Fundraising ist ein Modewort. Zusammengesetzt aus dem englischen Substantiv „fund“ und dem Verb „raise“ klingt es einfach zum einen schöner als das deutsche Pendant „Geldbeschaffung“. Zum anderen fällt der Ausdruck überall dort, wo Geld für die Realisierung von Projekten benötigt wird.

Längst sind das nicht mehr nur Nonprofit-Organisationen wie Copernicus, sondern auch Einrichtungen in staatlicher Trägerschaft, wie Hochschulen, Behörden oder Kultureinrichtungen, die auf solch eine Art der Unterstützung von außen angewiesen sind. Das bedeutet eine Menge Konkurrenz für die vielen kleinen bürgerschaftlichen Initiativen in Deutschland, die sich mit ihren Konzepten gegen immer mehr professionelle öffentliche Träger durchsetzen müssen.
So ist auch das Fundraising für Copernicus eine große Herausforderung. Förderer und Sponsoren wollen davon überzeugt werden, dass der Verein mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft leistet und sich konzeptionell weiterentwickelt. Zweitens spielt die Öffentlichkeitswirksamkeit des Projektes eine große Rolle. Und damit geht gutes Fundraising auch immer mit einer guten Selbstvermarktung des Vereins und des Stipendienprogramms einher. Nicht zu vergessen ist, dass die Fundraiser von Copernicus Studierende und Absolventen sind, die in den meisten Fällen über nur wenig professionelle Erfahrung auf dem Gebiet der Spendeneinwerbung verfügen und bei Copernicus Erfahrungen sammeln möchten.
Die jetzige Fundraising-Gruppe von Copernicus gibt es seit dem Frühjahr 2008. Drei Copernicaner waren gewissermaßen die „späten Gründer“ der AG, denn seit der Vereinsgründung im Jahr 2001 war es nie wirklich schwer gewesen, Gelder für die außergewöhnlichen Vollstipendien zu akquirieren. Dies änderte sich mit dem zunehmenden Hineinwachsen Mittel- und Osteuropas in die Europäische Union und der sich verändernden Förderprioritäten unserer bisherigen Partner. Somit war es notwendig, das Engagement im Fundraising zu erhöhen und sich Gedanken darüber zu machen, welche neuen Wege man bei der Finanzierung der Stipendien beschreiten kann und muss. Sollten wir eher kleine oder große Stiftungen anschreiben? Wie treten wir an Unternehmen heran? Wie baut man einen festen Spenderkreis auf? Das alles waren Fragen, auf die wir nicht sofort die Musterantwort wussten. Aber bei der Ausarbeitung einer Strategie stellte sich schnell heraus, dass es doch ungemein spannend ist, verschiedene Instrumente auszuprobieren und an den bei der Umsetzung gesammelten Erfahrungen zu wachsen. Augenblicklich arbeiten sechs ehrenamtliche Copernicaner im Fundraising mit – jeder bringt sich mit seinem Wissen, seinen Erfahrungen und Ideen ein und das macht das Team vielfältig und kreativ.
Der Fokus unserer Bemührungen liegt auf einer gemischten Strategie: Unternehmen als auch Stiftungen mit Bezug zu Osteuropa sind unser Hauptadressat. Das Team hat eine Fundraising-Broschüre entwickelt, in der sich der Verein mit seinen verschiedenen Fördermöglichkeiten vorstellt. In unserem Blog informieren wir transparent und offen über das Vereinsleben. Auf dieser Grundlage sind wir auf mehr als 250 Unternehmen und viele Stiftungen zugegangen. Besonders gefreut haben wir uns über das Feedback der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die im Sommersemester 2009 eine polnische Stipendiatin finanzieren wird. Das war der erste richtig große Erfolg des aktuellen Fundraising-Teams. Im kommenden Semester wird Copernicus nun drei Stipendiaten haben. Außerdem wurden unseren Stipendiaten Praktikumsplätze angeboten und es entstand eine Kooperation mit der interpool Personal GmbH, die für die Stipendiaten und Copernicaner ein professionelles Seminar in interkultureller Kommunikation finanziert und durchführt. Trotz aller Erfolge hätten es mehr sein können, aber leider kam uns hier die Finanzkrise in die Quere.
Angesichts der finanziellen Anerkennung durch eine Stiftung – die die Copernicus-Idee durch ihre Förderung würdigt – fühlen sich die Fundraiser von Copernicus ungemein motiviert, an ihrer Strategie weiterzuarbeiten. Sie haben gemerkt, dass Fundraising funktioniert und sich das Ziel gesetzt, im kommenden Wintersemester fünf Stipendien zu finanzieren.
Lust auf Fundraising? Copernicus sucht laufend Menschen, die sich ehrenamtlich im Fundraising engagieren möchten! Dabei geht es darum, Fundraising-Instrumente im Team kennen zu lernen, umzusetzen und sich über Erfolge gemeinsam zu freuen. Wenn du Interesse hast, dann freuen wir uns auf deine Mail an fundraising@copernicus-stipendium.de! Wir nehmen mit dir Kontakt auf und geben dir in einem persönlichen Gespräch Einblick in unsere Fundraising-Arbeit und deine Möglichkeiten uns bei der Finanzierung des Stipendienprogramms zu unterstützen.
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