Abschlussbericht Tatewik Bagdasarjan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich saß vor dem Laptop und wusste nicht, womit ich anfangen sollte, weil ich während dieser fünf Monate so viel erlebt habe. Es stimmt, fünf und nicht sechs, weil ich leider

einen Monat Verspätung wegen meines Visums hatte.

 

Dieses Stipendium hat mir ermöglicht, ein Semester an der HU zu Berlin zu studieren, wovon ich immer nur geträumt habe; Berlin zu entdecken, neue tolle Freunde kennenlernen und in einer tollen Gastfamilie leben… Ich bin mir sicher, dass jeder, der sich mit der deutschen Sprache beschäftigt, wenigstens unbedingt einmal in Deutschland sein möchte, um die Kultur und das Land näher kennenzulernen. Bei mir war es auch so. In Deutschland sein und hier zu studieren war einer meiner Träume. Da ich mein Studium in Deutschland nicht selbst finanzieren konnte, habe ich mich um Stipendien beworben. Über das Copernicus-Stipendium habe ich einen Post auf Facebook gelesen, der von einem ehemaligen Copernicus Stipendiaten geschaltet worden ist und deshalb habe ich mich für dieses Stipendium interessiert und darum beworben. Anfang Juni habe ich die Zusage von Copernicus Berlin bekommen. Meine Freude an diesem Tag kann ich selbst nicht beschreiben. Ich habe mich als der überglücklichste Mensch in der Welt gefühlt. Wie ich schon erwähnt habe, hatte ich wegen meines Visums einen Monat Verspätung. Deshalb schlage ich allen zukünftigen Stipendiaten vor, dass sie sich darum schnell genug bemühen. Am 30. Oktober war ich endlich in Berlin. Meine Gasteltern, mit ihrem süßen Hund Raudi und meine Mentorin Saida, haben mich vom Flughafen abgeholt. Für mich war es am Anfang schwer, weil ich alles so schnell wie möglich organisieren sollte. Stellt euch vor, was ich alles an nur einem Tag geschafft habe: Im Bürgeramt anmelden, ein Bankkonto eröffnen, für die Krankenversicherung anmelden und an der Humboldt Universität zu Berlin immatrikulieren. Meine Mentorin Saida und meine Gastmutter haben mir sehr geholfen. Das alles hat gut geklappt und ich musste sinnvoll die Kurse wählen, das fiel mir schwer. Es gab so viele interessante Kurse, dass ich mich kaum entscheiden konnte. Ich hatte fünf Kurse gewählt:Ddeutsche Grammatik, ältere deutsche Literatur, historische Linguistik, Wortstellung in Lernervarietäten und der Satz. Ich fand mein Austauschsemester an der HU sehr lehrreich, informativ und interessant. Es war ein bisschen ungewöhnlich, mit deutschen Studierenden in einem Raum zusammen zu sitzen und zusammen zu lernen. Zuerst hatte ich Angst vor Fehlern, aber nach einigen Wochen war die Angst weg und ich konnte sehr aktiv an Seminaren teilnehmen. Als ich meine Note von meiner Lektorin erhalten habe, hat Sie mir gesagt, dass ich stolz auf meine Grammatikkenntnisse sein kann. Was ich noch sehr gerne gemacht habe, war mein C1 Sprachkurs. Dabei konnte ich meine Deutschkenntnisse verbessern und habe einige internationale Studierende kennengelernt. Die Lektoren und Lektorinnen waren alle sehr nett und freundlich zu uns Studenten.

Berlin, eine Stadt, von der ich immer geträumt habe. Das ist eine Stadt mit alter und neuer Architektur. Eine Stadt wo man täglich

etwas Neues unternehmen kann. Ich bin jetzt an Berlin so gewöhnt, ich fühle mich fast wie zu Hause.

 

Copernicus e.V. bin ich sehr dankbar, weil ich, dank dieses Stipendiums wichtige Leute kennengelernt habe. Ich konnte ihnen vertrauen, sie wollten alle das Beste für mich.

Ich war in diesem Wintersemester die einzige Stipendiatin und ich weiß jetzt sicher, dass man sich selbst vertrauen kann. Man kann vieles in Eigeninitiative schaffen. Man muss

sich immer daran erinnern, dass es nichts Unmögliches gibt und man nur mutig

sein muss und einfach alles ausprobieren sollte. Obwohl ich die Einzige war, hab ich mich nie alleine gefühlt. Ich war immer von netten Leuten umgeben. Ich möchte allen Berliner Copernicanern danken und allen Aktiven für unsere schöne gemeinsame Zeit. Besonders danke ich Debo. Wir haben zusammen viel erlebt. Wir waren zusammen im Spielecafe und Katzencafe. Mit ihr habe ich meine erste Currywurst gegessen…. Sie hat alles ermöglicht, damit ich von meiner Zeit in dieser wunderbaren Stadt nur schöne und unvergessliche Erinnerungen mitnehme.

Mein großer Dank geht an meine Gasteltern, die während dieser fünf Monate für mich sehr teuer geworden sind. Meine Gasmutter Karin war für mich nicht nur einfach eine Gastmutter, sie war meine Freundin, Beraterin und auch Sinnbild einer starken

und erfahrenen Frau. Wir haben uns immer wortlos verstanden. Ich habe mit meiner Gastfamilie unsere Geburtstage, Weihnachten, Silvester gefeiert, das werde ich nie vergessen. Jedes Wochenende haben wir etwas gemeinsam unternommen. Wir waren zusammen im Planetarium, im Friedriechstadtpalast, im Bundestag und vielen verschiedenen Orten in Berlin. Ich werde nie vergessen, wie wir Abend für Abend zusammen an meinem Länderabendthema gearbeitet haben und auch, wie sie mir bei meiner Kochvorbereitung geholfen hat, um typisch armenisches Dolma zuzubereiten. Und unsere Frühstücke am Wochenende, wenn mein Gastvater Uwe sonntags frische leckere Brötchen für uns geholt hat und am Tisch viele interessante und informative Unterhaltungen hatten. Meine Gasteltern haben mich immer unterstützt und auf diese Weise wurden viele meiner Sehnsüchte gestillt. Zusammen mit den Gastgroßeltern und dem Gastbruder waren wir eine perfekte Familie.

Vielen Dank auch an Copernicus Hamburg, besonders an Rüdiger und Nasti, mit denen ich eine sehr schöne Zeit in Hamburg verbracht habe. Ich habe mich mit den Hamburger Stipendiaten sehr schnell befreundet. Nadia und Mascha waren bei meinem

Länderabend in Berlin zu Besuch und wir haben die Sehenswürdigkeiten von Berlin

zusammen erobert.

Von Anfang an habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich Copernicus unterstützen könnte und dann begann ich immer am Sonntagabend meine Erlebnisse per Posts auf der Copernicus-Facebookseite zu schreiben. Ich glaube, dass diese Posts großes Interesse an viele Studierende für das Copernicus-Stipendium geweckt haben.

Außerdem haben meine Gastmutter und ich versucht Gasteltern zu finden. Mit Hilfe meiner Gasmutter habe ich eine Journalistin kennengelernt. Sie hat einen Artikel über mich und mein Copernicus-Stipendium geschrieben. Dadurch konnten wir potentielle Gasteltern für unsere neuen Stips finden.

Mein Praktikum habe ich in der armenischen Botschaft in Berlin gemacht. Während meines Praktikums habe ich der Konsulin geholfen. Sie arbeitet alleine in der Konsularabteilung und deshalb war sie für meine Hilfe sehr dankbar. Auf diese Weise habe ich das Tagesgeschäft einer Botschaft kennengelernt. Ich habe mich um dieses Praktikum beworben, weil ich diese Arbeit sehr interessant finde. Es wäre nicht schlecht, wenn ich bei uns in der deutschen Botschaft in Yerevan einen Job bekommen könnte. Alle Mitarbeiter der Botschaft waren sehr nett und immer hilfsbereit, mich bei allen Anforderungen zu unterstützen. Das war überhaupt mein erster Praktikum. Was ich sehr wichtig dabei fand, war, dass ich mein Netzwerk erweitern konnte. Ich weiß jetzt, wie man in einem großen Team arbeitet.

Ich möchte alle Studierenden ermutigen sich um ein Copernicus-Stipendium zu bewerben, weil es nicht nur ein Stipendium ist. Es ist eine Erfahrung wofür man sonst viele Jahre braucht.

 

Mein Fazit ist:

,,Aller Anfang ist schwer‘‘, aber sei Dir gewiss: ,,Es lohnt sich‘‘.

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