Russischer Länderabend im Februar

Stipendiat Alexey Galkin bei seinem Vortrag im Salon von MitOst e.V.
Stipendiat Alexey Galkin bei seinem Vortrag im Salon von MitOst e.V.

Unser Länderabend im Februar war der wirtschaftlichen Krise in Russland gewidmet. In seiner Präsentation hat unser Stipendiat Alexey Galkin viele komplexe Zusammenhänge und Auswirkungen der Krise erläutert und ausführlich Gründe, Auswirkungen und mögliche Lösungen der Krise vorgestellt.

 

Seiner Meinung nach sind die Ursachen der Krise sehr vielfältig aber liegen offensichtlich an Russlands  selbst gewählten politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen.

Wettbewerbsunfähigkeit und extrem schwache Diversifizierung der Wirtschaft, Abhängigkeit von Ölpreisen, wirtschaftliche Sanktionen, die Konzentration auf Rohstoffe im Export, gestiegene Verschuldung von Privatunternehmen und Kapitalflucht gehören zu den Ursachen der komplexen und verschachtelten gegenwärtigen Krise. Die Auswirkungen sind natürlich am stärksten anhand der wirtschaftlichen Ungleichheit der Bevölkerung und der katastrophalen Inflation der Währung zu beobachten. Außerdem sind Faktoren wie die allgegenwärtige Armut, die rückläufige Rate des BIP und der Währungsverfall weitere Auswirkungen der Krise. 

Lösungen und Auswege zu finden wird  nicht einfach. Zum einen sind komplexe Hintergründe in der Außenpolitik und in der nationalistischen und selbstgerechten Propaganda verankert. In selbstgeschaffener beleidigter Isolation gegenüber dem Westen blickt Russland nun in Richtung China auf der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten, wird aber auch dort nicht ohne Skepsis empfangen. Es müssen nun zumindest eigene Herstellungsmöglichkeiten geschaffen, sowie moderne Technologien und industrielle Gerätetechnik eingeführt werden.

 

Beim Buffet ging es richtig kreativ zu - hier: Hering im Pelzmantel
Beim Buffet ging es richtig kreativ zu - hier: Hering im Pelzmantel

Das Thema war neben großem thematischem und fachlichem Interesse natürlich auch stark emotional aufgeladen. Einige im Publikum kritisierten, dass Alexey die Krise nicht realistisch genug eingeschätzt hätte und viele Fragen betrafen mögliche Lösungen. Alexey merkte jedoch an, dass jede Krise auch als Quelle von Innovation und neuen Anfängen gesehen, als Chance begriffen werden kann. Ein eigens von ihm aus dem Russischen ins Deutsche übersetztes ironisches Gedicht brachte die Teilnehmer zum Lachen. In anschaulichen Versen wird deutlich, dass die Russen die Propaganda und Stimmungmache gegen den Westen selbstverständlich durchschauen. 

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