Abschlussbericht Liudmyla

Ich kann kaum glauben, dass schon die Zeit gekommen ist, abzureisen. Man merkt die Zeit nie, wenn die so schön vergeht, wie diese sechs Monate mit Copernicus-Stipendium in einer so wunderschönen Stadt wie Hamburg. Ich erinnere mich noch sehr deutlich an diesen glücklichen Tag, als ich eine Zusage zum Stipendium erhalten habe, ich war so aufgeregt und konnte nicht aufhören zu lächeln, denn für eine lange Zeit nach Deutschland zu fahren war immer mein Traum. Und an einem Tag hat der sich verwicklicht, und dafür bin ich Copernicus unendlich dankbar!

Eine der schönsten Erinnerungen ist mit den Leuten verbunden, die ich hier kennengelernt habe. Copernicus-Team sind die ganz liebe und freundliche Menschen, die alles tun, um unsere Zeit in Deutschland unvergesslich zu machen. Wir haben eine Menge schöner gemeinsamer Aktivitäten unternommen, zahlreiche Konzerte und andere Veranstaltungen besucht, viel gelacht und getanzt. Ich habe mich hier nie alleine gefüllt, ich wußte, wo ich immer Hilfe und Unterstützung finden kann.Wir haben uns aber nicht nur unterhalten, sondern auch viel gelernt und über wichtigen Themen bei unseren Länderabenden sowie beim Wochenendeseminar nachgedacht, wo immer eine entspannte und freundliche Atmosphäre herrschte. Am Anfang war ich superaufgeregt, denn ich habe eine Rede auf Deutsch vor einem deutschen Publikum nie gehaltet! Aber mit jedem nächsten Mal wurde ich sicherer und ruhiger, und das war für mich eine sehr wichtige Erfahrung. Dank Copernicus  habe ich angefangen über die Dingen zu denken, welche früher ich außer meiner Aufmerksamkeit gelassen habe. Vor allem geht es hier um das Leben von Menschen mit Behinderung. Mit diesem gesellschaftlich wichtigen Thema haben wir uns beim Wochenendeseminar und beim ersten Länderabend intensiv beschäftigt und diskutiert.Das Leben bei Gastfamilien ist etwas besonderes. Hier lernt man deutsche Kultur und Traditionen wirklich kennen. Ein wichtiger Vorteil des Lebens bei einer Familie ist die Möglichkeit durch tägliche Kommunikation Deutsch zu verbessern und den Wortschatz zu erweitern. Dabei erfährt man auch viel über Deutschland und das Leben der Deutschen. Ich habe bei zwei Gastfamilien gewohnt und ich hatte mit beiden großes Glück, sie waren sehr nett und aufmerksam zu mir, ich habe mich wirklich wie zu Hause gefüllt. Es gab so viele schöne Momente, die ich mit meinen Gasteltern erlebt habe. Ich bin sehr froh, dass ich hier einen wunderschönen, ganz lustigen, gutherzigen und besonderen für mich Menschen kennengelernt habe – meine erste Gastmutter Anne. Sie war immer bereit mir zu helfen und mit mir zu sprechen. Ich vergesse nie unsere gemeinsamen Abende und den ersten  Adventskalender meines Lebens, den ich von ihr geschenkt bekommen habe. Meine zweite Gastfamilie Matthias und Christiane Baus sind auch unglaublich freundliche, hilfsbereite und gebildete Leute. Wir haben immer interessante Gespräche geführt, von ihnen habe ich viel über Geschichte und aktuelle Situation in Deutschland erfahren. Ich bin sehr dankbar für diese Gastfreundlichkeit und Aufmerksamkeit, die mir geleistet worden waren.Das Studium an der Universität Hamburg hat mir nicht so schwergefallen. Ich würde sagen, dass das sogar leichter und nicht so anspruchsvoll war, wie in meinem Heimatland. Zugleich war das Studium hier interessant und spannend. Alle meine Kommilitonen waren Deutsche, und zuerst hatte ich Angst, dass es sehr schwierig für mich sein wird, zusammen mit den Muttersprachlern zu studieren. Aber sowohl mit Studierenden, als auch mit Dozenten war es ganz unkompliziert. Eine angenehme Überaschung waren für mich die Kurse über die ukrainische Geschichte im Vorlesungsverzeichnis. Es gab auch die Möglichkeit deutsche Kurse für Ausländer an der Universität Hamburg zu besuchen, ich habe mich für vier solchen Kursen angemeldet und das war für mich eine große Hilfe beim Deutschlernen. Während der letzten zwei Monaten meines Aufenthaltes in Hamburg habe ich ein Praktikum im Ukrainischen Konsulat absolviert, wo ich auch praktische Erfahrung gesammelt habe und viel gelernt habe.Dieses Semester war reich an positiven Emotionen, interessanten Ereignissen, neuen angenehmen Eindrücken und Wissen. Ich habe viel gereist und neue deutsche und nicht nur deutsche Städte und Orte besucht. Ich habe mein Deutsch erheblich verbessert, viele neue gute Leute kennengelernt, ein Land wie Deutschland für mich entdeckt, neue Herausforderungen geschafft, bin insgesamt mutiger und erwachsener geworden. Deshalb kann ich mit Sicherheit behaupten, dass Copernicus sehr viel zu meiner Selbstentwicklung und persönlichem Wachstum beigetragen hat. Ich bin stolz und froh, dass ich eine Stipendiatin des Copernicus-Programms sein durfte!