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Marina schaut auf sechs Monate Copernicus zurück

Oktober 14th, 2009 by Sascha Walther

Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Im letzten Semester hat uns Marina aus Minsk für sechs Monate in Berlin besucht. Wir ermöglichten ihr ein Studium an der HU und ein Praktikum bei der IHK in Potsdam. In ihrem Abschlussbericht schaut die Studentin des Tourismusmanagements auf ihr Stipendium zurück:

So…Abschlussbericht! Es ist schon sehr traurig einen Abschlussbericht zu schreiben, weil es die Zusammenfassung nach 6 Monaten meines „deutschen“ Lebens in Berlin ist und das bedeutet, dass diese 6 Monate schon zu Ende sind. Und diese 6 Monate waren für mich die eindrucksvollsten und ereignisreichsten Monate in meinem Leben: Aufenthalt bei einer deutschen Gastfamilie, Studium an der Humboldt-Universität, Praktikum und vieles andere! Alles das ist für mich nur dank Copernicus möglich geworden. Herzlichen Dank dafür!

Aber nun alles der Reihe nach:

Schon seit der Zeit, als ich die deutsche Sprache zu lernen begann, wollte ich immer nach Deutschland kommen und nicht so einfach als Touristin, sondern tatsächlich um eine andere Kultur, Sprache und das Leben in anderem Land mitzuerleben. Man muss einfach träumen, damit die Träume in Erfüllung gehen können. Im Sommersemester 2009 war ich nun Copernicus-Stipendiatin in Berlin, etwas Besseres konnte mir nicht passieren! Copernicus bietet ein Semester an der Uni, ein Praktikum bei einem deutschen Unternehmen und, was ich persönlich am schönsten an diesem Stipendium finde, die Unterbringung bei deutschen Gasteltern (Im Zusammenhang mit der heutigen Gastelternsituation wünsche ich Euch, dass das Problem mit der Knappheit der Gasteltern möglichst schnell gelöst wird).

Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Ich habe bei der Familie K. gewohnt und bin Annemarie und Jürgen aufrichtig dankbar, für so viele Dinge, die sie für mich getan haben: Für die Unterstützung im Laufe meines Aufenthaltes, für die Hilfe mit „meinem Deutsch“, für zahlreiche Ausflüge, die wir zusammen unternommen haben und vieles Andere , was ich noch lange aufzählen könnte! Ich habe viele Sachen von meinen Gasteltern gelernt und unmittelbar andere Gewohnheiten, Traditionen und eine andere Kultur miterlebt. Wie ich schon gesagt habe, die Gasteltern sind meiner Meinung nach der wichtigste und bedeutendste Teil des Stipendiums.

Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Das Studium an der deutschen Universität gehört auch zu einem der Schwerpunkte unseres Aufenthaltes in Berlin. Ich besuchte die Humboldt-Universität mit großem Vergnügen, weil das Studium an einer deutschen Uni ganz anders als bei mir zu Hause ist. Es gab mehrere Fächer, die man selbst wählen konnte, und fast alle Fächer fand ich sehr interessant und nützlich. Ich habe für mich die Fächer ausgesucht, die an meiner Uni in Belarus fehlen oder nicht so gut gelehrt werden können, und zwar „Risikomanagement“, „Konzernrechnungslegung“, „Kostenmanagement“ und „Marketingtheorie“. Die Gestaltung der Vorlesungen und Übungen, das Qualifikationsniveau der Dozenten, der Inhalt der Veranstaltungen – mit allem war ich sehr zufrieden. Ich habe viel Neues erfahren und am Ende noch 3 Klausuren in diesen Fächern geschrieben. Darüber hinaus besuchte ich 2 Sprachkurse: „Deutsch: Oberstufe“ und „Sprechen-,  Moderations- und Kommunikationskurs“, die mir sehr geholfen haben.

Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Ein unverzichtbarer  und schöner Baustein vom Copernicus-Stipendium ist auch der Länderabend, den jeder Stipendiat nach einem heimatbezogenen Thema durchführen soll. Ich finde, dies ist eine perfekte Möglichkeit etwas Neues und Aktuelles über das eigene Land zu berichten und eventuell vorhandene Vorurteile der Nichteinheimischen zu zerstören und mit der eigenen Kultur vertraut zu machen. Das Thema unseres Vertrages, ich habe den Länderabend mit Svetlana, einer weiteren Copernicus-Stipendiatin zusammen erstellt, war „Agrotourismus: eine neue Chance für die Landwirtschaft in Belarus“. Ich interessiere mich für dieses Thema und mein Studium in Belarus ist auch sehr eng mit dem Tourismus verbunden, deswegen war ich sehr froh eine Möglichkeit zu bekommen am Länderabend darüber zu berichten.

Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Außerdem bietet Copernicus ein intensives Begleitprogramm, wie z.B. ein Begrüßungsfrühstück kurz nach unserer Ankunft, das mit Unterstützung meiner Gasteltern organisiert wurde, so dass sich die Stipendiaten und Copernicaner bei lockerer Atmosphäre kennenlernen und von Anfang an einen Blick ins Vereinsleben bekommen konnten. Alle Copernicaner sind sehr freundlich und hilfsbereit und haben für uns vieles organisiert: Stadtführungen, Grillfeste, Abschiedsfest(kommt nun leider), schade, dass die Reichstagsführung entfallen ist.
Dann sollte ich auch unseren Besuch bei Copernicus München nicht vergessen, wo wir mit aktiven Copernicanern aus München und ihren Stipendiaten Kontakte geknüpft und drei ereignisvolle Tage zusammen verbracht haben. Wir hatten die Möglichkeit nicht nur die schöne Stadt München und das wunderbare in der Nähe liegende Schloss Neuschwanstein zu besichtigen, sondern auch das „Leben“ zweier Vereine – Copernicus Berlin und Copernicus München – zu vergleichen. Und ich würde sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich mein Stipendium in Berlin bekommen habe.

Später habe ich mit Svetlana noch eine Reise nach Hamburg unternommen, dort haben wir die ehemalige Copernicus-Stipendiatin Hanna besucht, die mit uns einen tollen Stadtrundgang gemacht hat und eine Unterkunft bei ihren Gasteltern angeboten hat. (Vielen Dank Hanna!) Und ich finde, es ist wirklich fantastisch, dass alle Copernicus-Stipendiaten aus verschiedenen Jahren gern einander helfen und in Kontakt gehen. (Schönen Dank Copernicus!)

Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Eines der hervorragendsten Ereignisse innerhalb dieser 6 Monate war unsere Reise nach Wendgräben und die Teilnahme am Seminar „Fragen und Herausforderungen der Osteuropa-Politik der EU“. Das von Copernicus organisierte Seminar wurde im echten Schloss (s. Foto) durchgeführt. Das hat unserem  Aufenthalt eine wunderschöne Atmosphäre vermittelt. Es wurden sehr kompetente Referenten für unser Seminar eingeladen, die uns geholfen haben einen guten Einblick in die EU als Institution und die osteuropäische Politik der EU zu bekommen. Darüber hinaus hatten  alle Stipendiaten die Möglichkeit, über die heutigen Beziehungen zwischen der EU und dem eigenen Staat zu berichten und alle Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Anwesenden haben sich ein gutes Bild anderer Länder zusammenstellen können. Und der Kulturabend in Wendgräben ist zum zauberhaften Treffpunkt verschiedenen Kulturen und Traditionen geworden.

Sehr wichtig und unbedingt erwähnt sein soll ist das Praktikum, das alle Stipendiaten im Rahmen des Copernicus-Stipendium machen sollen. Ich habe einen Praktikumsplatz bei Industrie- und Handelskammer Potsdam im Fachbereich International bekommen. Ich bin damit sehr zufrieden, weil die Studenten bei mir zu Hause kaum Möglichkeiten haben ein echtes erfahrungsvolles Praktikum zu machen. Und ich finde diese Erfahrung und die Möglichkeit Einblicke zu bekommen wirklich wunderschön.

Copernicus Berlin Abschlussbericht Marina Sommersemester 2009Was ich noch ganz wichtig finde, dass alle Stipendiaten einen Mentor haben. Da es anfangs manchmal sehr schwierig ist im fremden Land zurechtzukommen, sind Mentoren die allerbeste Lösung. Mein Mentor war Martin und ich möchte Martin  „herzlichen Dank“ sagen, obwohl wir uns nicht so oft gesehen haben, habe ich immer gewusst, dass ich in jeder Zeit ihn anrufen und meine Probleme besprechen könnte.

Besonderen herzlichen Dank Guarani für die Unterstützung!

Liebe Tetiana, wollte auch unbedingt Dir sagen, dass Du das Herz von Copernicus Berlin bist und ich wünsche Dir immer gesund zu bleiben und nur alles Gute! Meine lieben Gasteltern, Annemarie und Jürgen, Sascha und Eileen ich danke euch auch für alles! Mein Aufenthalt in Berlin im Rahmen des Copernicus-Stipendiums ist momentan das Beste und Unvergesslichste, das ich je erlebt habe. Das Programm finde ich richtig toll und wünsche Copernicus lange Lebensjahre, motivierte Copernicaner und engagierte Stipendiaten!

Liebe Grüße an alle

Marina

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