Ukrainischer Länderabend zum int. Frauentag in Hamburg

Am 8.März fanden wir uns in den heiligen Hallen des Rudolf-Steiner-Hauses zusammen, um gemeinsam mit unseren aktuellen Stipendiat*INNen Anna Bondar und Viktor Tschernenko, aus der Ukraine, den geplanten zweiten Länderabend im Wintersemester auszurichten.

Dabei war das Datum zwar rein willkürlich gewählt, doch um aus der Not eine Tugend zu machen bereiteten wir uns gleichzeitig ganz traditionell auf die Zelebrierung des internationalen Frauentags vor. Unsere Besucherinnen wurden mit warmen Worten und Rosen nach alter Manier willkommen geheißen, um sich anschließend den fachlichen Vorträgen rund um die Ukraine mit aller Aufmerksamkeit widmen zu können.

Den Anfang machte Anna Bondar, welche über die ukrainische Volkskunst in der Ukraine referierte. Hierbei wurde deutlich, dass sich die politische Neuausrichtung der Ukraine, sowie der Konflikt mit Russland, auch in der ukrainischen Film-& Fernsehproduktion wiederspiegelt und man sich vermehrt in der Kunst auf typische ukrainische Traditionen, Muster und Farben (zurück-)besinnt. In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Sprache ob nun russisch oder ukrainisch nur eine untergeordnete Rolle einnimmt. Entscheidend wären  die vermittelten Inhalte in der künstlerischen Ausgestaltung von Produzenten und Regisseuren in der Musik und Filmszene des Landes.

Politisch ging es an diesen Abend auch weiter. Wie sollte es auch anders sein, wenn ein selbsterklärter Patriot die Bühne entert. Unser junger Jurastudent Viktor Tschernenko schilderte den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung, warum der Euromaidan seiner Ansicht nach „Die Revolution der Würde“ genannt wird. Hierbei ging Viktor sowohl auf die ukrainische, als auch auf die russische Berichterstattung ein und zeichnete ein Bild seiner eigenen Einschätzungen zu den Ereignissen des Winters 2013. Auf Nachfragen aus dem Publikum wurden zudem historische Gesichtspunkte erläutert und kontrovers diskutiert.

Da man bekanntlich für umstrittene Themen Zeit braucht, um beide Seiten der Medaille zu betrachten, wurden die intensiv geführten Diskussionen bei Wein und osteuropäischen Köstlichkeiten am Buffet fortgesetzt. Neue Bekanntschaften und Wiedersehensfreude mit ehemaligen Gasteltern und Aktiven rundete den gelungenen Länderabend ab.

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