Am 1. Oktober kam Yulia, unsere Stipendiatin aus Belarus (auf dem Bild in der Mitte), am Busbahnhof in Berlin an. Wie sie sich innerlich auf die lange Reise vorbereitete, beschreibt sie hier:
Als ich erfahren habe, dass ich das Stipendium bekomme, waren meine Gefühle zwiespältig. Einerseits war ich natürlich sehr froh, dass ich solche tolle Möglichkeit habe. Andererseits aber war es mir klar wie viel diese Reise von mir herausfordert.
Ich musste nicht nur die bekannte Umgebung, Freundeskreis und alles war mir lieb ist für ein halbes Jahr verlassen. Das bedeutete in ein neues Leben zu springen und die Lebensweise radikal zu verändern.Der lange Auslandsaufenthalt ist eine solche Sache, bei der man viele Sachen nicht berücksichtigen kann, weil man nicht genau weiß was einen erwartet.
Es gaben zwei Auswege. Einer war 20 Koffer mitzunehmen, mit den Sachen gefüllt die man nie im Leben verwenden wird. Anderer Ausweg war, sich keine Sorgen zu machen und sich auf das Schicksal zu verlassen. Die beiden Möglichkeiten fand ich extrem, aber trotzdem versuchte ich mich eher an die Zweite zu halten. Ich packte nur die wichtigsten Sachen ein, ohne die man überhaupt nicht ausgehen kann. So ich nahm einen kleinen Koffer und große Erwartungen mit – und nichts mehr, und – los! Ab in das Unbekannte…
Nach 24 Stunden in einem Bus habe ich mein Reiseziel erreicht. Hier sollte ich bemerken, dass dieses Ziel eigentlich nicht so unbekannt war. Die Stadt selbst habe ich schon besucht und war sogar auf derselben Busstation angekommen. Und ganz so allein gelassen wie ich dachte, war ich auch nicht – ich wurde von meiner Mentorin abgeholt und bis zur Gastfamilie begleitet.
Jetzt, nach drei Wochen, habe ich mich völlig eingewöhnt. Ich bin gespannt, was mir in der näheren Zukunft erwartet und fühle, dass diese Stadt noch sehr viel für mich bereithält.
Tags: Abreise Belarus · Erste Tage in Berlin · YuliaNo Comments

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