Drei Frauen in drei kirgisischen Jahrhunderten

Kirgisistan ist ein Land mit herrschendem „Patriarchat“. Vor ca. 200 Jahren begannen die Frauen für ihre Rechte und gegen alte kirgisische Traditionen zu kämpfen.

 

Die erste Frau, die den Traditionen widersprach, war Kurmandschan Datka. Später erzählte uns Tschingis Aitmatow in seinem Werk „Dschamilja“, wie das Leben der kirgisischen Frauen in der Ära der Sowjetunion war.

Heutzutage ist vieles anders geworden. Die Lage der Frauen in der kirgisischen Gesellschaft hat sich verändert.

Vielleicht wissen Sie ja nicht, dass im Jahr 2010 Rosa Otunbaewa die erste Präsidentin von Kirgisistan war, oder?

Vielleicht interessiert Sie, was sie innerhalb ihrer Amtszeit in einem sonst „patriarchalischen“ Land erreichen konnte.

 

Außerdem erfahren Sie in diesem Vortrag einiges über die Geschichte, Kultur und Traditionen von Kirgisistan.

Darüber und noch mehr kann Ihnen an diesem Abend unsere Stipendiatin Kseniia Melnikova aus Kirgisistan berichten. Außerdem haben Sie die einmalige Chance, von einer aus Kirgisistan stammenden Studentin eine typisch kirgisische Leckerei zu kosten.

 

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wird es für Sie eine kleine Überraschung geben, die Sie mitnehmen können und die Ihnen zu Hause noch ein paar angenehme poetische Stunden bescheren wird.

 

Unser Verein lädt Sie am 29. Juni zu diesem Event ein.

Da der Eintritt frei ist, erhoffen wir uns von Ihnen eine Spende, damit weiterhin die Studienaufenthalte ermöglicht werden können.

 

Ort: MitOst e.V. Alt-Moabit 90, 10559 Berlin (U-Bahnhof Turmstraße)

 

Zeit: 19.00 Uhr

Bericht

Am Mittwoch, dem 29. Juni, fand der Länderabend unserer kirgisischen Stipendiatin Kseniia Melnikova statt. In ihrem Vortrag berichtete sie über das Land Kirgisistan und kirgisische Frauen. Zu Beginn der Präsentation gab sie zuerst ein Überblick über ihr Land, der mit einem Video abgeschlossen wurde.

 

Das Kernthema des Vortrags war das Leben der kirgisischen Frauen in ihrem Land, wo bis heute „patriarchalische“ Traditionen herrschen. Kseniia hat uns über kirgisische Traditionen, in denen die Frauen leben, ihre historischen Hintergründe und Veränderungen im Laufe der letzten 300 Jahre berichtet. Als Beispiele hat sie drei Frauen vorgestellt: Kurmandschan Datka (19. Jh.), Dschamilja (20. Jh.) und Rosa Otunbaewa (21. Jh.). Da jede von diesen drei Frauen etwas Besonderes für die Verbesserung der gesellschaftlichen Lage der kirgisischen Frauen erbracht hat, werden sie in Kirgisistan bis heute sehr verehrt.

 

Zunächst hat Kseniia von solchen Traditionen, wie Brautraub und Zwangsehe, berichtet, da sie bis heute noch existieren. Wie Kurmandschan Datka die ersten Schritte gegen diese Traditionen gemacht hat und wie Rosa Otunbaewa mit ihrem Verein heutzutage Frauen unterstützt, hat sie analysiert und vorgetragen. Als erste Präsidentin hat Rosa Otunbaewa nach der Revolution im Jahre 2011 wieder Ruhe ins Land gebracht und bis heute macht sie alles Mögliche für das Wohl der kirgisischen Bürgerinnen.

 

Während des Vortrags bekamen alle Zuhörer von Kseniia eine Überraschung überreicht: Jeder erhielt als Geschenk ein Buch namens „Dschamilja“ (kirgisischer Schriftsteller Tschingis Aitmatow) bekommen. „Dschamilja“ ist eine weltberühmte Novelle über ein kirgisisches Mädchen, das aus ihrer Zwangsheirat zu einem anderen Mann entfloh, den sie liebte. In der Novelle hat Aitmatow das Leben der kirgisischen Frauen in der Ära der Sowjetunion beschrieben, worüber Kseniia in ihrem Vortrag berichtete.

 

Das Vortragsthema wurde mit großem Interesse verfolgt, da in Kirgisistan bis heute noch Sitten und Bräuche existieren, die sich hierzulande niemand mehr vorstellen kann. Unter den Zuhörer waren auch Kirgisen, die von dem Länderabend auf der Copernicus-Facebookseite gelesen hatten und gespannt waren, was im Vortrag von Kseniia berichtet wird. Im Anschluss sind zahlreiche Fragen gestellt worden und es entstand eine angeregte Diskussion. Danach hatte jeder eine Chance, von Kseniia eine typisch kirgisische selbstgemachte Leckerei zu kosten, was bei den Gästen sehr gut ankam. Nach der kirgisischen Tradition konnte jeder auch danach etwas von dem leckerem und reichlichem Buffet mitnehmen. Wie immer entstanden dabei interessante Gespräche und neue Bekanntschaften. Nach diesem Länderabend hat sich ein kirgisisches Mädchen für Copernicus e.V. interessiert und jetzt haben wir eine neue Aktive - Asel.

 

Die Gastmutter von Kseniia ging mit einem Spendenbehälter herum und sammelte für den Verein so viele Spenden, wie noch nie. Daran haben wir gemerkt, dass der Vortrag und die gute Stimmung an dem Abend allen Anwesenden gefallen hat und jeder auch gerne den Verein unterstützen möchte.

 

Auf den nächsten Länderabend der ukrainischen Stipendiatin Eugenia, der schon am 17. August stattfinden wird, freuen wir uns sehr. Bitte merken Sie sich den Termin gleich in Ihrem Kalender vor, denn eines kann ich Ihnen heute schon versprechen: Es wird sehr interessant!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Annegret Kern-Zozo (Mittwoch, 29 Juni 2016 21:50)

    Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, sehr geehrte Frau Melnikova,
    ganz herzlichen Dank für Ihren Vortrag und für Ihr Engagement - für Ihr Land, für die Traditionen und für das Leben der Frauen in Kirgisistan. Es war sehr eindrücklich und spannend Ihnen zuzuhören.
    Auch bei den Damen und Herren der Copernicus-Gesellschaft möchte ich mich herzlich für den schönen Abend bedanken.
    Annegret Kern-Zozo