Ukraine-Länderabend in Berlin

Bei unserem ersten Länderabend im Sommersemester stand das Thema "Ukrainische Identität" im Fokus.

Unsere Stipendiatin Nadia, die selbst aus Kiew kommt, erzählte wie die Ukrainer ihre Identität lange suchen mussten und doch schließlich gefunden haben. Sie konzentrierte sich dabei auf die ursprünglich großen Unterschiede zwischen der europäisch zugewandten Ukraine im Westen und der Russland zugewandten Ukraine im Osten. Lange Zeit war die Identität des Landes geteilt und es war vor allem nicht klar, was genau eine ukrainische Identität bedeutet.

Die Maidan-Revolution allerdings hat eine gemeinsame ukrainische Identität geschaffen, mit der sich sowohl russisch- als auch ukrainisch-sprachige Ukrainer identifizieren können. Nadia zeichnete ein positives Bild von einem langsam wachsenden Patriotismus im Land, den sie aber keinesfalls als Gefahr sieht.

Nach dem Vortrag wurde noch sehr lange über die Ukraine diskutiert. Eine große Frage, die zur Debatte stand, war, wie die Ukraine sich zur europäischen Umverteilung der Flüchtlinge verhalten würde, wenn sie bereites Mitglied der EU wäre. Auch der Krieg im Donbass wurde thematisiert und als Indiz dafür herangezogen, dass die Identität der Ukrainer doch noch von Spannungen durchzogen ist.

 

Der Länderabend hat erstmals in neuen Räumen stattgefunden. Nachdem Copernicus lange Zeit bei MitOst die Länderabende veranstaltet hat, waren wir diesmal zum ersten Mal bei südost e.V. zu Gast. Der Grund für den Umzug ist die stetig wachsende Besucherzahl bei unseren Länderabenden. Wir bedanken uns herzliche bei südost für die freundliche Aufnahme und freuen uns schon auf den nächsten Länderabend.

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