Wir stellen vor: Katja und Bärbel, Gasteltern unserer Berliner Stips

Unsere beiden Copernicus Stipendiaten Yevhenii und Gulsanam sind im Oktober 2018 in Berlin angekommen und haben seitdem Einiges erlebt und sich vor allem schon gut eingelebt. Dass sie sich so wohl fühlen, dafür sorgt das enge Copernicus Netzwerk, aber vor allem die Gasteltern, bei denen unsere „Stips“ leben, denn dort beginnt von Anfang an der engste Kontakt.

Yevhenii lebt bei Katja im Süden Berlins und Gulsanam lebt bei Bärbel in Blankenfelde.

Beide Frauen haben schon langjährige Erfahrung mit Gastschülern, aber mit unseren Copernicus Stips haben sie zum ersten Mal Studenten bei sich aufgenommen. Als wir mit beiden telefoniert haben, erklärten sie uns, dass dies ein großer Unterschied ist. Der größte Unterschied ist, dass Studenten weitaus selbständiger und aufgrund ihres Alters (Yevhenii und Gulsanam sind beide über 18) mehr Rechte haben, somit die Fürsorgepflicht anders ist als bei Minderjährigen.

 

Bärbel erzählte uns, dass sie seit 1994 Schüler aus anderen Ländern bei sich aufnimmt und dadurch vieles über andere Länder und Kulturen, besonders die Mentalitäten kennen gelernt hat.

Auf Copernicus ist sie durch einen Artikel aufmerksam geworden und hat sich kurz entschlossen nun auch für uns als Gastmutter aktiv zu sein. Für sie ist es immer etwas Besonderes zu sehen, wie sehr sich in kurzer Zeit des Aufenthaltes die Entwicklung der Gäste gestaltet. Auch bei Gulsanam konnte sie bereits sehen wie sehr sie schon Selbstbewusstsein und Vertrauen entwickelt hat.

An der Zusammenarbeit mit Copernicus mag sie die Offenheit der Aktiven und Mitglieder. Auch wenn nicht immer alles reibungslos läuft, wird gegenseitig immer unterstützt und man ist offen für neue Dinge. Sie bekommt viel davon durch Gulsanam mit.

Ihre Erfahrung teilt Bärbel gerne. Menschen, die sich dafür interessieren junge Menschen aus anderen Kulturen aufzunehmen rät sie offen zu sein und vor allem am Anfang immer viel Fragen zu stellen und zur Sicherheit auch mehrfach. Es kann sein, dass der Umgang mit Autoritäten in anderen Kulturen gänzlich anders ist und daher Verwechslungen einstehen können. Besonders am Anfang ist es wichtig viel zu kommunizieren und Regeln zu besprechen.

Dass sich dadurch besondere und langjährige Bindungen entwickeln können wurde beim Weihnachtsfest deutlich, denn da war eine ehemalige Gastschülerin aus Finnland zu Besuch und die beiden haben sich bei Bärbel kennengelernt.

 

 

Katja ist durch einen ehemaligen Gastvater in der Nachbarschaft auf Copernicus aufmerksam geworden und hat ebenfalls bereits Erfahrung mit Austauschschülern. Da sie selbst mal im Ausland gelebt hat und ein freies Zimmer bei sich hat war es für sie nur logisch „gastgeberisch“ tätig zu sein. Der unmittelbare Kontakt mit anderen Kulturen hat einen besonderen Einfluss auf ihr Familienleben und damit nicht nur auf sie selbst als Gastmutter sondern vor allem auch auf ihre vier Kinder, von denen zwei schon ausgezogen sind.

Mit Yevhenii war es von Anfang an ein herzlicher Umgang. Auch Katja kann schon beobachten wie sehr er sich entwickelt hat. Spannend ist für sie zu sehen, wie unterschiedlich seine Essensgewohnheiten zu ihren eigenen sind - während es bei ihr im hektischen Familienleben oft gefühlt zu zügig zugeht, nimmt er sich oft Zeit für seine Mahlzeiten. Am schönsten ist es dann, wenn sich alle gemeinsam Zeit nehmen!

Sich auf was Neues einzulassen und den eigenen Horizont im eigenen Heim zu erweitern, das sind die Dinge, die sie anderen vielleicht Neu-Gasteltern mitgeben würde. Durch Yevhenii und seine Erzählungen würde sie gerne mal mehr von der Ukraine sehen wollen.

Die Zusammenarbeit mit Copernicus empfindet Katja als genau im richtigen Maß. Anfänglich dachte sie noch, dass jetzt richtig viel auf sie zukommen würde. In den vergangenen vier Monaten, die Yevhenii bereits bei ihr ist, hat sich das relativiert. Sie entscheidet selbst wie aktiv sie ist und beispielweise Zeit hat zum nächsten Länderabend zu kommen, der bereits in Vorbereitung ist.

 

Wir haben durch unsere zwei Stips zwei sehr spannende und besondere Frauen kennen gelernt und möchten uns nochmals sehr für dieses Engagement bei beiden bedanken.