Im Rahmen der ARD Themenwoche „ Ist doch Ehrensache“ veranstaltete Berlin Copernicus e.V. einen Länderabend mit dem Titel „ Ehrenamt in Polen und Deutschland“. Der Abend wurde mit einem Beitrag zu unserem neuen Projekt eröffnet, welches in dieser Form in Deutschland kein zweites Mal vorzufinden ist.
Berlin Copernicus e.V. ist der erste deutsche ehrenamtliche Verein, der seine CO2 Emissionen in Zukunft komplett neutralisieren will. Hierzu wurden eine Nachhaltigkeitsanalyse unserer 22 aktiven Vereinsmitlgieder und 3 Stipendiaten zu ihrem Co2 Verbrauch erstellt und in einem Bericht veröffentlicht. Den Gesamtverbrauch von 6,2 Tonnen pro Semester wollen wir in Zusammenarbeit mit einem Sponsor ausgleichen. Unser Ziel ist es hierbei nicht nur ein Beispiel für andere ehrenamtliche Vereine zu sein, sondern ein Zeichen für das Umweltbewusstsein der Bevölkerung zu setzen.
Die Präsentation zum Thema des Länderabends wurde von dem Vorstandsmitglied Anna Stuth und unserer Warschauer Stipendiatin Justyna Krupinska, die Finanzwissenschaft studiert, vorgeführt. Zunächst wurde der historische Aspekt des Ehrenamtes in Polen betrachtet: Hier spielt die katholische Kirche eine grundlegende Rolle, die soziales Engagement als wichtigen Grundpfeiler ihres Wertesystems sieht. Kein wunder, dass dies auch der Hauptgrund für das Mitwirken in ehrenamtlichen Vereinen ist.. Beliebte Organisationen sind das Polnische Rote Kreuz oder das große Orchester der Weihnachtshilfe. Durch die immer schwieriger werdende Wirtschaftssituation, tritt in den letzten Jahren aber das Geld verdienen in den Vordergrund, was sich in einem Rückgang aktiven Ehrenamtsmitglieder von 29% ( Im Jahre 2007) auf 21%, ( Im Jahre 2006) niederschlägt. Die größte Anzahl der ehrenamtlich Tätigen bilden die Studenten und die Senioren.
Im Gegensatz zu Deutschland hat das Ehrenamt in in der politischen Verwaltung nicht vor dem 19.Jhd. seinen Ursprung und entwickelt sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Sektor, bei dem Bürger nicht nur den notleidenden Obdachlosen oder Waisenkindern sowohl finanziell, als auch seelisch unter die Arme greift , sondern auch aktiv an der Politik mitgestalten will. Solch ein Engagement wird hierzulande nicht nur als eine altruistische Tätigkeit interpretiert, sondern auch als eine, die dem Wirkenden Helfen soll sich selbst zu verwirklichen. Ein weiterer Grund für die Deutschen ihre Freizeit dem Ehrenamt zu opfern ist das bürgerliche Pflichtbewusstsein Der Anteil an ehrenamtlichen Engagement beträgt 34% wobei den größten Teil , nämlich 11%, die Mitgliedschaft in einem Sportverein deckt. Der deutsche Staat hat die Vorteile des Ehrenamtes in Deutschland insofern für sich entdeckt, als das es keine unnötige Kosten für Mitarbeiter mit sich bringt.
Wir wollten unsere Gäste zum Thema involvieren und haben sie selbst gefragt. Sie alle waren sich einig: Ehrenamtliches Engagement ist eine in der Gesellschaft höchst anerkannte Tätigkeit und sie befürworten das Mitgestalten der Gesellschaft auf lokaler Ebene. Man könne somit immerhin in kleinen Schritten seine Tiele erreichen. Eine der Befragten meinte hingegen zurecht, dass viele Initiativen, d.h. nicht in hohem Maße strukturierte ehrenamtliche Gruppierungen, zu wenig Annerkennung für ihre Leistungen und die geopferte Zeit, entgegengebracht wird. Dies rückt vor allem die Mühe und den Fleiss in den Vordergrund, die Initiativen und Vereine regelmäßig inverstieren Umso mehr sollten wir denjenigen Annerkennung leisten, die dennoch weiterhin im Ehrenamt tätig sind. Die meisten der Befragten waren jedoch nicht in einem sozialen, sondern entweder einem Sportverein oder gar keinem Verein tätig, was die in der Präsentation vorgestellten Umfrageergebnisse bestätigt.
Mit dem Länderabend waren die meisten sehr zufrieden, zumal die Präsentation von den beiden Referentinen sehr strukturiert gehalten wurde und auf verschiedene Punkte gründlich eingegangen wurde. Von dem landestypischen Buffet waren all diejenigen, die zum ersten Mal den Länderabend besucht haben angenehm überrascht. Ihrer Meinung nach trug es, gemeinsam mit den Räumlichkeiten der Heinz-Schwarzkopf Stiftung, zu einer gemütlichen, lockeren Atmosphäre bei. Um den Abend perfekt zu machen, haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht: Ein Quiz, bei dem es 3 Reiseführer zu gewinnen gab.
Wir hoffen Sie sind durch den Bericht auf den Geschmack gekommen und wollen unseren Länderabend beim nächsten Mal ebenfalls besuchen kommen um ihren Abend amüsant und informativ zugleich ausklingen zu lassen.
Präsentation des Abends hier als PDF herunterladen.
Unsere polnische Stipendiaten Justyna wird gefördert aus Mitteln der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Copernicus Berlin e.V.: Projekt wspierany przez Fundacjê Wspó³pracy Polsko-Niemieckiej.
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