Armenien-Länderabend in Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„SagenHaftes aus Armenien und Germanien“ war der Titel des Länderabends im Januar in Berlin. Unsere Stipendiatin Tatewik hat in ihrem Vortrag zwei berühmte Sagen aus Deutschland und Armenien miteinander verglichen: das Nibelungenlied und Davit von Sasun. Dabei hat sie einige interessante Gemeinsamkeiten festgestellt.

 

Ein besonderer Bestandteil von Sagen sind Gegenstände und Eigenschaften, die die Helden in den Geschichten stark – und manchmal sogar unbesiegbar – machen, in armenischen Sagen sind das beispielsweise Zauberpferde oder Blitzschwerte. Die Sage „Davit von Sasun“ ist eine von vier bedeutenden Sagen in Armenien. Der Held der Sage, Davit, hat viele Ähnlichkeiten mit dem Helden der berühmtesten Deutschen Sage, Siegfried: Beide sind unverletzbar und haben besondere Kräfte, handeln aber naiv und erreichen ihre Ziele nur durch das Einsetzen einer List und werden am Ende durch Giftpfeile getötet. Auch die weiblichen Hauptfiguren haben viele Gemeinsamkeiten: sie sind Königstöchter, die als besonders schön beschrieben werden und als starke Frauen gelten. Der große Unterschied liegt hier im Tod der beiden Frauen: Während die deutsche Krimhild ermordet wird, stürzt sich die armenische Xandut selbst in den Tod. Die große Frage, die sich im Anschluss an die Vorstellung beider Sagen stellt ist, welche Rolle diese Sagen heute noch für die jeweilige Gesellschaft spielen? Hat das Nibelungenlied nach seiner Benutzung durch die Nationalsozialisten heute noch identitätsstiftenden Charakter für die Deutschen? Davit von Sasun ist in Armenien auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der Kultur.

 

 

 

Im Anschluss an den Länderabend gab es ein großes Buffet mit armenischem Essen und interessante Gespräche mit unseren Gästen. Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch von zwei Stipendiatinnen aus Hamburg!

 

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