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Ich hab sehr gut geschlafen, aber trotzdem fühle ich mich den ganzen Tag sehr müde. Ich habe so ein Gefühl, als ob ich träume; als ob die Leute an mir vorbei gehen und mich überhaupt nicht wahrnehmen. Ich weiß nicht wieso, aber ich fühle mich als ein Geist. In wenigen Minuten treffe ich mich mit meiner Schwester. Ich freue mich sie zu sehen. Sie kommt und ich erzähle ihr über mein Gefühl. Aber wie kann das sein? Es geht ihr genau so schlimm wie mir, sogar noch schlimmer. Sie will so früh wie möglich nach Hause, sich ins Bett legen und schlafen. Das will ich auch. Dann erzählt sie mir ihre Probleme. Sie meint, dass einige Leute eine Flamme um ihren Körper haben. „Siehst du sie nicht, die Flamme?“, fragt sie mich. Ich bin total verwirrt und weiß nicht was ich dazu sagen soll. „Ist sie verrückt geworden? Träume ich oder ist das Realität?“, denke ich mir.
Als ob das alles nicht genug wäre.
Auf dem Weg nach Hause mit der S-Bahn passiert noch etwas, was mir beweist, ich sollte schnell nach Hause gehen, mich ins Bett legen, einschlafen und alles vergessen. Entweder vergesse ich alles und zwar schnell oder ich werde verrückt. Der Zug hält und ein alter Mann mit komischer Sonnenbrille steigt ein. Ich denke mir: „Die Welt ist verrückt geworden. Was soll das?“ Der Mann ist nämlich über 60 und trägt eine tigergefärbte Brille. Oh mein Gott! Er setzt sich gleich mir und meiner Schwester gegenüber und starrt uns an. Er fängt an zu sprechen. Zuerst denke ich, er hat einen Kopfhörer oder so was und er spricht mit jemandem mit seinem Handy. Aber nein! Er spricht mit sich selbst. Er ist im Zweiten Weltkrieg. Er erwähnt Namen wie Himmler, Goebels, Hitler usw. Er guckt uns an und sagt zu seinen imaginären Freunden: „Sie sind Verräter! Sie müssen sofort erschossen werden!!!“ Ich habe Angst und frage mich wieder: „Ist es ein Traum oder sitze ich wirklich in der S-Bahn mit einem verrückten Menschen, der glaubt er sei ein Spion mit der Aufgabe alle Verräter des Staates zu erschießen. Bald hält der Zug und wir steigen aus. Wir sind erleichtert aber machen uns Sorgen um die Leute, die mit diesem Verrückten weiterfahren müssen. „Hätten wir etwas tun sollen?“, fragen wir uns. Mit dieser und anderen Fragen beschäftigen wir uns auf dem Weg nach Hause. Nach ungefähr zehn Minuten sind wir da und freuen uns schon auf das Bett und hoffen, dass wir bald die ganze Sache vergessen werden. Ich gehe in mein Zimmer rein und lege mich ins Bett. Die Dämmerung bricht an und der Schlaf übermannt mich. Ich schaue noch einen Augenblick zum Fenster und sehe einen Nachtfalter zwischen zwei Fensterflügel stecken. Er sehnt sich danach, sich daraus zu befreien. Ich denke mir: „Das war ein komischer Tag“ und schlafe ein.
Sinisa Cvetkovic, Kroatien (SS2007)
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