möglich die Studienweise an der deutschen Universität zu erlernen.

Ich habe folgende Kurse an der Freien Universität Berlin besucht: Vorlesung „Einführung in die internationale Beziehungen“ beim Professor Tuschhoff, Proseminar „Einführung in die Konfliktforschung“ bei Frau Monika Heupel, Proseminar „Einführung in die Politik Osteuropas“ bei Frau Julia Gerlach, Vorlesung „Osteuropa als Forschungsgegenstand. Vielfalt der Perspektiven“ bei Frau Julia Metger und Vorlesung „Einführung in die Integrationsforschung“ bei Frau Chathleen Kantner.

Von großem Interesse war für mich die Tätigkeit des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin. Im Institut habe ich zwei Kurse über die Innen- und Außenpolitik der Länder Osteuropas besucht. Mit Vergnügen habe ich festgestellt, dass das Bestreben zum Erlernen der Situation in Osteuropa von der Seite sowie der Forscher und Professoren, als auch Studenten hoch ist.

Am Ende des Semesters habe ich Prüfungen abgelegt und Leistungsscheine erworben.

Im November 2008 hat uns noch ein eingenehmes Ereignis erwartet, nämlich das Seminar für alle Stipendiaten aus Copernicus Berlin, Copernicus Hamburg und Copernicus München in der ostfriesischen Stadt Aurich. Drei Tage haben wir bei der Bekanntschaft, gemeinsamem Besprechen der aktuellen Probleme der Länder Osteuropa, dem Kulturabend, wo jeder einen Teil seiner Kultur in der Form des Liedes, Gedichtes, Tanzes präsentiert hat, zusammengebracht.

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Im Laufe des 6-monatlichen Aufenthaltes in Deutschland haben die Stipendiaten aus Hamburg und München uns („Berliner Stips“)   besucht und wir haben die Stipendiaten aus Hamburg besucht. Das beweist die Tatsache, dass die Völkerfreundschaft eine Realität ist. Für das Wintersemester 2008/ 2009 hat Copernicus Vertreter aus Belarus, Russland, Ukraine, Kasachstan, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Serbien und Mazedonien gesammelt.

katja5Der Höhepunkt meines Aufenthaltes in Berlin war der von mir und Ludmila Asipienka aus dem Deutsch-Russischen Austausch vorbereitete Länderabend zum Thema „Die belarussische Seele in der Literatur, Musik und Tanz“ (s. Foto). Dank Copernicus habe ich eine Möglichkeit bekommen, über die Entwicklung der modernen belarussischen Literatur  zu sprechen. Moderne belarussische Literatur ist für mich von großem Interesse, ich schreibe selbst Gedichte und versuche, die Gedichte von dem berühmten belarussischen Dichter Maxim Bagdanowitsch ins Deutsche zu übersetzen. Nämlich meinen Blick auf den Zustand moderner belarussischer Literatur habe ich während des Länderabends präsentiert. Am Ende haben wir die Fragen der gesammelten Gäste beantwortet. Zum Abend haben wir Länderspezialitäten vorbereitet, so haben die Gesammelten eine seltene Möglichkeit gehabt, etwas Typisches aus der belarussischen Kuche zu kosten.
Zum Abend haben wir einen modernen belarussischen Musiker Eugen Waloschin aus Minsk eingeladen und haben seinen Auftritt zusammen genossen.

Einen ganz positiven Eindruck habe ich von deutschen Weihnachten bekommen. Dank dem Leben in der deutschen Familie habe ich Weihnachtstraditionen gelernt und mit eigenen Augen den Adventskalender, „Apfelmännchen“ zum Nicolaustag und den Adventskranz gesehen. Weihnachten habe ich mit meinen Gasteltern und ihren  Verwandten verbracht. Wir haben das Krippenspiel in der Kirche besucht, Geschenke getauscht und Gänsebraten gegessen.
Das Neujahr habe ich mit Stipendiaten und meinen neuen Freunden am Brandenburger Tor gefeiert.

Copernicaner haben alles gemacht, damit wir uns in Berlin wohl fühlten. Ich habe den Mentor Martin Volchanov gehabt, an den ich alle möglichen Fragen stellen konnte und sicher war, dass er mich in allen Sachen unterstützt. Ganz wichtig war seine Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen um eine Praktikusstelle: er hat mir wertvolle Anweisungen gegeben und meine Bewerbung und meinen Lebenslauf korrigiert.

Ein wesentlicher Punkt des Programms war ein sechs-wöchentliches Praktikum, das ich bei der Konrad-Adenauer Stiftung absolviert hat. Das war meine erste Berufserfahrung und ich freue mich, dass ich viel Neues gelernt hat. Ich habe in der Abteilung „Europa/ Nordamerika. Internationale Zusammenarbeit“ beim Herrn Norbert Beckmann-Dierkes gearbeitet. Mein Aufgabenbereich war ziemlich groß. Sehr oft musste ich Pressezusammenstellungen über aktuelle politische Entwicklung in den Ländern Osteuropas vorbereiten. Ich beschäftigte mich mit den Recherchen zu europäischen politischen Themen und Übersetzungen vom Deutschen ins Russische und vom Russischen ins Deutsche, weil es ständige Kontakte zwischen der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin und ihrer Vertretung in St. Petersburg gibt. Einmal war ich bei der Mitorganisation der Veranstaltung „20 Jahre Freiheitsbewegungen in Mittel- und Osteuropa“ in der Akademie der Konrad-Adenauer Stiftung beschäftigt.

Mit Copernicanern haben wir viel gemeinsam unternommen: gemeinsames Trinken, Theaterbesuche, gemeinsames Essen bei jemandem zu Hause…

Eine Sache, die mich ein bisschen gestört hat, waren lange-lange Plenums, besonders in den letzten zwei Monaten, als die Copernicaner aktuelle Sachen über neue Stipendiaten für das Sommersemester 2009 besprochen haben. Das war langweilig, Stipendiaten haben geschwiegen und über alle diese Sachen mit Finanzen, Gastfamilien, Zusammenarbeit mit anderen Stiftungen gehört. Das dauerte Ewigkeit… Um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, schlage ich den Copernicanern vor, verschiedene Arten von Plenums einzuführen. „Aktuelle-Stips-Plenums“  dürfen die Stipendiaten besuchen, weil es um sie gehen wird. „Sachverhalt- Plenums“ können speziale Plenums für die Copernicaner oder zuständige Personen sein, die die Tätigkeit des Vereins (Finanzen, Zusammenarbeit mit Stiftungen und Fonds, neue Stipendiaten) betreffen und bei denen die Präsenz der Stipendiaten nicht nötig ist.

Ansonsten war mein Aufenthalt in Berlin im Rahmen vom internationalen Programm „Copernicus“ eine unvergessliche Erfahrung in meinem Leben. Ich danke aktiven Copernicanern und meiner Gastfamilie für ihre Bemühungen, Warmherzigkeit und Verständnis. Ich danke Tetiana, Ina, Guarani (ich will Guarani unbedingt in meinem Bericht erwähnen!) und vielen anderen für ihre ständige Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit. Ich wünsche meiner Gastfamilie und allen aktiven Copernicanern Gesundheit, viel Erfolg in der Berufstätigkeit, Verständnis und Hilfe von der Seite ihrer Verwandten und Freunden.

Katarina Illiushchenia
Stipendiatin von Copernicus Berlin im Wintersemester 2008/ 2009

März, 2009

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