Abschlussbericht margarita (belarus)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast vor einem Jahr hatte ich meine Bewerbungsunterlagen abgeschickt und schon sitze ich da und schreibe einen Abschlussbericht…unglaublich!

 

Im Oktober ging es los! Studium, Winterferien, wieder Studium, Prüfungen, Praktikum und schon „it‘s time to say goodbye “. Ein halbes Jahr ist vorbei aber ich fühle mich als ob ich erst gestern angekommen wäre. Ein gutes Zeichen dafür dass die Zeit hier sehr abwechslungsreich und reich an unvergesslichen Ereignissen war. Man hat Vieles zu erzählen, aber für manche Erinnerungen fehlen irgendwie einfach die Worte.

 

Ich muss zugeben, am Anfang brauchte ich persönlich etwas Zeit um mich zurechtzufinden und zu verstehen, was so alles um mich herum los ist.

 

Ich möchte mich bei Copernicus für so eine unglaubliche Möglichkeit bedanken! Ein tolles Projekt (wenn man das ganze so bezeichnen kann), das nur ehrenamtlich und meistens von Studenten betrieben wird. Alle von ihnen sind sofort da, sobald man eine Frage oder ein Problem hat. Sie sorgen aber auch richtig dafür, dass wir uns hier in unserer freien Zeit nicht langweilen und versorgen uns immer mit den Einladungen zu den tollsten Veranstaltungen. Am stärksten haben sich zwei davon in mein Gedächtnis eingeprägt. Das erste war das Wochenendseminar in Stade mit den Copernicanern aus Hamburg. Nachdem ich sich alle kennengelernt hatten, hatte ich das Gefühl in den Heimatländern der anderen gewesen zu sein. Eine super Idee! Müsste man vielleicht öfters machen. Das zweite war „The One Grand Show in dem Friedrichstadt-Palast“ - es war einfach fantastisch. Dazu organisierten wir jeden Monat Social Meetings (Kino, Brauerei, Minigolf u.a.), was uns alle noch näher gebracht hat.

 

Natürlich war der Schwerpunkt des Copernicus-Programms das Studium an der HU. Detaillierte und ausgefeilte Materialien, Flexibilität und lange und offene Diskussionen – typisch deutsch ;) ich fand es sehr interessant und lehrreich! Solch ein Semester in Deutschland durch Copernicus wäre ein perfekter Einstieg in das deutsche Hochschulsystem für diejenige, die irgendwann später hier vielleicht auch ihren Master abschließen möchten.

 

Die Weihnachtsferien konnte ich in Italien bei meiner ehemaligen Gastfamilie verbringen. Das war früher nie möglich, weil in der Ukraine andere Ferienzeiten sind als in Italien. Mit der deutschen Gastfamilie haben wir auch Manches zusammen gemacht. Vielleicht sollte ich das nicht verraten, aber es wurden mit ihnen stundenlang Tischspiele gespielt, was ich sehr lustig fand ;).

 

 Ein sehr wichtiger Teil unseres Aufenthalts war das 6-wöchige Praktikum (Für die zukünftige Stips: besser ganz am Anfang danach fleißig suchen und nicht auf den letzten Drücker ). Eine aufregende Zeit, die sehr viel zu meiner professionellen und persönlichen Entwicklung beigetragen hat. Es war mit viel Recherche auf Deutsch und Englisch(auf die beiden Sprachen, die mein Schwerpunkt an der Heimatuni sind) und mit dem frühen Aufstehen morgens (was die Studenten nicht so gerne haben, aber was aus dem erwachsenen beruflichen Leben nicht wegzudenken ist) verbunden.

 

In Berlin waren wir 2 Stipendiatinnen in diesem Semester...zwei Margaritas (als ob der Name das Hauptkriterium bei der Auswahl gewesen wäre). Wir konnten uns sofort gut miteinander verstehen, unterstützten einander und sehr viel zusammen unternommen. Unser größtes gemeinsames Abenteuer war die Reise nach Amsterdam im März, mit der wir unseren Aufenthalt in Deutschland feierlich abschließen wollten. Ich bin sehr froh, diese nette, zuverlässige und durchaus kreative Person kennen gelernt zu haben und bin mir sicher, wir werden uns noch mehrmals treffen und Vieles gemeinsam erleben.

Für mein privates Leben war das auch eine sehr interessante und überraschende Zeit. Ich war zum ersten Mal für so eine lange Zeit im Ausland und konnte merken, wie sehr mir meine Familie und meine Freunde fehlen. Ein paar Freundinnen waren schon seit langen in Berlin, was mir die Zeit (gerade am Anfang) sehr versüßt hatte. Im Januar kamen auch Freunde aus Weißrussland und Russland zu Besuch und danach auch meine Italienische Freunde. Die Wartezeit auf deren Ankünfte diente mir als eine riesige Unterstützung und Motivation. Hier vor Ort konnte ich auch unglaublich viele neue unerwartete Kontakte anknüpfen, was mich Deutschland und den Deutschen selbst näher gebracht hatte.

 

Den ganzen Aufenthalt würde ich so beschreiben: eine anlockende Herausforderung, die man auf jeden Fall durchmachen sollte, wenn man eine weltoffene Person ist (wenn nicht, dann hilft diese zu einer solchen zu werden).

 

Viel Erfolg den Bewerbern und danach den Stips hier!!!

 

Liebe Grüße,

 

Margarita (aus Belarus ;))

 

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