Copernicus Stipendium e.V. – Blog random header image

Länderabend “Braucht Bulgarien den Euro?”

Juni 14th, 2010 by clara

Die neuen Stipenidaten sind da – und so veranstaltete Copernicus e.V. Berlin wieder einen Länderabend. Der Journalismus Student Georgi Minev setzte sich mit der Frage auseinander „Braucht Bulgarien den Euro?“.

Nachdem der Copernicus-Stipendiat kurz schilderte wie Bulgarien in die Europäische Union integrierte, erklärte er was die große Angst der Bulgaren ist bezüglich ihrer Wirtschaft. In 1997 gab es eine einschneidende Wirtschaftskrise in Bulgarien mit einer unkontrollierbar hohen Inflation und Geldabwertung. Um die Krise zu bewältigen wurde die nationale Währung, der Lew, an die Deutsche Mark fixiert. Seitdem ist der Lew eine starke Münze.

Die bulgarische Bevölkerung und Regierung möchten der europäischen Währungsunion beitreten. Sie möchten hiermit sicher stellen, dass sie nicht mehr in eine Krise landen wie in 1997. Aktuell ist der Euro, als Konsequenz der Griechenlandkrise, jedoch schwach. Die Frage ist entstanden, ob es für Beitrittskandidaten interessant ist der Währungsunion beizutreten, wenn die Union solche Krisen nicht vermeiden kann. Sollte man noch auf ein sinkendes Schiff springen? Bisher erfüllte Bulgarien nicht die Kriterien der EU: der Defizit auf dem Staatshaushalt war zu hoch. Deswegen verzichten die Regierung und die EU vorerst auf den Beitritt. Die Nachricht, dass Estland den Euro einführen darf, hat die Hoffnung in Bulgarien jedoch wieder angewackert.

Die Schlussfolgerung von Georgi Minev war, dass eine Währungsunion nur dann Sinn macht, wenn die Währungs- und Finanzsysteme der teilnehmenden Länder gewissermaßen im Gleichschritt marschieren. Die Kriterien für einen Beitritt sind streng aber fair und in Zukunft wird die EU sich nicht so einfach Haushaltszahlen akzeptieren, die nicht den Tatsachen entsprechen. Bulgarien wird der Währungsunion beitreten, aber dies wird nicht in der nahen Zukunft geschehen. Vorerst profitiert das Land vom starken Kurs seiner eigenen Währung.

Im Anschluss an die Vorträge nutzten die rund 30 Zuhörer die Möglichkeit, Fragen an den Copernicus-Stipendiat zu stellen. Nach einer intensiven Diskussion im Plenum folgte ein gemütliches Beisammensein. Die Gastmutter von Georgi Minev hatte leckere Spezialitäten aus Bulgarien vorbereitet. So gestärkt ergaben sich schließlich noch viele Gespräche in lockerer Atmosphäre.

Nun freuen sich alle auf den nächsten Länderabend am 30. Juni, bei dem es um Pressefreiheit in Belarus geht.

Tags:   No Comments

Leave a Comment

0 responses so far ↓

There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.