Am 30 Juni war es wieder soweit: Yanina Sedelnik, eine Stipendiatin und Journalismusstudentin aus Weißrussland hielt einen interessanten Vortrag zum Thema „ Journalismus in Belarus“. Das Thema ist deswegen erwähnenswert, da die weißrussische Presse, anders als in den europäischen Ländern, sehr stark von der Zensur und einer Einschränkung der Pressefreiheit geprägt ist.
Es ist in diesem Land nicht leicht für einen Journalismusstudenten. Das Studium wird meist von staatlichen Universitäten angeboten, was zur Folge hat, dass der Staat die Themen der Fächer stark beeinflusst und so wenig Freiraum für systemkritische Diskussionen bietet. Auch über die Presse verfügt der Staat viel Macht, wohingegen die wenigen oppositionellen Zeitschriften, nur zwei an der Anzahl, mit wenigen Auflagen zu kämpfen haben. Auch ausländische Journalisten haben, laut eines neuen Mediagesetzes, erschwerten Zugang an Informationen. Nicht die Demokratie, sondern die Willkür des Staates bestimmen, was in den Zeitungen berichtet wird.
Nichtsdestotrotz, setzten sich Oppositionelle für wahrheitsgetreuen Journalismus ein, obwohl ihnen Hausdurchsuchungen und Konfiszierungen drohen. Sie sprechen sich für die Angliederung an das europäische und demokratische Bolognasystem an, oder fechten das neue Mediagesetz, welches das Arbeiten im Internet und somit den freien Zugang
zu Informationen erschwert, an. Aber genau diese Internetplatformen sowie ein Studium im Ausland, bieten die Möglichkeit ungehindert zu recherchieren und so qaulitativ hochweritgen Journalismus hervorzubringen.
Im Anschluss gab es, wie bei jedem Länderabend, eine Diskussions- und Fragerunde von interessierten Zuhörern. Danach begnügte man sich mit landesüblichen belarussischen Spezialitäten und bei einem netten Gespräch konnte man nebenbei so Yanina, die weiteren Mitglieder und Stipendiaten von Berlin- Copernicus, näher kennenlernen.
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