Abschlussbericht Yana

 

 Mein lieber Copernicus,In weniger als eine Woche verlasse ich Hamburg und fahre zurück in die Heimat. Wie schnell vergeht die Zeit! Ich erinnere mich an mich selbst vor einem Jahr, als alles nur begonnen hat. Meine Bewerbung, erste Emails von Copernicus, Skype Interview und endlich so gewünschte Stipendienzusage. Damals konnte ich mir gar nicht vorstellen was Copernicus für mich wird und was mit mir in nächsten 6 Monaten passiert. Jetzt, wenn mein Aufenthalt in Deutschland schon fast am Ende ist, kann ich sagen, dass das Copernicus Stipendium zur besten Zeit in meinem Studium geworden ist. Lassen Sie mir kurz erzählen wie alles war.

Studium

 

Noch in Belarus habe ich sehr viel über die europäische Ausbildung gehört. Deswegen war es sehr spannend selbst zu erfahren, ob es so gut ist, wie man sagt. Und meine Erfahrung hat gezeigt: ja, Ausbildung in Europa macht Spaß und bietet sehr viele Möglichkeiten für Studenten. Erstens, Studenten haben hier viel Freiheit im Studium und auf viele Weise können sie selbst ihren Studiumsprozess führen und sich entscheiden wie sie ihr Studium an der Uni organisieren. Zweitens, hat es mir sehr gut gefallen, das man hier mit vielenboriginalen Quellen arbeitet. Zum Beispiel, im Rahmen der Vorlesungen zu dem Völkerstrafrecht oder dem Humanitäres Völkerrecht haben wir mit den Lehrerinnen viele Konventionen, Gesetze und wissenschaftliche Artikeln auf Englisch gelesen. Drittens, möchte ich auf die juristische Bibliothek an der Uni eingehen. Die verdient ein ganzes Kapitel in meinem Bericht. Moderne, sehr bequeme mit sehr schönen Interieur…die Atmosphäre selbst hilft mit dem Studium. An der Bibliothek hat es mir sehr viel Spaß gemacht zu lernen. Man kann dort alle möglichen Bücher finden, sogar originale von 19. Jahrhundert mit den Texten von Konventionen der Vereinten Nationen.

 

Praktikum

 

Es war nicht so einfach einen Praktikumsplatz zu finden wie ich am Anfang gedacht habe. Ich habe ungefähr 20 Bewerbungen geschickt bis ich endlich meinen Platz gefunden habe. Aber wie wir auf Russisch sagen, wer sucht, der findet. Ich habe mein Praktikum im Bereich des deutschen Strafprozessrechts gemacht. Im Februar war ich bei dem Vorsitzenden Richter der Großen Strafkammer 16 am Landgericht Hamburg und im März bei dem Rechtsanwalt, der auch Strafrecht macht. Ich habe mein Praktikum bei echten Professionellen gemacht und habe durch sie sehr viel über die deutsche Strafprozessordnung erfahren. Diese Kenntnisse sind unschätzbar und für mein Studium auch, weil ich jetzt die deutsche und belorussische Straf- und Strafprozessrecht tief und begründet vergleichen kann.

 

Gastfamilie

 

Ich werde immer Copernicus endlos dankbar sein dafür, dass ich Frau Jacobi kennen gelernt habe. Ich habe eine echte Familie und ein echtes Haus hier gehabt. Es war bei Frau Jacobi so wohl und so gemütlich wie zu Hause. Ich habe durch sie sehr viel über die deutsche Sprache, deutsche Küche und Kultur erfahren. Auch bei ihr habe ich sehr viel für die Entwicklung des wichtigsten Hobbys meines Lebens und zwar für das Klavierspiel gemacht. Zusammen mit Frau Jacobi Klavier zu spielen, Konzerte zu besuchen und Musik zu hören und zu besprechen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ihre Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Bereitschaft immer zu helfen, vergesse ich nie.

 

Copernicus-Team

 

Copernicus würde nichts ohne unsere Förderer, liebe Gastfamilien und die Leute, die immer für uns, Stipendiaten, da sind um zu helfen und unterstützen. Rüdiger, Zarina, Anita, Lili, Tanja, Faina und unsere weiteren lieben Aktiven… Danke, dass ihr da seid, danke für diese warme und freundliche Atmosphäre, danke, dass ich mich hier nie allein gefüllt habe. Copernicus ist nicht einfach ein Austauschprogramm, Copernicus ist eine Familie, in deren Leute aufmerksam und fürsorglich miteinander sind.Alle unsere Länderabende, Gespräche, Konzerte (besonders vielen Dank für die Möglichkeit in Elbphilharmonie das Konzert von Hamburger Camerata zu genießen), sowie das Wochenendseminar, zusammen Weihnachtsbacken, kurze Reise und in der Stadt Spaziergänge bleiben für immer in meinem Herzen.

 

Deutsche Sprache und Kultur

 

Als ich vor 6 Monaten nach Deutschland angekommen bin, hatte ich kein gutes Verständnis über deutsche Sprache und Kultur gehabt. Ja, vor Copernicus habe ich bereits Deutsch seit 4 Jahren gelernt, aber alles, was Deutschland betrifft, war damals für mich wie etwas, was hinter dem Vorhang versteckt ist. In diesen 6 Monaten habe ich 14 deutsche Städte besucht, viel leckeres deutsches Essen gegessen, sehr viel über die deutsche Geschichte und Kultur erfahren und, natürlich, deutlich meine Sprachkenntnisse verbessern. Und was noch wichtiger ist, dass ich hier viele nette Menschen kennen gelernt habe, dank deren ich mich nie einsam gefühlt habe, obwohl meine Heimat und meine Familie so weit weg sind. Jetzt in meinem Herzen schöne Erinnerungen und positive Emotionen sind mit der deutsche Kultur und dem deutschen Volk verbunden.Wie gesagt, 6 Monaten sind schon vorbei, aber ich erinnere mich fast an jeden Tag, als ob ich nur gestern in Hamburg gekommen bin. Wenn ich jetzt meine Motivationsschreiben an Copernicus lese, verstehe ich, dass ich alle meine Ziele, die ich im Schreiben genannt habe, erreicht habe. Und sogar mehr. In diesen 6 Monaten ist viel Schönes mit mir passiert, aber was noch wichtiger ist, dass ich meine Persönlichkeit entwickelt habe. Ich bin selbstständiger und zielstrebiger geworden. Ich verstehe jetzt mich selbst, meine Wünsche und Träume besser. Mir wurde klar, dass man keine Angst vor Träumen haben muss, denn Träume werden wahr. Copernicus hat meinen Traum erfüllen und mir unschätzbare Erfahrung geschenkt. Dafür sage ich tausend Dank. Diese 6 Monate vergesse ich nie und werde mich immer mit großer Wärme im Herzen daran erinnern!

 

Eure Yana.