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10 Jahre Copernicus Berlin – Persönliche Retrospektiven 1: Gastfamilie E. u. H. T. , Berlin-Lichterfelde

August 4th, 2010 by Guarani

Am Wochenende vom 10. bis 12. September 2010 feiert Copernicus Berlin sein 10-jähriges Bestehen im Rahmen einer Jubiläums Veranstaltung. Ein willkommener Anlass die Menschen, die dieses einmalige Stipendienprogramm prägen und geprägt haben, zur Wort kommen zu lassen, in Form eines Rückblickes.

Wir haben ehemaligen wie aktuellen Stipendiaten, Gasteltern und Aktiven Fragen zu Copernicus gestellt und veröffentlichen deren Antworten hier im Blog.

An diese Stelle bedanken wir uns bei den Förderern, die unserer Jubiläumsveranstaltung ermöglichen, namentlich die Stiftung Errinerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), Robert Bosch Stiftung, Sigram Schindler Stiftung und die Werner Zapf Stiftung.

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Gastfamilie E. u. H. T. , Berlin-Lichterfelde    (Bilder und Text auf Wunsch der Gastfamilie anonymisiert)

1) Wie kamen Sie zu COPERNICUS?

Wir hörten durch Zufall, dass bei COPERNICUS ein Quartier für einen Studenten aus Usbekistan gesucht würde. Wir erklärten uns bereit, ihn aufzunehmen.

2) Was war der ausschlaggebende Grund, Gasteltern bei COPERNICUS zu werden?

Menschen, Länder und Geschichte Osteuropas beschäftigen und interessieren uns seit langem. Die veränderten politischen Gegebenheiten seit der Wende 1989/90 brachten die Möglichkeit zu persönlichen Kontakten, wie z.B. ausländische Gaststudenten aufzunehmen. Wir haben dies als große Bereicherung und schöne Erfahrung erlebt. Nachdem wir durch den ersten (zufälligen) Gaststudenten, die Besuche von Länderabenden und andere Informationsquellen mehr über COPERNICUS erfuhren und davon angetan waren, sind wir in der Folgezeit noch weitere Male eingesprungen, um COPERNICUS-Studenten Quartier zu bieten. Die Idee, das ganze Programm durch Studenten zu organisieren, finden wir mutig und aller Ehren wert.

3) Gibt es ein gemeinsames Erlebnis mit einem Stipendiaten, an das Sie sich besonders gern erinnern?

Besonders in Erinnerung ist uns die nette Art, wie eine Gaststudentin uns sehr oft mit kurzen, entzückend gemalten Briefchen am Morgen oder Abend freundliche Worte, Grüße und Informationen hinterließ, wenn sie selbst schon weg musste. Die Bilder sind ein großer Schatz für uns und schmücken eine Wand in unserer Küche.

4) Haben Sie noch Kontakt zu Gaststudenten? Wie?

Unterschiedlich!
Ein Gaststudent fand Wege, auch nach seiner COPERNICUS-Zeit seine Studien in Deutschland fortzusetzen und meldete sich gelegentlich telefonisch bei uns. Eine Gaststudentin nahm ziemlich bald nach ihrer Rückkehr ins Heimatland eine Arbeit auf und war dadurch vollauf beschäftigt, von ihr kam zunächst nichts mehr. Umso
überraschter – und erfreuter – waren wir, als sie nach einem Jahr zu Ostern plötzlich bei uns „hereinschneite“, auf der Durchreise nach oder von Frankreich, und ein paar Stunden bei uns verbrachte. Der Kontakt seitdem ist weiterhin sporadisch, aber nichtsdestoweniger herzlich und gut: gelegentlich schreiben wir ihr – und selten, aber doch ab und zu hören wir etwas von ihr und dann auch ausführlicher. Eine andere Gaststudentin war schon während ihres Aufenthaltes bei uns sehr still, zurückgezogen und in sich gekehrt. Außer einem kurzen Weihnachtsgruß (vor 1 ½ Jahren) auf unseren Weihnachtsbrief hin ist, glaube ich, nichts mehr von ihr gekommen.

5) Nach den langjährigen Erfahrungen: worauf sollte COPERNICUS in Zukunft stärker Gewicht bei der Auswahl legen?

Dass die jungen Leute nicht zu sehr am Computer hängen, sondern sich den Menschen (und da natürlich auch den Gasteltern) hier in Berlin zuwenden mit Fragen, Fragen, Fragen …, mit Erzählungen aus ihrem Land, mit Vorschlägen, Wünschen, bemerkenswerten Erlebnissen usw.
Dass sie Lust haben, die deutsche Sprache zu benutzen, sie zu lesen (z.B. Zeitungen!), sie auch zu hinterfragen.
Dass sie an Kunst und Geschichte Interesse haben, sich in dieser oder jener Richtung damit schon mal beschäftigt haben und verbalisieren können, was ihnen daran wichtig, bemerkenswert, schön oder schrecklich war.

6) Was bestimmt aus Ihrer Sicht ein ideales Verhältnis zu den Ihnen Anvertrauten?

Soetwas ist bestenfalls Glückssache, aber überhaupt nicht im Voraus festzulegen oder
vorhersagbar. Offenheit, eine gewisse Neugier, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, auch
Toleranz sind aber ganz gute Voraussetzungen.

7) Was würden Sie gerne noch loswerden aus Anlass unseres Jubiläums?

Tutoren sind eine gute Einrichtung – natürlich sollten sie für eine solche Funktion auch einen gewissen Zeitaufwand einsetzen können und möglichst auch mit den Gasteltern eines Stips Kontakt aufnahmen können.

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